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1.800 Wölfe in Deutschland

BfN-Studie: Auch bislang wolfsfreie Regionen müssen sich vorbereiten

Laut einer aktuellen Studie ist in Deutschland für 700 bis 1.400 Wolfs-Territorien zu je 200 Quadratkilometern geeigneter Lebensraum vorhanden. Mit mehr Wölfen sei also überall zu rechnen.

Lesezeit: 3 Minuten

Am Mittwoch hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) die Studie zur „Abschätzung der potentiellen Anzahl von Wolfsterritorien in Deutschland“ vorgestellt. So könnten Wölfe in weiten Teilen Deutschland sesshaft werden und es müsse damit gerechnet werden, dass sie auch die weiteren Gebiete durchwandern.

In Deutschland sei geeigneter Lebensraum für etwa 700 bis 1.400 Territorien vorhanden. Das gilt unter der Annahme, dass die Territoriengröße bei etwa 200 Quadratkilometern liegt.

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Wie die Studien-Autoren der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW), des Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), der Technischen Universität Berlin, der Humboldt Universität Berlin und des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (Wien) erklären, sei es sinnvoll, sich auch in den bislang noch nicht von Wölfen besiedelten Gebieten auf deren mögliche Ansiedlung vorzubereiten.

Insbesondere sollten bereits jetzt effektive Schutzmaßnahmen von Weidetieren vor Wolfsübergriffen gefördert und umgesetzt werden, um Nutztierübergriffe dauerhaft zu reduzieren.

DJV warnt vor Missbrauch wissenschaftlicher Daten zur Wolfsausbreitung

Der Deutsche Jagdverband (DJV) warnt unterdessen davor, diese Modellrechnung politisch zu missbrauchen. Wie viele Wölfe in Deutschland leben können, sei weniger eine biologische als eine gesellschaftspolitische Frage. Sinnvoll wäre eine ergänzende sozioökonomische Studie, um den Akzeptanzbestand für den Wolf zu ermitteln. "Es ist schwer nachvollziehbar, dass sich eines der am dichtesten besiedelten Industrieländer die weltweit größte Wolfsdichte leistet", sagte DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke.

Mit den Schäden nehme in betroffenen Gebieten auch die Ablehnung gegenüber dem Wolf zu. 2016 gab es erstmalig über 1.000 gemeldete tote und verletzte Nutztiere, darunter Schafe, Ziegen aber auch Pferde und Rinder. 2018 waren es bereits 2.067 Fälle, eine Steigerung von 35 % gegenüber 2017. Mit etwa 35 % Zuwachs jährlich breitet sich auch der Wolf in Deutschland aus.

Nach DJV-Hochrechnung auf Basis der offiziellen BfN-Zahlen werden im Frühsommer 2020 bereits rund 1.800 Wölfe in Deutschland leben. Nach Auffassung des DJV ist der Erhaltungszustand des Wolfes in Europa bereits günstig – die baltisch-osteuropäische Population umfasst rund 8.000 Tiere.

Gemeinsam mit anderen Landnutzern unter dem Dach des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) hat der DJV den umfassenden Handlungsvorschlag „Wildtiermanagement Wolf“ erarbeitet: Vorgesehen sind Schutz- und Managementzonen ebenso wie Wolfsausschlussareale. Territoriale Wölfe sollten sich beispielsweise nicht ansiedeln entlang von Deichen, im urbanen Bereich oder in alpinen Regionen. Dort ist das Konfliktpotenzial zu hoch und ein Schutz von Nutztieren schier unmöglich.

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