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EUROPA/Klimaschutzpolitik/ Vision 2050

EU strebt Klimaneutralität bis 2050 an

Die EU-Kommission zeichnet erstmals zur Bewältigung des Klimawandels das Ziel eines klimaneutralen Europas bis 2050 auf. Den Grünen reicht diese Absichtserklärung nicht aus. Sie fordern, stärkere CO2-Minderungsziele bereits für 2030 festzuscheiben.

Lesezeit: 3 Minuten

93 Prozent der EU-Bürger glauben, dass der Klimawandel menschengemacht ist. 85 Prozent fordern größere Anstrengungen beim Klimaschutz und der Energieeffizienz. Dies geht aus der jüngsten Eurobarometer-Umfrage hervor. Die EU-Kommission will dem Rechnung tragen und hat am Mittwoch in Brüssel ihre Vision für ein klimaneutrales Europa bis 2050 vorgelegt. Ziel ist es, den Temperaturanstieg deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten und verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, ihn auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

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In der Woche vor dem Start der UN-Klimaverhandlungen vom 3. bis 14. Dezember („COP24“) im polnischen Katowice stellt die Europäische Kommission heute ihre Strategie für eine Netto-CO2-freie Wirtschaft bis zum Jahr 2050 vor ("Strategy for long-term EU GHG emissions reduction in accordance with the Paris Agreement"). Demnach sollen die Staats- und Regierungschefs in ihren EU-Staaten nationale Vorschläge diskutieren, welche Beiträge in einzelnen Wirtschaftsbereichen zur Erreichung der 2050 Vision geleistet werden können.

Bei der Umgestaltung der Wirtschaft und Industrie sollen Anstrengungen unternommen werden, um Technologien, die heute bereits verfügbar sind gezielt einzusetzen, um eine Verringerung der Treibhausgasemission zu erreichen. "Alle Verkehrsträger sollten zur Dekarbonisierung unseres Mobilitätssystems beitragen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 Nettoemissionen von Null zu erreichen“, sagte EU-Verkehrskommissarin Violetta Bulc.

Die von der EU-Kommission vorgelegte Vision verzichtet darauf für einzelne Sektoren und Wirtschaftsbereiche feste Zielmarken oder Grenzwerte aufzuzeigen. "Es liegt im Interesse Europas, kein Geld mehr für die Einfuhr von fossilen Brennstoffen auszugeben und stattdessen in sinnvolle Verbesserungen des Alltags zu investieren. Zunächst gilt es die gesteckten CO2-Minderungsziele bis 2030 zu erreichen“, betonte EU-Energiekommissar Arias Canete.

Harms: "Der EU-Kommission fehlt der Mut, die Klimaziele für 2030 anzupassen"

Den Grünen geht die vorgelegte Vision 2050 nicht weit genug. Sie erachten das Papier am Vorabend des UN-Klimatreffens in Polen als reine Absichtserklärungen ohne klare Zielbeschreibungen.

"Die heute vorgelegte Strategie markiert einen Schritt in die richtige Richtung bei der europäischen Klimapolitik. Es geht nicht mehr um graduelle Verbesserungen in einzelnen Bereichen, sondern um die Dekarbonisierung der gesamten europäischen Wirtschaft“, erklärte die grüne Europaabgeordnete Rebecca Harms.

„Doch leider fehlt der EU-Kommission der Mut, diese Vision für 2050 auch auf die näherliegenden Ziele für 2030 anzuwenden. Wir können es uns nicht leisten, die wirklich schwierigen Maßnahmen zum Klimaschutz auf die Zeit nach 2030 zu verschieben. Mit dieser Verzögerungstaktik sind die Pariser Klimaziele nicht zu erreichen“, unterstrich der Grünen-Spitzenkandidat für die Europawahlen 2019, Bas Eickhout.

Das EU-Parlament forderte die EU-Regierungen in einer jüngst beschlossenen Resolution auf, das Reduktionsziel für CO2-Emmissionen von 40 Prozent auf 55 Prozent bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 1990 zu erhöhen.

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