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topplus Streit um Subventionen

Jürgen Trittin nennt Forderungen nach mehr Agrar-Entlastungen „dreist“

Der Grünen-Politiker hält den Agrarsektor anscheinend schon für übersubventioniert und hat kein Verständnis für neue Entlastungswünsche. Sind solche Forderungen wirklich „dreist“, wie Trittin meint?

Lesezeit: 2 Minuten

Pünktlich zum Bauerntag 2024 hat Grünen-Urgestein Jürgen Trittin eine Debatte um Agrarsubventionen aufgemacht. Auf „X“ schrieb Trittin am Mittwoch: „Schon interessant: Die Branche, die mit über 20.000 € pro Kopf den Steuerzahler mehr kostet als ein einzelner Empfänger von #Buergergeld, beschwert sich, nicht noch mehr Staatsknete zu kriegen. Dreist, dreister, Bauernverband“

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete reagierte damit auf Äußerungen vom Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, der zuvor das von der Ampel zur Entlastung der Landwirte vorgelegte Agrarpaket als nicht ausreichend bezeichnet hatte und es „ein Päckchen“ statt ein Paket nannte.

Gut angelegtes Geld

Aber „kostet“ die Landwirtschaft den Steuerzahler tatsächlich zu viel? Fakt ist jedenfalls, dass der Großteil der landwirtschaftlichen Subventionen aus dem EU-Agrarhaushalt stammen. Natürlich sind das auch Gelder, die zum Teil von der Bundesrepublik eingezahlt werden.

Es ist aber bisher Konsens gewesen, dass es sich um gut angelegtes Geld handelt. Subventionen machen in vielen Jahren knapp die Hälfte der landwirtschaftlichen Einkommen aus. Ohne die wäre der Strukturwandel deutlich schärfer und schneller verlaufen. Dabei waren es doch gerade die Grünen, die stets ihre Unterstützung für die kleinstrukturierte regionale Landwirtschaft beteuert hat.

Jeder Subventionseuro ergibt 4,60 an Produktionswert

Und die Gesellschaft bekommt ja auch eine Menge zurück und das lässt sich sogar in Zahlen fassen: Im Jahr 2020 gab es beispielsweise nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums bundesweit noch 262.800 Agrarbetriebe, die zusammen einen landwirtschaftlichen Produktionswert von rund 58 Mrd. € erwirtschafteten. Bricht man das auf die einzelnen Höfe herunter, lag der Produktionswert jedes Betriebes bei etwa 221.000 €.

Die gesamten Agrarsubventionen lagen im Wirtschaftsjahr 2021/22 im Durchschnitt bei knapp 48.000 €. Für jeden Subventionseuro schafften die Betriebe 2020 also 4,60 € für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das waren Lebensmittel, Rohstoffe und Energie zur Versorgung der heimischen Bevölkerung, aber auch Produkte für den Export, also zur internationalen Ernährungssicherung. Von den hier nicht monetär erfassten Leistungen für Klima-, Natur- und Artenschutz ganz zu schweigen. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive sieht die Bilanz der produktiven deutschen Landwirtschaft dann doch nicht so schlecht aus, oder?

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