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Klöckner vereinbart Reduzierung von Zucker, Salz und Fett

Das Bundesagrarministerium hat mit mehreren Verbänden der Lebensmittelindustrie Reduktionen von Zucker, Fett und Salz ausgehandelt. Hier die konkreten Prozentzahlen.

Lesezeit: 3 Minuten

Das Bundeskabinett hat eine Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertignahrungsmitteln beschlossen und dabei die Lebensmittelwirtschaft mit ins Boot geholt. Wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Mittwoch in Berlin erklärte, liegt der Strategievereinbarung eine Selbstverpflichtung der Lebensmittelwirtschaft zugrunde, in der diese sich auf konkrete Reduktionsziele verständigt hat, die bis 2025 umgesetzt werden sollen.

Die Lebensmittelindustrie wird demnach bis dahin freiwillig den Gehalt von Zucker in Frühstückscerealien für Kinder um mindestens 20 % senken. Erfrischungsgetränke und Kinderjoghurts sollen bis zum Jahr 2025 mindestens 15 % beziehungsweise 10 % weniger Zucker enthalten als heute. Außerdem wurde eine Abmachung mit dem Bäckerhandwerk zur Reduzierung von Salzspitzen im Brot sowie eine Selbstverpflichtung zur Senkung des Salzgehaltes in Fertigpizzen getroffen.

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Die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie soll bis zum Jahr 2025 durch ein engmaschiges Monitoring überwacht werden. Vorgesehen sind neben einer Aufklärungskampagne auch Fördermaßnahmen für Forschungsvorhaben und Innovationen im Lebensmittelbereich. Für den Herbst 2019 ist eine erste Überprüfung geplant. Ein Zwischenbericht soll Ende 2020 vorgelegt werden.

Klöckner zeigte sich überzeugt, dass es mit der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie gelingen werde, die Gehalte von Zucker, Fetten und Salz in Fertignahrungsmitteln zu senken. Sie will so den Ursachen vieler ernährungsbedingter Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck effektiv entgegenwirken.

Nach Darstellung der Ministerin ist die Strategie wegen ihres ganzheitlichen Ansatzes in Europa einmalig. Es werde nicht nur auf einzelne Facetten wie Zucker geschaut, sondern die gesamte Ernährung in den Blick genommen. Außerdem setze die Strategie den Fokus bewusst auf Fertiggerichte und Kinderlebensmittel, da hier der größte Handlungsbedarf bestehe.

Spitzenverband will sich unternehmerische Freiheit nicht nehmen lassen

Grundsätzlich Unterstützung für die Umsetzung der "Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie" für eine gesunde Ernährungsweise bekommt das Bundesagrarministerium vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL). Die Wirtschaft bemängelt jedoch, dass die vorgelegte Strategie zu weitreichende Forderungen und Ambitionen enthalte, weshalb die gemeinsame Grundsatzvereinbarung zwischen BMEL und BLL für den Verband nach wie vor verpflichtend bleiben müsse.

"Wir haben in harten, aber fairen Verhandlungen mit Bundesministerin Julia Klöckner uns bereit erklärt, dort Verantwortung zu übernehmen, wo es wissenschaftlich sinnvoll und technologisch möglich ist“, sagte BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Eine Reduktion von Zucker, Fett oder Salz ist seiner Meinung nach mit enormen Herausforderungen verbunden, damit Qualität, Sicherheit und vor allem der Geschmack eines Lebensmittels erhalten bleiben. „Aufwand und Grenzen eines solchen Prozesses werden von Politik und Zivilgesellschaft häufig unterschätzt und Kundenbedürfnisse nicht mitbedacht. Unser Maßstab bleiben ganz klar die Kunden, die in einer freien und sozialen Marktwirtschaft das Sortiment nach ihrer eigenen Entscheidung und ihren geschmacklichen Vorlieben bestimmen.“

Eine Strategie, die gegen die Menschen antritt, sie erziehen oder zu einem bestimmten Lebensstil zwingen will, wird laut Minhoff niemals erfolgreich sein. Stattdessen mahnt er kluge, innovative und verbraucherakzeptierte Produktentwicklungen an. „Jede Ernährungsstrategie muss sicherstellen, dass die Freiheit der Unternehmen, die Innovationen erst möglich macht, erhalten bleibt. Aus diesem Grund sehen wir die Ankündigung regulatorischer Maßnahmen im Falle eines für das Ministerium nicht zufriedenstellenden Ergebnisses sehr kritisch. Denn am Ende des Tages wird an der Kasse über die Zukunft von Produkten entschieden, nicht im Plenarsaal."

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