Ohne Fleischerzeugung würde Ackerfläche für Welternährung reichen

Würde die gesamte heutige Getreideernte zu Nahrungsmitteln verarbeitet und gar nichts mehr zu Futtermitteln für Rinder, Schweine oder Geflügel, dann könnten 4 Mrd. Menschen mehr ernährt werden. Oder mehr Schwein und Huhn statt Rind; das würde 350 Mio. Menschen mehr satt machen, so eine neue Studie aus den USA.

Würde die gesamte heutige Getreideernte zu Nahrungsmitteln verarbeitet und gar nichts mehr zu Futtermitteln für Rinder, Schweine oder Geflügel, dann könnten 4 Mrd. Menschen mehr ernährt werden. Oder würden die Verbraucher statt Rindfleisch nur noch Huhn oder Schwein essen, könnten die heutigen Ackerflächen 357 Mio. Menschen zusätzlich ernähren. Käme gar kein Fleisch mehr auf den Tisch, sondern höchstens noch Milchprodukte und Eier würden 815 Mio. Menschen mehr satt. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Wissenschaftlerteam der University of Minnesota in Saint Paul.

Wie Spiegel Online berichtet, war die Diskussion um die Welternährung in einigen Jahrzehnten Auslöser der Untersuchung. Denn die Ernährungsgewohnheiten auf der Welt gleichen sich immer mehr an, der Fleisch- und Milchkonsum in vielen Schwellenländern steigt rapide. Nach heutigen Produktionsmaßstäben reicht die Anbaufläche daher zur Welternährung nicht mehr aus, sagten kürzlich erst andere Studien vorher und forderten eine deutliche Produktivitätssteigerung.

Die Forscher aus Saint Paul verfolgten einen anderen Ansatz. Danach müsse man die Ernte nur anders einsetzen, dann reiche die heutige Produktivität aus. Das Team um Emily Cassidy berechnete zunächst, wie viel von den 41 wichtigsten Nahrungspflanzen weltweit produziert wird und wo diese Erträge landen:


Die Analyse von vier Ländern - Indien, China, Brasilien und den USA - zeigte zudem, welche massiven Unterschiede beim Anbau und der Verwendung von Nahrungspflanzen herrschten.

Die größte Stellschraube in diesem System ist die Fleischproduktion. Um eine Kalorie Fleisch auf dem Teller zu haben, sind im Schnitt bereits rund zehn Kalorien Getreide verbraucht worden - zum Teil aber auch bis zu 30. Fisch haben die Forscher in ihrer Studie vernachlässigt, ebenso Schafe und Ziegen, die in der Regel nur weiden und kein Kraftfutter bekommen. "Die gute Nachricht ist, dass wir bereits genug Nahrungsmittel produzieren, um mehrere Milliarden Menschen mehr zu ernähren", sagte Emily Cassidy laut dem Spiegel. (ad)

vgl.:
Welternährung: Erträge steigen zu langsam (21.6.2013)
Von Witzke: EU vernachlässigt sträflich Produktivitätssteigerungen (21.6.2013)
Experten schlagen Alarm: Ernährungssicherung 2050 nicht gegeben! (16.4.2013)
 

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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