Stalleinbrüche treffen die ganze Familie!

Stalleinbrüche von Tierrechtlern belasten die ganze Familie. "Meine Frau hat bis heute Angst, nachts aus dem Haus zu gehen. Und dass mich meine Tochter weinend fragte, ob die Einbrecher wieder kommen“, schilderte Landwirt Philipp Schulze Esking Ende Mai bei einer Diskussion um angebliche Tierschutzverstöße in Göttingen

Philipp Schulze Esking (Bildquelle: www.ulrich-hampel.de)

Ende Mai hatte die Uni Göttingen zur öffentlichen Diskussion um angebliche Tierschutzverstöße geladen. Mit mehr als 200 Zuhörern, der überregionalen Presse, dem NDR sowie mehr als 5.000 Lesern bei Facebook war das Interesse riesig.
 
Die Sicht eines betroffenen Schweinehalters durfte an diesem Tag Philipp Schulze Esking schildern. Denn auch in den Stall des Mästers und ISN-Vorstandes wurde im Herbst eingebrochen. Wie die Fachzeitschrift SUS berichtet, hat Schulze Esking in Göttingen offen erzählt, wie sehr seine Familie die halbstündige Nennung ihres Namens im Radio getroffen hat. Laut dem Betriebsleiter habe seine Frau bis heute Angst, nachts aus dem Haus zu gehen. „Und dass mich meine Tochter weinend fragte, ob die Einbrecher wieder kommen“, so der Landwirt.
 
Seine offenen Worte haben die Zuhörer merklich berührt. Er konnte authentisch klarmachen, dass hinter jedem Stalleinbruch eine Familie steht, die auch Monate später leidet. „Es war richtig, sich der Diskussion zu stellen! Zumal der Redner der Peta-Tierrechtler mit seiner überzogenen Sichtweise wenig punkten konnte“, sagt Schulze Esking heute. Hervorzuheben ist seiner Meinung nach der Vortrag des Göttinger Rechtsexperten Prof. Martinez. Er machte klar, dass Stalleinbrüche kein Kavaliersdelikt sind, sondern eine Straftat. Das gilt vor allem, wenn kein bzw. kein erheblicher Tierschutzverstoß vorliegt.
 
„Auch bei uns konnten die Behörden und Gerichte letztlich keinen verstoß beim Tierschutz feststellen. Und das Radio entfernte die Beiträge aus dem Netz. Doch die Angst meiner Familie bleibt“, schildert der Mäster weiter. Zum Glück sei das Thema Stalleinbrüche aber inzwischen in der Politik angekommen. Allerdings sei noch nicht klar, wie man die Landwirte besser schützen kann. „Helfen würde und schon sehr, wenn sich Politiker aller Couleur in der Öffentlichkeit deutlich von Stalleinbrüchen und dem Anprangern einzelner Landwirte distanzieren würden!“, fordert Schulze Esking.
 
Lesen Sie außerdem in der neuen SUS 3/2017: "Medienschelte: Wie reagieren?"

Greenpeace und Co. haben ihre jüngsten Vorwürfe gegen die Nutztierhaltung medial groß inszeniert. Wie kann die Branche auf diese Kampagne antworten? SUS sprach mit Dr. Torsten Staack (ISN), Sönke Hauschild (BV SH), Prof. Dr. Karin Schnitker (Hochschule Osnabrück) und Bernhard Barkmann (Landwirt und Agrarblogger).

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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