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Stellungnahme des DBV zu den russischen Sanktionen

Nach Einschätzung des DBV gehen politische Sanktionen im Handel mit Lebensmitteln letztlich zu Lasten von Landwirten und Verbrauchern auf beiden Seiten. Der Verband hofft nun auf eine Lösung des Konfliktes über Verhandlungen.

Lesezeit: 2 Minuten

Nach Einschätzung des DBV gehen politische Sanktionen im Handel mit Lebensmitteln letztlich zu Lasten von Landwirten und Verbrauchern auf beiden Seiten. Der Verband hofft nun auf eine Lösung des Konfliktes über Verhandlungen.


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Um die möglichen negativen Auswirkungen des russischen Einfuhrverbotes auf dies hiesigen Agrarmärkte aufzufangen, appellieren die Bauernvertreter an die Bundesregierung und die EU-Kommission, mit ihren Bemühungen um eine Öffnung des Marktzugangs zu anderen interessanten Exportmärkten fortzufahren, vor allem nach Südostasien.



Der Verband weist darauf hin, dass Russland bereits seit dem Herbst/Winter 2013 Einfuhrsperren für Schweinefleisch aus der EU und für Käse aus Deutschland verhängt hat. Begründet wurde dies von Russland jeweils mit Bedenken in der Lebensmittelsicherheit, dabei waren Tendenzen zur Marktabschottung jedoch bereits erkennbar.


Ein Blick in die Statistik


Die deutschen Exporte von Schweinefleisch nach Russland betrugen im Zeitraum Januar bis Mai 2013 noch 83.000 t und sind im gleichen Zeitraum 2014 auf nur noch 9.000 t drastisch gefallen. Bei Käse sind die deutschen Exporte nach Russland im gleichen Vergleichszeitraum von 19.000 t auf 9.000 t gefallen.


Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes werden die zusätzlichen negativen Auswirkungen der angekündigten neuen Sanktionen auf die deutsche Landwirtschaft daher begrenzt ausfallen. Die Landwirtschaft in anderen EU-Ländern könnte deutlich stärker betroffen sein, zum Beispiel durch das Einfuhrverbot für Obst und Gemüse.


Nach Informationen des DBV sind die Preise für Schweinefleisch in Russland seit der Verhängung des Importstopps für Schweinefleisch aus der EU im Februar 2014 deutlich gestiegen. Der russische Verbraucher zahle damit die Sanktionen der russischen Regierung zum erheblichen Teil.



Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft exportierte im Jahr 2013 Nahrungs- und Genussmittel im Wert von 1,6 Mrd. Euro nach Russland, 14 % weniger als noch 2012. Russland ist damit nach der Schweiz und neben den USA bisher daszweitwichtigste Abnehmerland im Agrarexport außerhalb der EU. Dreiviertel des deutschen Agrarhandels gehen in die Europäische Union. Wichtigste deutsche Agrarexportgüter nach Russland sind Schweinefleisch, Backwaren, Käse und Kakaoprodukte. Andere Produkte wie Obst und Gemüse sowie Geflügel- und Rindfleisch haben im deutschen Export nach Russland

nur eine geringe Bedeutung.


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