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"Wehret den Anfängen": HBV vermisst beim Thema Wolf jegliches Augenmaß

Die rasante Ausbreitung von Wölfen in Deutschland gefährdet die Haltung von Rindern, Schafen, Pferden und Ziegen auf Weiden. Im Jahr 2015 wurden mehr als 700 Weidetiere von Wölfen getötet, Tendenz steigend.

Lesezeit: 3 Minuten

Die rasante Ausbreitung von Wölfen in Deutschland gefährdet die Haltung von Rindern, Schafen, Pferden und Ziegen auf Weiden. Im Jahr 2015 wurden mehr als 700 Weidetiere von Wölfen getötet, Tendenz steigend.


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Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, haben der Hessische Bauernverband (HBV), die mittelhessischen Kreisbauernverbände, der Hessische Verband für Schafzucht und -haltung und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Hessen am 9. März auf dem Schäfereibetrieb von Andrea Gerlach in Braunfels-Philippstein ein Mahnfeuer veranstaltet.


„Derzeit leben in Deutschland rund 500 Wölfe, einschließlich Jungtiere. Im Norden und Osten Deutschlands sind mit Abstand die meisten Wölfe zu Hause. Bei einer jährlichen Vermehrungsrate von bis zu 40 Prozent ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Wölfe sich weiter in die Mitte Deutschlands und somit auch nach Hessen ausbreiten.“ Das betonte der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, Volker Lein, in seiner Ansprache. Der Wolf sei hierzulande streng geschützt, habe keine natürlichen Feinde und könne sich deshalb ungehindert vermehren. Die Maxime der Weidtierhalter laute: „Wehret den Anfängen“. Im Odenwald habe ein Wolf im November letzten Jahres sieben Schafe getötet und fünf weitere schwer verletzt.


„Beim Wolf vermissen wir jegliches Augenmaß. Während Wölfe einen sehr hohen Schutzstatus genießen, fehlt ein klares Bekenntnis für den Schutz unserer Weidetiere“, kritisierte Lein. Wer die Ansiedlung des Wolfes fordere, müsse auch bereit sein, damit verbundene Kosten, zum Beispiel für die aufwändige Einzäunung von Weideflächen, zu übernehmen. Aber vor allem müssten Tiere, die vom Wolf gerissen und getötet würden, in vollem Umfang entschädigt werden.


„Wir brauchen Weidetiere, statt Wolfsreviere. Als natur- und tierliebende Menschen fördern Landwirte durch die Anlage von zum Beispiel Blühstreifen und Lerchenfenster zunehmend die Artenvielfalt“, so Lein. Schließlich gehe es auch um den Erhalt und die Pflege unserer schönen hessischen Kulturlandschaft. Landwirte und Schäfer seien Garanten dafür.


Man erkenne an, dass sich die Politik langsam bewege und die Forderungen der Weidetierhalter nicht gänzlich verhallen. Auch wolle die künftige Regierungskoalition in Berlin sich um die Bestandsregulierung des Wolfes kümmern.


„Aber mit Ankündigungen allein können wir uns nicht zufrieden geben. Worten müssen auch Taten folgen. Wichtig sind bundeseinheitliche Regelungen“, hob Lein hervor.


Neben HBV-Vizepräsident Volker Lein formulierten auch der stellvertretende Vorsitzende des Hessischen Verbandes für Schafzucht und -haltung, Hubertus Dissen, und der Vorsitzende des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Hessen, Armin Müller, ihre Forderungen an die politischen Entscheidungsträger.


Die wichtigsten Forderungen der Verbände lauten:


  1. Der Schutz der Weidetierhaltung muss Kernanliegen des Naturschutzes werden und darf nicht dem Wolfsschutz untergeordnet werden.
  2. Die Kosten für den Schutz von Weidetieren vor Wölfen durch Zäune, Herdenschutzhunde oder andere Maßnahmen, einschließlich des zusätzlichen Arbeitszeitaufwandes müssen voll umfänglich und unbürokratisch übernommen werden.
  3. Durch Wolfsrisse entstehende Schäden müssen den Weidetierhaltern vollständig erstattet werden.
  4. Der Staat muss eindeutig festlegen, bei welcher Bestandshöhe des Wolfes der Erhaltungszustand gesichert ist.
  5. Für Mensch und Tier gefährliche und verhaltensauffällige Wölfe müssen konsequent und schnell entnommen werden können.
  6. Bund und Länder sind aufgefordert, sich auf bundeseinheitliche Regelungen zu verständigen.

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