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Zwei Pflege-WGs im alten Bullenstall

Auf dem Hof Angermeier ist jetzt schon viel los. Ab 2024 sollen bis zu 24 pflegebedürftige Senioren dort eine neue Heimat finden.

Lesezeit: 3 Minuten

Angesichts der Investition im Millionenbereich brauchen Nadine und Hans Angermeier einiges an Mut. Sie planen, zwei Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen in einem alten Stallgebäude einzurichten.

Derzeit bewirtschaftet Hans Angermeier einen 100 ha großen Mutterkuhbetrieb mit 200 Tieren am Ortsrand des oberbayerischen Karlshuld. Zusätzlich bietet Nadine Angermeier zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen Tages- und Ferienprogramme für Kinder an, demnächst kommt eine feste Spielgruppe hinzu. Dafür hält sie auch z. B. Esel, Schafe, Ziegen und Hühner.

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Bis zum Jahr 2024 sollen im alten, kaum mehr genutzten Bullenmaststall zusätzlich zwei Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige entstehen. Die Idee dazu entwickelte Nadine Angermeier bei Seminaren zur Sozialen Landwirtschaft. „Schließlich wollen wir den Betrieb für die Zukunft erhalten“, so die junge Frau. „Und ein Wohnangebot für Senioren, das passt zu uns und unserem Betrieb“, ergänzt Hans Angermeier.

Hinzu komme, dass der alte Stall aufgrund seiner Größe ideale Maße dafür habe. Ein weiterer Pluspunkt sei die Lage des Betriebes mit Nähe zum Ortszentrum und Außenbereich.

Konkret beabsichtigen die Angermeiers auf zwei Stockwerken und insgesamt 800 m2 bis zu 24 WG-Plätze an Senioren mit Pflegegrad zu vermieten. Dabei hat jeder Bewohner ein eigenes Zimmer mit barrierefreiem Bad, hinzu kommen Küche und Gemeinschaftsraum – alles barrierearm.

„Klein anfangen geht nicht“

Die notwendige ambulante Pflege der Bewohner wird ein Pflegedienst übernehmen. Diesen dürfen die Bewohner grundsätzlich frei wählen. Wichtig ist, erläutern die Angermeiers, dass ein Pflegedienst die notwendige 24-Stunden-Pflege nur anbieten kann, wenn genügend Pflege zu leisten ist. „Ein Angebot für deutlich weniger Bewohner wäre deshalb kaum möglich“, resümiert Nadine Angermeier. Die Pflege selbst zu übernehmen, ist für die Angermeiers übrigens kein Thema: „Das wollen und dürfen wir auch nicht“.

„Wohl aber werden wir Hausmeis­tertätigkeiten übernehmen“, erläutert Hans Angermeier. Hinzu kommen voraussichtlich noch Angebote für Fahr- und Einkaufsdienste, Ausflüge u. ä. All diese Angebote bezahlen dann entweder die Bewohner selbst oder ggf. die jeweilige Pflegekasse. „Außerdem ermöglichen wir den Senioren die Teilhabe am Hofleben, so können die Bewohner z. B. helfen, die Tiere zu füttern und auf die Weide zu bringen, Eier zu sammeln oder sie können bei der Gemüseernte helfen“, so Nadine Angermeier.

„Muss sich rechnen“

Derzeit stecken Nadine und Hans Angermeier noch in den Planungen. Bürgermeister, Gemeinde und Pflegeaufsicht haben sie dabei von vornherein miteinbezogen und sind auf Entgegenkommen gestoßen. Baurechtlich gelten die zwei Pflege-WGs als zwei Wohnungen und sollten, so der Plan, als Umnutzung zu Wohnzwecken genehmigungsfähig sein.

Nun liegen die konkreten Baupläne auf dem Tisch. Danach belaufen sich die Baukosten auf immerhin rund 2,5 Mio. €. Kommt noch eine ebenfalls schon in Planung befindliche Wohngemeinschaft für noch rüstige Senioren im Dachgeschoss hinzu, sind es insgesamt sogar 3,3 Mio. €. Als Nächstes stehen die Verhandlungen mit den Banken über die Finanzierung und ein Antrag auf eine Förderung im Rahmen des bayerischen „PflegesoNah“-Programmes an. Dabei geht es um eine Fördersumme von bis zu 60.000 € pro Pflegeplatz.

„Dennoch bleibt es eine riesige Investition“, so Hans Angermeier, „und die muss sich rechnen.“ Die Kalkulation der Angermeiers: Die Vermietung der WG-Plätze bringt dauerhaft sichere Mieteinnahmen, mit denen sie die Kredite abbezahlen können. Hinzu kommen die Einnahmen aus den genannten Service-Angeboten. „Je nach dem, können wir uns auch vorstellen, die Landwirtschaft dafür etwas zurückzufahren“, so Hans Angermeier.

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