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Biomilch: Preise bröckeln – Abstand zu Standardmilch steigt​

Im Januar haben deutsche Molkereien weniger für Biomilch ausgezahlt. Der Vorsprung gegenüber der konventionellen Milch steigt aber wieder deutlich. ​

Lesezeit: 3 Minuten

Die deutschen Landwirte erhielten laut AMI-Hochrechnung im Januar 2023 durchschnittlich 62,8 Ct/kg für ökologisch erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Damit setzte auf einem hohen Niveau der Rückgang der Erzeugerpreise ein. Seit Mai 2021 befanden sich diese in einem stetigen Anstieg, der im Dezember 2022 mit 63,20 Ct/kg seinen Höhepunkt erreichte. Nun korrigierten die Molkereien im Januar ihre Auszahlungsleistung erstmals wieder nach unten und den Milcherzeugern wurde im Vergleich zum Vormonat 0,4 Ct weniger ausgezahlt.

Knapp die Hälfte der deutschen Bio-Molkereien senkten im Januar ihre Preise. Der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr ist weiterhin deutlich ausgeprägt. Im Vergleich zu Januar 2022 wurde Bio-Milch mit 10,5 Ct/kg mehr entlohnt.

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Mehr Biomilch am Markt

Die gegenüber dem Vorjahresniveau steigende Milchanlieferung wird momentan sowohl bei konventioneller Milch beobachtet als auch bei ökologisch erzeugtem Rohstoff. Bereits im vergangenen Jahr lag die Bio-Milchanlieferung um 4,1 % über der Vorjahresmenge und dieser Trend setzt sich auch im neuen Jahr fort. Insbesondere aufgrund der hohen Erzeugerpreise und der je nach Region sehr guten Futterversorgung, bauten viele Landwirte zuletzt ihre Produktion aus und es fiel mehr Biomilch an.

Mit dem Beginn der Weidesaison im Frühjahr wird sich diese Entwicklung der steigenden Milchanlieferung noch weiter verstärken. Für die zusätzlich anfallenden Mengen müssen die Molkereien jedoch neue Absatzwege erschließen. Gleichzeitig ist die Nachfrage der Molkereien nach Bio-Milch nicht gestiegen. Im Gegenteil, inflationsbedingt haben die Verbraucher weniger ökologisch erzeugte Molkereiprodukte eingekauft, wodurch ein Angebotsüberhang besteht.

Vorsprung wächst weiter

Der Erzeugerpreis für konventionelle Milch ist im Januar mit einem Minus von knapp 3,0 Ct/kg deutlicher zurückgegangen als der Bio-Preis. Damit hat sich auch der Abstand zwischen konventionell und ökologisch erzeugter Milch wieder vergrößert und lag im Januar bei 6,0 Ct/kg. Der Abstand der beiden Varianten war im Laufe des letzten Jahres auf bis zu 2,0 Ct geschrumpft und baut sich nun langsam wieder auf. In den kommenden Monaten wird dieser sich noch weiter vergrößern, da die Preise für konventionelle Kuhmilch noch stärker zurückgehen werden, während sich die Bio-Preise stabil bis leicht sinkend entwickeln dürften.

Weniger Bio-Milch gekauft

Auch im Januar waren die Auswirkungen der Inflation auf die Einkaufsmengen privater Haushalte weiterhin zu erkennen. Die gestiegenen Preise im Lebensmitteleinzelhandel wirkten dämpfend auf die Kaufentscheidung der Konsumenten. Dies traf insbesondere Bio-Lebensmittel, da diese meist teurer sind als die konventionellen Varianten. Vor allem haltbare sowie frische Konsummilch, Quark und Butter in Bio-Qualität landeten im Januar seltener im Einkaufswagen der Verbraucher. Gleichzeitig wurde häufiger zu Streichmischfetten aus ökologisch erzeugter Milch gegriffen. Auch die Absätze von Bio-Joghurt und Bio-Milchgetränken zeigten eine steigende Tendenz im Januar.

Weitere Rückgänge im Februar erwartet

Nachdem bereits im Januar erste Molkereien ihre Preise deutlich zurückgenommen haben, werden im Februar weitere diesem Beispiel folgen. Insbesondere auch aufgrund der schwachen Nachfrage nach Bio-Molkereiprodukten und dem teils abgesenkten Preisniveau im Lebensmitteleinzelhandel sind die hohen Milchpreise auf der Erzeugerebene seitens der Molkereien schwer realisierbar. Auch die Verwertung am Spotmarkt dürfte, der Tendenz im konventionellen Bereich folgend, geringer sein. Der Preisrückgang wird dabei für die ökologisch wirtschaftenden Erzeuger nicht so hoch ausfallen wie für die konventionellen Landwirte. AMI

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