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EU-Kommission senkt Prognose zur Milcherzeugung

Die ungewöhnlich heiße und trockene Witterung im Sommer 2018 hat in vielen Staaten der EU das Futterangebot für das Milchvieh verknappt, und es wurden infolgedessen mehr Milchkühe und Färsen ins Schlachthaus gebracht.

Lesezeit: 5 Minuten

Die ungewöhnlich heiße und trockene Witterung im Sommer 2018 hat in vielen Staaten der EU das Futterangebot für das Milchvieh verknappt, und es wurden infolgedessen mehr Milchkühe und Färsen ins Schlachthaus gebracht.


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Die EU-Kommission hat diese „Marktstörung“ in ihrer aktuellen Kurzfristprognose berücksichtigt, und Anfang Oktober die Vorschätzung der Milchmenge für das laufende Jahr nach unten korrigiert.


Gingen die Brüssler Analysten im Juni noch davon aus, dass das Milchaufkommen in der EU-28 gegenüber 2017 um 1,2 % steigen wird, sollen die Milchlieferungen an die Molkereien nach der neuesten Vorhersage nur noch um 0,8 % auf 157,5 Mio t zunehmen. Von Januar bis Juli 2018 übertraf der Kommission zufolge der Milcheingang bei den EU-Molkereien das entsprechende Vorjahresniveau um 1,7 %. Bezogen auf den Zeitraum August bis Dezember dürften im Schnitt jedoch 0,3 % weniger Rohstoff erfasst werden und somit der vorherige Produktionsanstieg ausgebremst werden.


Für das Gesamtjahr wird dabei im Vergleich zu 2017 in Deutschland, Belgien, Italien, Polen und Spanien mit einem Anstieg der Rohstoffanlieferungen zwischen 2 % und 3 % gerechnet. Dagegen dürfte in Irland - wegen der dortigen Dürre - und in den Niederlanden - wegen der Vorschriften zur Phosphatreduktion - spürbar weniger Milch gemolken werden.


Für das nächste Jahr rechnet die EU-Kommission mit einem Anstieg der Milchanlieferungen in der EU-28 um 0,9 % auf 158,9 Mio t. Neben den voraussichtlich in den ersten Monaten 2019 begrenzten Raufuttervorräten dürfte auch die Entwicklung der EU-Milchkuhherde einen stärkeren Produktionsanstieg verhindern. Laut der Sommerzählung 2018 in 13 Mitgliedsländern, in denen etwa 90 % aller EU-Kühe gehalten werden, wurde der Milchkuhbestand im Vorjahresvergleich um 0,1 % auf 20,78 Millionen Tiere abgestockt. Zudem soll die Milchleistung je Kuh mit rund 1 % aufgrund der teilweise schwierigen Futterversorgung 2018 und 2019 weniger stark steigen als in den Vorjahren.


Magermilchpulverbestände nehmen ab


Die EU-Kommission geht davon aus, dass durch die erwartet geringeren Milchanlieferungen in den letzten Monaten dieses Jahres der Markt für Magermilchpulver entlastet wird. Von Januar bis Juli 2018 ist die Erzeugung in den Mitgliedstaaten nach vorläufigen Daten gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch um 4,5 % auf 874 000 t gestiegen, während die Drittlandsexporte im gleichen Zeitraum um 1 % auf 487 500 t gesunken sind. Zudem belastete die Auslagerung aus den Interventionsbeständen den Markt. Rund 377 000 t Magermilchpulver befanden sich zu Jahresbeginn in öffentlicher Lagerhaltung, von denen bis Anfang Oktober annähernd 144 000 t wieder verkauft wurden. Die Kommission erwartet, dass bis Jahresende weitere 21 000 t Magermilchpulver aus der Intervention ausgelagert werden und sich der Endbestand dann auf 211 000 t beläuft.


Im kommenden Jahr sollen die Interventionsmengen dann ganz verschwinden. Allerdings wird nach Kommissionsangaben die private Lagerhaltung in diesem Jahr um 75 000 t auf 155 000 t wachsen. Der Preis für Magermilchpulver konnte sich trotz der größeren Angebotsmenge seit dem Frühjahr wieder etwas befestigen; er lag aber in den ersten neun Monaten im Mittel um rund 22 % unter dem Vorjahresniveau. Zuletzt ließen sich laut Kommission für das Kilogramm 1,59 Euro erzielen. Die Rabobank ging kürzlich in einer Marktbetrachtung davon aus, dass das Preisniveau in der ersten Jahreshälfte 2019 wieder über der Marke von 1,60 Euro/kg liegen wird; die Futurekurse für Magermilchpulver an der European Energy Exchange (EEX) deuten aktuell bis Mitte 2019 auf einen Preisanstieg in Richtung 1,70 Euro/kg hin.


Schwächere Butterpreise möglich


Für Butter erwartet die Rabobank hingegen nicht, dass der gegenwärtige EU-Durchschnittspreis von 5,24 Euro/kg im ersten Halbjahr 2019 gehalten werden kann. Die Banker rechnen vielmehr mit einem Rückgang unter die Marke von 5 Euro, und auch an der EEX lagen die Kurse für die Butterkontrakte mit Fälligkeit in der ersten Jahreshälfte 2019 in einem Bereich von etwa 4,50 Euro/kg. Die EU-Kommission sagt allerdings weiterhin eine eher knappe Versorgungslage voraus. Trotz höherer Milchanlieferungen soll die EU-Butterproduktion 2018 gegenüber dem Vorjahr stabil bei 2,33 Mio t liegen, was auch auf den geringeren Fettgehalt in der Anlieferungsmilch zurückgeführt wird.


Für das kommende Jahr erwarten die Brüsseler Experten eine Steigerung der Butterherstellung um 0,9 % auf 2,35 Mio t. Die Knappheit am Fettmarkt und das vergleichsweise hohe Preisniveau dürften dazu führen, dass die EU-Butterexporte 2018 im Vorjahresvergleich um rund 5 % auf 160 000 t sinken, während die Einfuhren im Rahmen präferierter Importquoten auf etwa 8 000 t steigen sollen. Trotz des relativ hohen Preisniveaus geht die Kommission davon aus, dass der Butterverbrauch 2018 insgesamt weiter zulegt, und zwar gegenüber dem Vorjahr um 0,5 % auf fast 2,19 Mio t.


EU-Käse im Ausland gefragt


Ein nicht unerheblicher Teil der 2018 in der EU mehr erzeugten Milch wird nach Kommissionsangaben für die expandierende Käseherstellung genutzt. Die Analysten aus Brüssel gehen davon aus, dass die Käseproduktion gegenüber 2017 um rund 200 000 t oder 2,0 % auf die neue Rekordhöhe von 10,42 Mio t und im kommenden Jahr um weitere 1,5 % auf 10,58 Mio t gesteigert wird. Auch wenn die Käsepreise im bisherigen Jahresverlauf unter dem Niveau von 2017 gelegen hätten, biete die Verwertung der Milch über Käse vergleichsweise gute Möglichkeiten, erläuterten die EU-Experten.


Sie wiesen zudem darauf hin, dass die Nachfrage am Binnenmarkt und auch am Weltmarkt weiter wachse. So soll der Pro-Kopf-Verbrauch der EU-Bürger in diesem Jahr gegenüber 2017 um durchschnittlich 100 g auf 18,2 kg und 2019 auf 18,5 kg klettern. Für den EU-Drittlandsexport erwarten die Kommissionsanalysten dieses Jahr einen Zuwachs um 1,5 % auf 842 000 t und für 2019 eine Steigerung um 2,0 % auf dann 859 000 t. Von Januar bis Juli 2018 sind vor allem die Absatzmengen in Japan spürbar gestiegen, nämlich um 13 % auf 65 500 t. Zudem orderten die Kunden in der Schweiz sowie in Algerien und dem Libanon mehr Käse aus der Gemeinschaft. Die USA als wichtigster EU-Kunde bestellten im Vergleich zu den ersten sieben Monaten von 2017 mit 71 470 t allerdings rund 7 % weniger Käse in den EU-Mitgliedstaaten. AgE

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