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Handel erhöht Marge bei Fleischwaren zulasten der Landwirte

Für die Verbraucher ist seit der Krise Hackfleisch um 67 % teurer geworden. Für den Handel ist die Marge aber um 400 % gestiegen, während die Bauern nur 32 % und die Produzenten 15 % mehr bekommen.

Lesezeit: 2 Minuten

Der Lebensmittelhandel hat die hohe Inflation der vergangenen Monate genutzt, um heimlich die Preise anzuheben. Was Verbraucherschützer schon letztes Jahr bemerkten, bestätigt nun auch Prof. Thomas Roeb vom Campus Rheinbach der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Wie er in der Lebensmittelzeitung schreibt, zeigen Recherchen, dass die Händler die Inflation nicht nur zu Ertragssteigerungen genutzt haben, sondern dass diese Ertragssteigerungen zu weiten Teilen zulasten der vorgelagerten Wertschöpfungsstufen gingen, allerdings in noch größerem Umfang zulasten der Konsumenten.

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Beispielhaft nahm sich der Forscher Hackfleisch vor. Nach Jahren relativer Kontinuität erhöhte der LEH den Preis für Hackfleisch halb-und-halb innerhalb des kurzen Zeitraums von 2017 bis 2022 von 4,78 € auf 7,98 € pro kg, also um 3,20 € oder 67 %.

Tierhalter bekommen immer weniger vom Ladenpreis

2017 sei über die Hälfte des Verkaufspreises vom Hackfleisch an die Landwirte gegangen. Vom Rest erhielt der Fleischereibetrieb die Hälfte als Rohertrag (ca. 26 %) nach Abzug der Beschaffung von Fleisch und sonstigen Materialien wie Verpackungen und Betriebsstoffen, für die weitere 3 % anfielen, ebenso wie für nicht verwertbare Teile, schreibt Roeb in der LZ weiter. 9 % habe der Handel bekommen und 6 % entfielen auf die Umsatzsteuer.

Diese Struktur – die nur die Einnahmen, nicht die Kosten der jeweiligen Stufe der Wertschöpfungskette widerspiegelt – habe sich heute fundamental geändert. Der Handel verdreifachte seinen Anteil auf 27 %. Der Anteil der Landwirte fiel auf unter 50 %, derjenige der Lieferanten auf ca. 18 %.

In absoluten Werte stieg der Kilo-Verkaufspreis insgesamt um 3,20 €. Von diesem Anstieg profitierte mit weitem Abstand am stärksten der Handel, der rund 1,75 € pro kg mehr erhält. Die Fleisch-Produzenten steigerten ihren Anteil demgegenüber nur um ca. 15 Cent, die Landwirte immerhin noch um etwa 79 Cent.

Während also der Preis für Verbraucher um 67 % stieg, erhöhten die Händler ihre Marge um über 400 %, die Landwirte demgegenüber nur um 32 % und die Produzenten sogar nur um 15 %.

Von den 1,75 €, um die sich die Marge des Handels erhöhte, gingen 99 Cent zulasten der Konsumenten, die einfach mehr zahlen müssen. Weitere 10 Cent gingen auf Kosten der Hersteller und sogar 66 Cent zulasten der Landwirte, denen der Handel jeweils nicht mehr die vollen Produktionskosten erstattet, so der Fachmann in der LZ weiter. Diese Belastung der Vorlieferanten schwäche deren Überlebensfähigkeit, lautet da Fazit.

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