Kartoffelernte

Kartoffeln im Hitzestress

Die anhaltende Trockenheit in den Kartoffelanbaugebieten sorgt zunehmend für Ertragseinbußen.

Der Angebotsdruck am Markt für Speisefrühkartoffeln schwindet allmählich. Einige Erzeuger haben mittlerweile Zwischenlager mit frühen Beständen von Colomba, Musica oder Princess befüllt, andere – vornehmlich im Norden – haben alternative Verwertungen genutzt und ihre Ernte, allerdings mit erheblichen Abschlägen, in den Export nach Polen oder für noch weniger Geld an Schälbetriebe abgegeben. So schrumpfen derzeit die Übermengen in den Versandregionen.

Bestände kapitulieren vor Hitze und Trockenheit

Das Marktgeschehen ist zunehmend von trockenheitsbedingten Ertragseinbußen geprägt. Überall ist zu hören, dass bei geringem Zuwachs in jüngster Zeit die Bestände der Haupternte auf den Feldern auseinanderbrechen und aufhellen. Auch ohne abnehmende Vitalität ist in den kommenden Tagen nicht mehr viel Ertragsbildung zu erwarten, wenn die Hitze und Trockenheit Bestand hat. Zur Qualitätssicherung müssen Bestände behandelt und dann abgereift werden. Die Keimhemmung auf dem Acker wird aber in Beständen, die wegen der Witterung inaktiv sind, schwierig.

Das kann Probleme bringen, genau wie die jetzt schon hohen Stärkegehalte, die eine Vorberegnung auf bindigen Böden dringend erforderlich machen, wenn es keinen Regen gibt. Die Nutzung von Wasser wiederum wird zunehmend eingeschränkt. Bei der Nutzung von Oberflächenwasser gibt es jetzt schon Beschränkungen.

An der allgemeinen Marktlage hat sich unterdessen noch nicht viel geändert, auch wenn die Übermengen inzwischen weit geräumt oder im Übergangslager sind. Erneut gab es zum vergangenen Wochenende einen Preisabschlag, der aber nur noch halb so hoch ausfiel wie zuvor. Die Nachfrage ist unverändert gering und kann trotz Einschränkung der Rodungen und steigender Bonitätsverluste noch gut gedeckt werden.

Aktuelle Kartoffelpreise und Markteinschätzungen


Nachfrage dürfte anziehen

Die Nachfrageentwicklung dürfte demnächst zur Marktstabilisierung beitragen. Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen gehen diese Woche die Schulferien zu Ende. Der Export sowohl in Richtung Osten als auch in Richtung Beneluxraum dürfe weitergehen, auch wenn an den Bestimmungsmärkten mehr eigene Ware zur Verfügung steht.

Allerdings ist es fast überall in Europa zu trocken und so werden viele bis zur Einlagerung versuchen, ihre Bestände dafür zu schonen und aus den laufenden Rodungen aufnehmen, was sie können. AMI

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