Trockenhafen

Polen könnte Drehkreuz für ukrainische Agrarexporte werden

Polen könnte bei der Suche der ukrainischen Regierung nach alternativen Exportmöglichkeiten zum Schlüsselfaktor werden. Das Land plant einen Trockenhafen zu errichten.

Nach Angaben des polnischen Landwirtschaftsministers Henryk Kowalczyk arbeitet das Land bereits konkret an der Schaffung eines sogenannten Trockenhafens an der östlichen Landesgrenze, um die logistischen Kapazitäten für landwirtschaftliche Schüttgüter auf der Schiene zu erhöhen. Damit soll zumindest ein Teil der ukrainischen Agrarausfuhren in Drittländer ermöglicht werden, die wegen der russischen Blockade der Schwarzmeerhäfen derzeit weitgehend am Boden liegen.

Bei einem „Trockenhafen“ handelt es sich um ein Güterverkehrszentrum oder einen Rangierbahnhof, der in der Regel im Hinterland eines Seehafens Teile der logistischen Aufgaben übernimmt und damit die Verladekapazität des eigentlichen Hafens erweitert. Voraussetzungen dafür sind ein ausgebautes Schienennetz und die Verladeeinrichtungen, um die entsprechenden Tonnagen bewältigen zu können.

Der mit dem ukrainischen Landwirtschaftsminister Mykola Solskyj besprochene Plan steht in einer Reihe weiterer Versuche Kiews, die Agrarexporte auf dem Landweg auszubauen. Zuvor hatte Solskyj bereits mit Vertretern der rumänischen und der litauischen Regierung gesprochen, um die mögliche Nutzung dortiger Seehäfen auszuloten. Voraussetzung dafür wäre aber in jedem Fall ein ausreichend leistungsfähiger Transportapparat auf der Schiene und Straße. Der polnische Vorschlag könnte hierzu wichtige Impulse liefern.


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