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Regionale Lebensmittel

Ripke: „Heimische Tierhaltung lässt sich mit Markterlösen allein nicht halten“

Beim Zukunftsforum Geflügel diskutierten die Parteien, wie man heimische Landwirtschaft sichert. Fazit: Alle haben dasselbe Ziel. Auf dem Weg dorthin blockieren sich die Parteien jedoch gegenseitig.

Lesezeit: 4 Minuten

„65% der Bevölkerung kaufen am liebsten Geflügelfleisch aus regionaler Herkunft“, sagte Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) zum Auftakt des Zukunftsforums der deutschen Geflügelfleischwirtschaft am Donnerstag in Berlin. Kreislaufwirtschaft, kurze Wege, besserer Klimaschutz und die Stärkung des ländlichen Raums seien die wichtigsten Vorteile von regionalen Produkten. Die Politik tue bisher jedoch zu wenig, damit die Wünsche der Verbraucher befriedigt und die Vorteile der deutschen Erzeugung genutzt werden können.

Was müssen wir tun, damit Geflügelfleisch auch morgen noch von hier kommt? Das war die Kernfrage, die das Podium aus Landwirtschaftsexperten aller großen Parteien diskutierten: Alois Gerig (CDU), Carina Konrad (FDP), Friedrich Ostendorff (Die Grünen), Rainer Spiering (SPD) sowie Kirsten Tackmann (Die Linke)

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Mehr Wertschätzung für heimische Produkte

Einig waren sich die Parteien darüber, dass die heimische Land- und Fleischwirtschaft mehr Wertschätzung für ihre hohen Erzeugungsstandards verdient. "Hier ist zunächst der LEH gefordert, kostendeckende Erzeugerpreise zu zahlen", verdeutlichte Ripke.



Es sei dringend geboten, die Verbraucher besser aufzuklären, so der Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft und Ernährung im Deutschen Bundestag, Alois Gerig (CDU): "Unsere Landwirte machen die beste Arbeit weltweit, das muss honoriert und den Menschen klar gemacht werden." So würde auch die Akzeptanz steigen, höhere Preise für hochwertige Produkte zu zahlen. "Die Menschen sind bereit dazu", bekräftigte SPD-Agrarexperte Rainer Spiering. Carina Konrad (FDP) forderte ein EU-weit verpflichtendes Herkunftslabel, um deutsche Erzeugnisse sichtbarer zu machen: "Dabei darf es keine nationalen Alleingänge geben."



Landwirte brauchen Planungssicherheit



"Betriebe müssen endlich vernünftigen Lohn für ihre Arbeit bekommen", fasste der Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff seine Sicht zusammen. "Wir haben jetzt seit anderthalb Jahren die Borchert-Kommission, es ist schon viel zu viel wertvolle Zeit verloren gegangen." Diese Forderung unterstreicht ZDG-Präsident Ripke: "Die Borchert-Kommission bietet ein wichtiges Instrument für die Umsetzung von mehr Tierwohl." Dieses müsse die Politik nun auch anwenden - ob über die Tierwohlprämie oder andere Modelle. "Unsere Betriebe brauchen Planungssicherheit, sie müssen wissen, wie ihre Kosten für Stallumbauten gedeckt werden", führte Ripke weiter aus. "Wir fordern vom Staat, den Landwirten diese Sicherheit über mindestens 20 Jahre zu geben."

SPD-Mann Spiering sprach sich gegen direkte Zahlungen an die Erzeuger aus. Das Geld sollt stattdessen an die Kommunen gehen. Die könnten über öffentliche Einrichtungen Kantinen die Nachfrage nach regionalen Produkten stärken. Außerdem brauche es wieder mehr regionale Schlachthöfe.

„Ohne Öffentliche Gelder kein Umbau“

Dem widersprach Ripke, der sehr wohl direkte Zahlungen an die Erzeuger anstrebt. „Die Landwirte bauen Ställe nur um, wenn es sich auch lohnt und Zahlungssicherheit garantiert ist“, stellte er klar. "Die deutsche Landwirtschaft kann nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Dazu gehört auch, dass die Erzeugerseite im Kartellrecht gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel gestärkt wird", erklärte Ripke.

Unterstützung bekam er von Friederich Ostendorf, der sich ärgert, dass die Regierung den Bundestags-Beschluss zum Borchert-Plan noch immer nicht umgesetzt hat. Es sei schon viel Vertrauen verloren gegangen, beklagt der Biobauer.



Deutsche Qualität schützen



Kirsten Tackmann von der Partei Die Linke sprach sich im Zusammenhang mit der Frage nach den deutschen Standards im weltweiten Vergleich deutlich gegen das Mercosur-Abkommen aus: "Unsere Landwirtschaft darf nicht die Zeche für Freihandelsabkommen zahlen. Es kann nicht nur nach der billigsten Produktion gehen." Friedrich-Otto Ripke ergänzte: "Wenn ich über Regionalität rede, geht es nicht nur um Tierwohl, sondern auch um Verbraucherschutz und Gesundheit. Wir müssen uns vor Importen aus Übersee schützen, deren Produktionsbedingungen in keiner Weise unseren Standards entsprechen."

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