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Aktionstag

"Der Rübenanbau ist zum Risiko geworden"

Fehlende Pflanzenschutzmittel setzen den Rübenbauern zu, die Anbaufläche geht zurück. Gemeinsam mit der Agrana und der Landwirtschaftskammer starteten die Rübenbauern einen Aktionstag.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Zuckerrübenanbau in Österreich ist ein wichtiger Bestandteil in der Fruchtfolge. In den vergangenen Jahren wurde der Rübenanbau jedoch deutlich erschwert. Heuer mussten mehr als 5.000 ha Zuckerrüben umgebrochen werden, da sie abgefressen wurden. Auf dieser Rübenflächen hätten etwa 60.000 t Zucker erzeugt werden können, damit könnte ganz Wien ein Jahr lang versorgt werden.

Vetreterinnen und Vertreter von Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Niederösterreichischer Bauernbund, Agrana und Die Rübenbauern informierten am Mittwoch, am Wiener Stephansplatz sowie an zwölf Standorten in Niederösterreich beim Aktionstag „Ohne Zucker aus Österreich wird’s bitter für uns!“ die Konsumenten über die gefährdete Versorgung mit österreichischem Zucker. Mit sympathischen Info- und Verteilaktionen von süßen Germteig-Krampussen machten die Organisationen tausende Interessierte auf die Bedeutung einer sicheren Versorgung mit hochwertigem heimischen Zucker, einem heimischen Traditionslebensmittel, aufmerksam.

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Schädlinge sind das Hauptproblem

„Hauptverantwortlich für die prekäre Lage ist das verstärkte Auftreten von Schädlingen und das gleichzeitige Verbot von wirksamen Pflanzenschutzmitteln. Besonders der Rübenrüsselkäfer hat vielerorts für enorme Einbußen gesorgt", erklärt LK-NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager. Durch den Wiederanbau der abgefressenen Fläche entstanden zusätzliche Kosten von 2 Mio.€ und 500 t CO2 Mehrausstoß.

"Mittlerweile stoßen wir jedoch an die Grenze des Machbaren, der Rübenanbau ist zum Risiko geworden“, erklärt LK-Vize Lorenz Mayr, der selbst Rüben anbaut. Das Jahr 2023 war schwierig, es mussten erneut enorme Ernteeinbußen in Kauf genommen werden. "Wir brauchen daher endlich praxistaugliche Lösungen und keine willkürlich verhängten Verbote. Denn das wird uns letztendlich dazu zwingen, auf den Rübenanbau zu verzichten und stattdessen auf andere Kulturen zu setzen. Schließlich geht es hier um die Existenzen von Betrieben und den Familien“, sagt Mayr.

3 Mio. t Rüben für zwei Zuckerfabriken nötig

Für den Zuckerrübenanbau 2024 ist die Agrana mit ihren beiden Zuckerwerken, angesichts der preislichen Rahmenbedingungen optimistisch. Denn die Rübenpreise, die sich von den Zuckermarktpreisen ableiten, liegen auf hohem Niveau. "Auch die Prognosen für den Zuckermarkt bleiben günstig, womit auch für kommendes Jahr attraktive Rübenpreise zu erwarten sind. Das Anbauziel für eine Vollauslastung der beiden Zuckerfabriken beträgt weiterhin mindestens 38.000 Hektar Zuckerrübenfläche bzw. eine Rübenerntemenge von ca. 3 Millionen t“, erklärt Josef Eisenschenk, Geschäftsführer der Agrana Zucker GmbH.

"Wir laufen Gefahr, dass wir die Zuckerproduktion in Österreich und Europa verlieren und die Eigenversorgung aufgeben müssen. Dadurch wären wir dann auf Importe eines Grundnahrungsmittels angewiesen“, erklärt Ernst Karpfinger, Präsident der Vereinigung Die Rübenbauern. Die Zuckermengen kommen zollfrei über Freihandelsabkommen entweder über tausende Kilometer aus Übersee zu uns oder ganz aktuell aus der Ukraine. "Dort dürfen Neonicotinoide verwendet werden. Das ist wettbewerbsverzerrende Ungleichbehandlung zu Lasten der europäischen Rübenproduzenten und der europäischen Eigenversorgung", sagt Karpfinger.

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