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Landwirtschaftliche Gesamtrechnung 2022

Landwirtschaftliche Einkommen: Moosbrugger stutzt Arbeiterkammer zurecht

Als dringend notwendig, aber kurzfristiges Luftholen auf niedrigem Niveau sieht LK-Präsident Moosbrugger das Einkommensplus in der Landwirtschaft. Er kritisiert eine "miese Neiddebatte der Arbeiterkammer."

Lesezeit: 3 Minuten

"Unseren Bäuerinnen und Bauern ist nur schwer zu erklären, dass die Ergebnisse der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung nun bereits zum dritten Mal breit kommuniziert und für eine miese Neiddebatte, insbesondere der Arbeiterkammer, eingesetzt werden, während viele bäuerliche Familienbetriebe um ihre Existenz bangen - Ergebnis 2022 hin oder her", erklärt LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger zu den gestern von der Statistik Austria erneut veröffentlichten Ergebnissen der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Preis-Kosten-Schere klafft weit auseinander

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"Das Einkommensplus 2022 war für unsere bäuerlichen Familienbetriebe dringendst notwendig, aber lediglich ein kurzfristiges Luftholen auf sehr niedrigem Niveau. So manchem Betrieb wird die Steigerung 2022 auch nicht beim Überleben helfen. Für 2023 zeichnet sich nämlich bereits wieder eine völlig andere Situation ab. Die Preis-Kosten-Schere klafft massiv auseinander. Die meisten Erzeugerpreise – etwa für Getreide, Mais, Milch oder Jungstiere - sind wieder deutlich gesunken, die Kosten für wichtige Betriebsmittel wie z.B. Dünger, Maschinen- oder Baukosten weiterhin hoch. Zusätzlich steigen die Lohnkosten stetig", betont Moosbrugger. "Diese Entwicklung, die ich bereits bei der 1. und 2. Vorschätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2022 festgehalten habe, zeichnet sich nun immer klarer ab", so der LK-Chef.



"Die landwirtschaftliche Einkommensentwicklung entspricht einer extrem gefährlichen Achterbahnfahrt, und wir müssen dringend dafür sorgen, dass nicht weitere Betriebe aus der Bahn geschleudert werden", unterstreicht der LKÖ-Präsident, der in diesem Zusammenhang erklärt, wie wichtig es war bzw. ist, praktikable Maßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) zu erreichen. Auch waren Unterstützungsmaßnahmen wichtig, um die österreichischen Betriebe nach Corona- und Kriegsbeginn in der Lebensmittelproduktion zu halten. "Für heuer ist wieder ein spürbares Minus zu erwarten. Daher hat das Ergebnis 2022 für uns auch einen höchst bitteren Beigeschmack", so Moosbrugger.

Geringer Anteil landwirtschaftlicher Erzeugerpreise

"Auch haben die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise meist nur einen sehr geringen Anteil an den Lebensmittelkosten. Während die Rohstoffpreise mittlerweile wieder deutlich gesunken sind, bleiben die Nahrungsmittelpreise hoch, was zeigt, dass die wahren Kostenverursacher woanders liegen müssen", kritisiert der LKÖ-Präsident die Argumentationslinie der Arbeiterkammer und fordert einmal mehr Transparenz in der Entstehung der Lebensmittelpreise und Sachlichkeit.



"Es ist unverzichtbar, die Einkommenssituation für unsere Betriebe nachhaltig auf ein höheres Niveau zu bringen, damit wieder dringendst notwendige Investitionen stattfinden können. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten müssen auch für unsere Bauernfamilien gedeckt werden können. Dafür müssen nicht nur praktikable Rahmenbedingungen geschaffen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer bäuerlichen Familienbetriebe auf den Märkten erheblich gestärkt werden", fordert Moosbrugger u.a. einen Ausbau der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Verarbeitungsprodukte und keine überschießenden europäischen und nationalen Standards.

Investitionsstillstand in vielen Branchen gefährdet Versorgungssicherheit

"Derzeit herrscht in vielen Branchen - auch aufgrund der Unsicherheiten durch ständig steigende Standards - Stillstand. Viele leben von der Substanz, die sich ohne Zukunftsinvestitionen langsam abbaut. Das gefährdet auf Dauer nicht nur die Betriebe selbst, sondern auch unsere Versorgungssicherheit", warnt Moosbrugger und weiter: "Schon jetzt haben wir in vielen Bereichen einen zu geringen Selbstversorgungsgrad. Dieser darf keinesfalls weiter sinken, wenn wir uns nicht noch stärker der unsicheren Auslandproduktion ausliefern und abhängig machen wollen."

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