Greenpeace beklebt erneut Edeka-Markt

Für ein Ende eines "Tierleids in der Fleischproduktion" und Wahlmöglichkeiten für Verbraucher beim Kauf von Fleisch haben sich am Mittwoch 18 Greenpeace-Aktivisten vor einem Edeka-Markt in Hannover-Linden eingesetzt.

Aktion von Greenpeace bei einem Edeka-Markt in Hannover (Bildquelle: Michael Löwa / Greenpeace)

Greenpeace hat wieder einen Edekamarkt mit Folien beklebt, die Fotos aus einem Schweinestall zeigen. Nach Hamburg letzten Monat traf es am 5. Dezember eine Filiale in Hannover.

Auf einem Plakat über dem Eingang war zudem zu lesen: „Edeka lässt Schweine leiden!“ Die Tierschützer werfen dem Händler Unterstützung von Tierleid in der Fleischproduktion und fehlende Wahlmöglichkeiten für Verbraucher beim Kauf von Fleisch vor.

„Bei Edeka verkauftes Fleisch wird häufig unter Bedingungen produziert, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen”, sagt Lasse van Aken, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. „Diese Haltungsbedingungen verschweigt Edeka seinen Kunden. Edeka gibt vor, Lebensmittel zu lieben, verschleiert aber deren Herkunft.”

Seiner Meinung nach würden alle anderen großen Supermarktketten Fleisch nach Art der Haltung kennzeichnen. Nur bei Edeka könnten Verbraucher in der Regel nicht erkennen, wie die Tiere aufgezogen wurden, deren Fleisch sie kaufen. Er fordert Edeka auf, ausschließlich Fleisch aus artgerechter und umweltschonender Produktion zu verkaufen.

Stattdessen locke Edeka seine Kunden mit Billigfleisch in die Filialen. Dieses Preisdumping habe massive Auswirkungen auf die Produktionsbedingungen. Den Landwirten fehle das Geld für eine artgerechte Mast der Schweine. Die Teilnahme von Edeka an der Initiative Tierwohl reicht den Aktivisten nicht, weil jedes Schwein in dem Programm lediglich eine Fläche eines DIN-A-4-Blattes zusätzlich bekomme. Die Anforderungen des Tierschutzgesetzes seien damit nicht erfüllt.

Der umgestaltete Edekamarkt (Bildquelle: Michael Löwa / Greenpeace)

Greenpeace verteilt Infozettel (Bildquelle: Michael Löwa / Greenpeace)

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Fehlende Wahlmöglichkeit?

Gibt es bei Edeka etwa kein Biofleisch? Und wenn es bei Edeka kein Biofleisch gibt, dann kann ich woanders hingehen. Der Konsument hat die Wahlmöglichkeit, wenn er es denn wollte. Mittlerweile gibt es fast in jeder Kleinstadt Bioläden, wo man sich bedienen kann.

von Karlheinz Gruber

Sie wollen das die Schweine artgerecht gehalten werden?

Dann sollte man aber manche Ställe mit Strohhaltung (was in der Natur nicht üblich ist, da Schweine von sich aus keine Vorratshaltung von Stroh haben und die auch nur zur Erntezeit vorhanden ist) verbieten. Wenn hier ehrlich agiert werden würde, würden Sie den Verbrauchern sagen, wir wünschen uns diese Art der Haltung und wissen aber selber nicht, was die Tiere wollen. Wir schätzen das die es wollen.... Ansonsten kann man nur sagen: Weihnachtszeit....Spendenzeit

von Willy Toft

Bekommt man die nur mit einer Spende vom Laden weg?

Das hat schon alles System, auch wenn Edeka die Schweine nicht selbst mästet!

von Wilhelm Grimm

Hat Edeka nicht genug gespendet ?

Greenpeace hat bereits Shell in die Knie gezwungen, obwohl die "Brent Spar"- Story gelogen war. Angebliche 5500 Tonnen Ölrückstände entpuppten sich als etwa 100 Tonnen. Es weihnachtet reichlich dick.

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