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Schultimer der Volksbanken mit 10 Gründen zum Fleischverzicht sorgt bei Landwirten für Kritik

Die Seiten zu „10 gute Gründe, um auf Fleisch zu verzichten“ im neuen Schultimer der Volks- und Raiffeisenbanken sorgen in der Branche für Diskussion. Ein „Frontalangriff auf die eigene Kundschaft"?

Lesezeit: 3 Minuten

Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich in den vergangenen Tagen Fotos zum „Schultimer Kalender 2023-2024“ der Volks- und Raiffeisenbanken durch die landwirtschaftlichen WhatsApp-Gruppen. Der Grund: Auf einer Doppelseite werden „10 gute Gründe, um auf Fleisch zu verzichten“ genannt. Ohne Einordnung. Ohne fundierte Quellenangabe. „Die hier präsentierten „Gründe“ können nur als Frontalangriff auf die eigene landwirtschaftliche Kundschaft gewertet werden und sind aus unserer Sicht in so einer Publikation komplett unangebracht“, schreibt LsV NRW e.V. in einem Schreiben an den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Seit Gründung der ersten Volks- und Raiffeisenbanken als Genossenschaftsbanken seien Landwirte und landwirtschaftliche Betriebe ein Teil der Kernkundschaft und Mitglieder der Genossenschaften. Auch dürfte zumindest in ländlichen Bereichen ein nicht unwesentlicher Teil des Umsatzes im Bereich Landwirtschaft auch und gerade im Bereich der Viehhaltung verortet sein, heißt es weiter. Der Verein kritisiert vor allem die fehlenden wissenschaftlichen Belege. „Ohne im Detail auf jeden einzelnen Punkt einzugehen, erklären Sie uns doch bitte mal exemplarisch die wissenschaftlich belegbaren Zusammenhänge zum Thema Klimakrise?“

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Auch der Bundesverband Rindermast (BVRM) kritisiert die Seiten des Schultimers. Der Bericht stelle die Tierhaltung sehr einseitig in einem schlechten Licht dar. „Gerade die Volks- und Raiffeisenbanken, die sich als Partner der Landwirte sehen, sollten hier auf eine korrekte Berichterstattung achten. Denn die Tierhaltung hat viele positive Aspekte auch für die Umwelt zu bieten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Inhalte des Timers wurden vorher nicht geprüft

Auf die Anfrage der top agrar-Redaktion an den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. bekamen wir eine schnelle Rückmeldung. Die Pressestelle verwies uns an den Dienstleistungs-Partner der Volksbanken und Raiffeisenbanken „DG Nexolution“. Seit 2005 liefere die DG Nexolution Volksbanken und Raiffeisenbanken auf Anfrage einen Schultimer. Der Schultimer wurden durch den Dienstleister bei einem Vorlieferanten eingekauft. Die darin enthaltenen Inhalte wurden weder von DG Nexolution noch von einer Volksbank oder Raiffeisenbank erstellt. „Die Inhalte wurden von uns bedauerlicherweise nicht ausreichend geprüft", heißt es gegenüber von top agrar. „Wir können verstehen, dass Menschen sich an einzelnen Beiträgen stören. Es war nicht unsere Absicht spezifische Bereiche der Landwirtschaft zu diskreditieren."

Das Unternehmen habe 14.000 Schultimer produzieren lassen. Davon wurden rund 12.000 Stück an 46 Volksbanken und Raiffeisenbanken ausgeliefert. DG Nexolution habe den betreffenden Banken einen Ausgabestopp empfohlen. Bis zum Zeitpunkt der Empfehlung wurden nicht alle Schultimer von den Volksbanken und Raiffeisenbanken verteilt. „Die noch vorhandenen Timer nehmen wir zurück, damit keine weiteren in Umlauf geraten“, heißt es weiter.

Einzelne Genossenschaften distanzieren sich

Einige Genossenschaften haben bereits auf die Kritik der Landwirte reagiert und distanzieren sich von dem Schultimer. So schreibt beispielsweise die VR-Bank Westmünsterland eG: „Der Schultimer wird durch unser Haus weder genutzt noch verteilt. Der Timer und die Inhalte bringen unseres Erachtens keine Mehrwerte für die Kinder.“ Die VR-Bank Westmünsterland verstehe sich seit jeher als Partner der Landwirtschaft in der Region.

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