Proteste

Söder sagt Überprüfung der Grundwasser-Messstellen zu

Bayerns Ministerpräsident Söder zeigt sich beeindruckt vom Bauernprotest am Montag. Er will die Grundwassermessstellen nun überprüfen lassen. Zudem will er wieder einen CSU-Agrarminister in Berlin.

Überrascht von den mindestens 2.000 Bauern vor dem Kloster Seeon zeigte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Montag. Die CSU hielt hier ihre Klausurtagung ab.

Die Landwirte forderten von den anwesenden Politikern den Stopp oder zumindest starke Änderungen der neuen Düngeverordnung. Wie die Organisatoren von „Land schafft Verbindung“ mitteilen, sprachen mittags mehrere CSU-Politiker von der Bühne zu den Bauern, u.a. Sebastian Dickow und Claus Hochrein. Die Landwirte kritisieren, die Verteilung der Messstellen für die Düngung sei nicht repräsentativ gewesen.

Söder will Messstellen neu aufrollen

Der Ministerpräsident Söder sagte auf der Kundgebung der Bauern laut Bayerischem Rundfunk zu, dass er vor allem das besonders umstrittene Thema Messstellen neu aufrollen möchte. Eine gute Stunde diskutierten Söder und Dobrindt mit den Landwirten, alles blieb friedlich. Söder kam zusammen mit den CSU-Bundes- und Europapolitikern Arthur Auernhammer, Alexander Dobrindt, Marlene Mortler, Peter Ramsauer und dem ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf die Bühne.

CSU will wieder Bundeslandwirtschaftsminister stellen

Söder sprach auf der Bühne den Wunsch aus, in Zukunft in Berlin wieder einen Landwirtschaftsminister der CSU zu platzieren. Dann gebe es die Möglichkeit, "Dinge wieder direkt anzugehen, anstatt das über drei Ebenen machen zu müssen", sagte er. Das ZDF heute Journal kommentierte später: "Söder muss bei den Landwirten - eigentlich einer treuen CSU-Wählerschaft - um Zustimmung kämpfen."

Klöckner reagiert auf Söder

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) reagierte am Dienstagmorgen bei Twitter wohlwollend auf Söders Forderung. Für die Überprüfung der Messstellen und die Datenmeldungen seien die Länder verantwortlich, schrieb sie. Wenn alle Länder mitmachten, könnte das "vereinheitlicht werden", so Klöckner:

Die Bauern vor Ort ärgerte aber auch zu viel Sorglosigkeit der Verbraucher, wie zwei Milchviehbauern dem BR schilderten: "Weil in der letzten Zeit die Landwirtschaft hauptsächlich für das Klima verantwortlich gemacht wird. Und das ist nicht in Ordnung". Ein anderer Bauer ergänzte: "Da ist auch der Verbraucher gefragt. Man kann nicht nur immer auf andere schimpfen und 'Rettet die Bienen' unterschreiben, aber selbst nichts machen."

Im ZDF heute Journal sagte Landwirt Rudi Schwägerle: "Wir hätten vorher gefragt werden sollen zu unserer Arbeit. Weil die Politiker haben überhaupt keine Ahnung mehr; und keinen Bezug zu der Arbeit der Landwirte. Die haben den Bezug komplett restlos verloren. Die arbeiten nur in der Theorie."

Am Ende der Ansprachen übergaben die Bauern ein 10 Seitigen Forderungsschreiben und eine Stellungnahme zur Düngeverordnung. Im Anschluss zündeten sie ein Mahnfeuer an.

Demo

CSU-Prominenz auf der Bühne (Bildquelle: LsV)

Schild eines Bauern

Schild eines Bauern (Bildquelle: ZDF)

Söder

Söder fordert wieder einen CSU-Landwirtschaftsminister in Berlin (Bildquelle: ZDF)

Trecker

1000 Traktoren sollen zum Kloster gekommen sein, berichten Medien (Bildquelle: ZDF)

Trecker

Rund um das Kloster standen die Traktoren. Die Polizei hielt eine Zufahrtsstraße für die Politiker frei. Die waren offenbar überrascht von der großen Demo (Bildquelle: ZDF)


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Diskussionen zum Artikel

von Andreas Gerner

Söder kam zu gut weg.

Bevor Söder etwas sagen durfte, hätte er erst mal gefragt werden müssen, was denn aus der Entschädigung für die enteigneten 5m Gewässerstreifen geworden ist. Die Initiatoren des Volksbegehrens und die Regierung haben behauptet, über das Kulap wird es Entschädigung geben. Jetzt ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

@ Wittmann

Ok, man kann da auch einen Beigeschmack sehen, wenn man möchte. Ich glaube Schmidts Erläuterungen und Begründungen von damals. Er hat gewusst, dass er kräftig anecken würde, seine eigene Karriere in der Partei und Politik weitgehend absägt, wusste bestimmt, dass es auf seine Stimme ... mehr anzeigen

von Michael Wittmann

Christian Schmidt und Glyphosat

Er hat sich doch damals nicht für uns Bauern beim Glyphosat stark gemacht! Das war reine Lobbyarbeit! Nach seinem Landwirtschaftsministerposten wurde er Mitglied im Aufsichtsrat der Dt. Bahn. Schon vergessen .....?

von Andreas Gerner

@Grimm

Ja es ist gut, dass Schmidt von der Vorgabe aus seinem Haus abgewichen ist und nach seinem Gewissen gestimmt hat (wenngleich dies für die Mehrheitsfindung nicht von Bedeutung war und Ihre Aussage, Glyphosat wäre sonst schon weg, nicht stimmt). ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Nicht nur kritisieren,

denn ohne Schmidt wäre Glyphosat schon verloren. Er ist standhaft geblieben, ein anständiges Mannsbild.

von Hartmut Kümmerle

bis vor 2 Jahren war doch Schmidt Agrarminister.......

Die CSU hat doch fast ausschließlich den Agrarminister in Berlin gestellt. Zu behaupten das war eine gute Zeit für uns Bauern ist mehr wie frech.

von Hermann Kamm

dem Söder glaub ich

gar nix mehr! Der hat uns Landwirte schon beim Thema Rettet die Bienen verkauft!!!!!!!!

von Andreas Gerner

Ob auch nur eine Messstelle überprüft wird?

Söder´s Ankündigung, die Messstellen überprüfen zu wollen ist leider wenig glaubwürdig. Hat er doch nach dem Debakel beim Volksbegehren auch ein "Versöhnungsgesetz" versprochen - ein VERHÖHNUNGSGESETZ ist´s geworden. Außerdem: WARUM ERST JETZT? Seit Jahren ist bekannt, dass die ... mehr anzeigen

von Willy Toft

So ist es richtig, die Bauern hatten sogar eine Plattform mit, damit Söder zu Ihnen spricht!

Wir verlangen ja nichts Ungewöhnliches, nur das wir wieder gehört werden, und das die Politik mal an der Realität ausgerichtet wird! Die Luftschlösser, die uns der Mainstream präsentiert, können nur bedingt mit einfließen, wenn es denn Machbar und Finanzierbar ist! Ich hoffe doch ... mehr anzeigen

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