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Zuviel Fett und Zucker

Foodwatch-Umfrage: Mehrheit befürwortet Werbeschranken für ungesunde Lebensmittel

Die Verbraucherorganisation Foodwatch ärgert sich über die FDP und ihre Blockade gegen schärfere Werberegeln für ungesunde Lebensmittel für Kinder. Eine Umfrage belege, dass die Bürger das wollen.

Lesezeit: 3 Minuten

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen unterstützt die von Bundesagrarminister Cem Özdemir geplanten Beschränkungen für Junkfood-Werbung zum Schutz der Kindergesundheit. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Verbraucherorganisation foodwatch.

Demnach unterstützen 66 % der Befragten das Vorhaben des Bundesernährungsministeriums, die Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt rund um Schulen und Kindergärten sowie im Fernsehen und Internet weitgehend einzuschränken. 67 % der Befragten sind besorgt, dass Kinder und Jugendliche zu viele Snacks und Süßigkeiten essen. foodwatch bezeichnete die Ergebnisse als deutliches Signal an die Ampel-Regierung, umfassende Werbeschranken auf den Weg zu bringen.

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FDP soll Blockadehaltung aufgeben

„Nicht nur medizinische Fachgesellschaften, Kinderrechts- und Verbraucherorganisationen, sondern auch eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger hält Werbebeschränkungen für unausweichlich, um Fehlernährung bei Kindern zu bekämpfen. Die FDP sollte endlich ihre Blockadehaltung aufgeben und den Weg frei machen für das von Ernährungsminister Özdemir geplante Kinderschutz-Gesetz. Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sollte den Liberalen wichtiger sein als die Profitinteressen von Coca-Cola, Ferrero, McDonald‘s und Co“, erklärte Luise Molling von foodwatch.

Obwohl auch viele FDP-Abhänger (56 %) Özdemirs Pläne befürworten, würden die FDP-geführten Ministerien seit Monaten das im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesetzesvorhaben in der Ressortabstimmung blockieren, beklagt Foodwatch. Führende FDP-Vertreter machten zudem öffentlich Stimmung gegen die Pläne zum Kinderschutz: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki ärgerte sich etwa in der Bild-Zeitung über Özdemirs „persönliche Verbotsfantasien“, sein Parteifreund Gero Hocker bezeichnete die Pläne als „Quark-Quatsch des Ministers“. Man wolle nicht „in den Kühlschrank der Bürger hineinregieren“. Werbebeschränkungen würden sogar in den „Erziehungsauftrag der Eltern eingreifen".

Pläne bereits abgeschwächt

Mit ihrer Kampagne konnten die Liberalen dem Ernährungsminister offenbar bereits Zugeständnisse abringen: Eigentlich hatte Özdemir geplant, die Werbung für unausgewogene Produkte im TV, Internet und Hörfunk tagsüber zwischen 6 und 23 Uhr grundsätzlich zu untersagen.

Auf Druck der FDP beschränkt sich die Regelung nun wochentags nur noch auf die Abendstunden. Auch für Plakatwerbung soll es wegen des Widerstands der FDP nun lediglich eine 100-Meter-Bannmeile um Kitas und Schulen, nicht aber um Spielplätze und Freizeiteinrichtungen geben, bedauern die Verbraucherschützer. Die FDP wolle jedoch auch den aktuellen Kompromissvorschlag nicht unterstützen.

Problem Übergewicht bei Kindern

Kinder essen etwa doppelt so viel Süßigkeiten, aber nur halb so viel Obst und Gemüse wie empfohlen. Aktuell sind etwa 15 % der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht und 6 % sogar von starkem Übergewicht (Adipositas) betroffen. Ihnen drohen im späteren Leben Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Jeder siebte Todesfall in Deutschland ist laut Daten der OECD auf ungesunde Ernährung zurückzuführen.

Werbung allgegenwärtig

Laut einer Studie der Universität Hamburg sieht jedes Kind zwischen drei und 13 Jahren pro Tag im Schnitt 15 Werbespots für ungesunde Lebensmittel. 92 % der gesamten Werbung, die Kinder wahrnehmen, vermarktet Fast Food, Snacks oder Süßigkeiten. Allein die Süßwarenindustrie hat 2022 knapp 1 Mrd. € für Werbung ausgegeben. Um Fehlernährung bei Kindern zu bekämpfen, empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erst kürzlich, Junkfood-Werbung gesetzlich einzuschränken.

Kantar befragte Anfang Juli 2023 per Telefon 1.987 in Deutschland lebende Menschen im Alter über 14 Jahre.

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