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topplus F&A Next in Wageningen

Agtech Start-ups präsentieren „intelligente“ Hackmaschinen

Auf der F&A Next diskutierten Akteure aus Food&Agtech über neueste Trends. Klar wird: In der Agrartechnik führt kein Weg an Precision Farming vorbei. Hier überzeugten zwei Start-ups besonders.

Lesezeit: 4 Minuten

Was beschäftigt Start-ups, Forschung und Investoren in der Lebensmittel- und Agrarwirtschaft? Welche Themen sind der neueste Trend? Gestern und heute fand im niederländischen Wageningen das 9. F&A Next Summit statt, um genau diese Fragen zu beantworten. Die Wageningen University und Research ist einer der weltweit führenden Orte, wenn es um Innovationen im Agrarsektor geht.

Auf der Veranstaltung vernetzten sich hunderte junge und alte Unternehmen mit Investoren. Neben zahlreichen Start-up-Pitches diskutierten Unternehmer über Zukunftsthemen wie Vertical und Precision Farming, neue Proteine und Carbon Dioxide Removal. Wir waren vor Ort und stellen zwei der spannendsten Precision Farming-Start-ups vor: Pheno-Inspect und Ullmanna.

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Das Vertrauen in Künstliche Intelligenz fehlt

Bei einer der zahlreichen Vortrags- und Diskussionsrunden drehte sich alles um den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Landwirtschaft. Die scheint in der Welt der Innovatoren mittlerweile fast schon ein alter Hut zu sein. Es gibt kaum Agtech-Start-ups, die noch ohne KI auflaufen. Die Speaker sind sich darüber einig, dass KI das Kernelement ist, um auf geringerer Fläche nachhaltig höhere Erträge zu erzielen und gegen Wetterextreme gerüstet zu sein.

Bis Landwirte solche Technologien in der breiten Praxis anwenden, müsse jedoch erst einmal eine Vertrauensbasis entstehen. Dafür soll man die Bauern auf der ganzen Welt einbinden, sagt Diskussionsteilnehmerin und Product Owner bei UbiOps Anouk Dutrée. Sie führt außerdem aus, welche jüngsten Fortschritte Entwickler im Bereich KI gemacht haben: Wo vor zehn Jahren noch die benötigten Datenmengen den Flaschenhals der KI-Fähigkeiten bildeten, ist heute bereits auf Basis von wenigen Bilddaten eine hohe Informationsverarbeitung möglich.

Wie dieser Fortschritt auf dem Acker aussehen kann, präsentierte der Deutsche Philipp Lottes mit seinem Start-up Pheno-Inspect.

Pheno-Inspect: Unkrautmonitoring mit simplen Drohnen

Das Precision Farming-Unternehmen aus Bonn nutzt Bildverarbeitungstechnologien, damit Landwirte das Unkraut im Feld präziser bekämpfen können. Alles, was es von Seiten der Ackerbauern dafür brauche, sei eine Drohne, die eine Kamera tragen können muss, erklärt Lottes. „Wir bauen sozusagen das Werkzeug, das in den Maschinen steckt und den Landwirten das Leben ein Stück leichter machen soll“, sagt er.

Die so erfassten Bilder der Pflanzenbestände bilden die Basis einer zentimetergenauen Analyse. So können Landwirte schnell und ohne viel Zeitaufwand eine Auflaufbonitur der Pflanzen durchführen. Die Software erstellt auf der gewonnenen Datenbasis Applikationskarten für die Landmaschinen. Statt einer einheitlichen, flächendeckenden Applikation kann die Technologie genau vorhersagen, welches Unkraut wo steht und vermittelt der Maschine, wie es bekämpft werden muss.

Diese Daten sollen Landwirten ermöglichen, die Gesundheit ihrer Felder zu überwachen, weniger chemische Pflanzenschutzmittel aufbringen zu müssen und Erträge zu steigern.

Heute steht das Start-up noch vor dem Problem, dass die Maschinen auf dem Markt noch nicht jede Düse einzeln ansteuern können. Eine Zwischenlösung könnte die Teilbreitenschaltung sein. Doch Lottes ist überzeugt: „In den nächsten Jahren werden aber immer mehr Maschinen standardmäßig mit dieser Technik ausgestattet.“ Aktuell arbeitet Pheno-Inspect mit Saatgutfirmen und Herstellern von Farm Management Systemen, Landmaschinen und Agrarchemie zusammen. Darüber soll die Technologie in die Praxis gelangen. Landwirte aus verschiedenen Ländern der Welt testen die Technik bereits.

Precision Farming: Schlaue Hackmaschinen von Ullmanna

Eine weitere Diskussionsrunde befasste sich ausschließlich mit Smart bzw. Precision Farming. Hier stellte Martin Ullmann, CEO des tschechischen Start-ups Ullmanna, seinen Newman vor. Der Newman ist eine intelligente Landmaschine, die Bodendaten in Echtzeit analysiert und die Bodenbearbeitung so direkt an jede einzelne Pflanze anpasst.

Niemand will Roboter kaufen, das ist Zukunftsmusik. Aber jeder Landwirt fährt heute schon einen Traktor.
Martin Ullmann

Eine Kamerabox nimmt den Bestand in der jeweiligen Reihe auf und verarbeitet die Informationen so schnell, dass die Hackmesser des Newman innerhalb von 15 Millisekunden wissen, was zu tun ist. Die Hackmaschine lässt sich mit jedem Traktor koppeln, also nicht autonom. „Niemand will Roboter kaufen, das ist Zukunftsmusik. Aber jeder Landwirt fährt heute schon einen Traktor“, sagt Ullmann. Das Potential sieht er in gesteigerten Erträgen, gesparten Arbeitskräften und dem reduzierten Einsatz von chemischem Pflanzenschutz.

Auffällig war, dass auch in dieser Runde die Skepsis und das fehlende Vertrauen der Landwirte in Innovationen besprochen wurde. Auf die Frage ins Plenum, ob denn Landwirte unter den Anwesenden waren, gingen lediglich zwei Hände nach oben.

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