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Alles in einer Hand: Selbstversorgung vom Bauernhof

Landwirte, Freunde, Geschäftsführer – Stephan Johannsen, Torben Carstensen und Owe Brodersen setzen auf der James Farm in Hörup bei Flensburg ihr ganz besonderes Hofkonzept um.

Lesezeit: 4 Minuten

Ein Bauernhof, von dem man sich komplett selbst versorgen kann, das ist die Philosophie der James Farm in Hörup, nahe der dänischen Grenze. Von Futteranbau, Tierhaltung über die Verarbeitung zu Käse oder Wurst bis hin zur Vermarktung geschieht alles auf dem Betrieb. Dahinter stehen Stephan Johannsen, gelernter Landwirt, jetzt Unternehmer und die beiden Landwirte Owe Brodersen und Torben Carstensen.Die drei kennen sich schon lange, kommen aus der Nachbarschaft oder haben wie Torben Carstensen ein Lehrjahr auf dem Betrieb Brodersen verbracht.

Den Stein ins Rollen brachte Mitte der 2010er-Jahre Stephan Johannsen. Er ist sowohl Eigentümer als auch Betreiber von sieben Hotels. Während der Planung für ein 5-Sterne-Haus in Flensburg „Das James“ kam ihm die Idee, die Küche des Hotels mit Produkten vom eigenen Hof zu versorgen. Womit die Frage, warum die James Farm „James Farm“ heißt, auch geklärt wäre. „Er erzählte mir davon und ich fand die Idee einfach gut“, sagt Owe Brodersen, der im Nachbarort einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet. Im Zuge der Überlegungen war den beiden schnell klar: „Wir brauchen einen Betrieb.“ Hier kommt Torben Carstensen ins Spiel. Der Jüngste im Trio stand damals kurz vor der Übernahme des elterlichen Milchviehbetriebs. „Kannst du dir vorstellen, den Hof neu zu denken?“, lautete die Frage an ihn. Er konnte.

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Neubau statt Umbau

Die James Farm sollte auf dem Hof von Torben Carstensen entstehen. Schnell war klar, dass der Umbau der vorhandenen Gebäude zu aufwendig und mit zu vielen Kompromissen verbunden sein würde. Deshalb entschlossen sich die Gründer zum Neubau. Anfang 2020 wurden die alten Wirtschaftsgebäude abgerissen und schon Mitte 2021 startete die Produktion in den neuen Gebäuden.

Zur Straße hin steht das Hauptgebäude mit dem James-FarmShop und den Verarbeitungsräumen. Im Obergeschoss befindet sich der Veranstaltungsraum. Auch die Stallgebäude und die Maschinenhalle wurden neu errichtet. Die James Farm besteht aus zwei GmbH & Co. KG. Zur landwirtschaftlichen gehören Ackerbau und Tierhaltung, zur gewerblichen Verarbeitung und Vermarktung. Auch das Betriebsgelände ist geteilt. Hofladen und Verarbeitungsräume sind Teil der gewerblichen, Stallungen und Scheune Teil der landwirtschaftlichen GmbH.

Die GmbH & Co. KG ist angesichts eines Investitionsvolumens von 7,5 Mio. € die passende Gesellschaftsform, denn sie mindert die persönliche Haftung. „Für die Kredite war dennoch eine hohe Eigenkapitalquote erforderlich“, sagt Owe Brodersen ohne Summen zu nennen. Denn die Banken kennen kein vergleichbares Konzept und brauchten deshalb entsprechende Sicherheiten.

Die drei Geschäftsführer haben die Aufgabenbereiche aufgeteilt. Familie Carstensen kümmert sich um die Landwirtschaft, Owe Brodersen hauptsächlich um die Verarbeitung und Vermarktung. Stephan Johannsen hat den kürzesten Draht zu den Partnerhotels. In der täglichen Verwaltung nutzt die James Farm GmbH & Co. KG außerdem Synergien. Buchführung, Lohnabrechnung und Rechnungstellung erfolgt am Sitz der Hotelgesellschaft von Stephan Johannsen. Der befindet sich ebenfalls in Hörup, nur ein Stück die Straße hoch. Regelmäßige Treffen der drei Gründer sorgen dafür, dass immer alle „auf Stand“ sind.

Produkte mit Namen

Milch und Käse, Fleisch und Wurst, Eier – auf der James Farm tragen die Produktfamilien Namen. Passend zum „James“ very british. Die Produkte aus der Molkerei heißen Miss Sophie, alles vom Schwein Mister Charly. Rindfleisch ist Mister Jack, Eier und Eierlikör Miss Herriet und der Honig firmiert unter Miss Rubee. „Die ungewöhnlichen Namen fallen auf und schaffen Aufmerksamkeit“, sagt Geschäftsführer Brodersen.

Bei der Auswahl des Sortiments arbeiten die Lebensmittelhandwerker eng mit den Küchenchefs der Hotels zusammen oder tüfteln gemeinsam an Rezepturen. Verarbeitet wird, was vom eigenen Betrieb stammt. Gewürze oder Kräuter werden natürlich zugekauft aber es gibt beispielsweise keinen Fruchtjoghurt. Nur Honigjoghurt, denn der stammt aus eigener Imkerei. Rund 80 % der Produkte vermarktet die James Farm an die Partnerhotels. Die sind schon eher gehobene Kategorie. Das heißt nicht, dass nur besondere Produkte gefragt sind. Aber es gibt bestimmte Ansprüche. „Weichkäse zum Beispiel sollte nach dem Anschnitt nicht zerlaufen, weil das auf dem Buffet nicht schön aussieht“, erklärt Käserin Malina Michalscheck.

Pläne für die Zukunft

Noch schreibt die James Farm keine schwarzen Zahlen. Dieses Ziel wollen die Gründer in drei bis vier Jahren erreichen. An ihrem Konzept „möglichst viel vom eigenen Hof“ arbeiten sie weiter. Es gibt Pläne für eine eigene Bäckerei und Brauerei, um das hofeigene Getreide zu veredeln. Der nächste Schritt zum „Bauernhof, von dem man sich komplett selbst versorgen kann.“

Dieser Beitrag stammt aus der HOFdirekt, der Fachzeitschrift für Direktvermarkter. Weitere Informationen zu diesem Thema, mehr Fotos und weitere spannende Themen rund um die Direktvermarktung finden Sie unter www.hofdirekt.com

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