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Hofladen mit Bäckerei und Imbiss: Landwirte aus Butzbach verraten ihr Erfolgsrezept

Drei befreundete Landwirte aus Hessen vermarkten die eigenen Produkte in einem neu gebauten Hofladen mit Imbiss und Bäckerei. Durch die günstige Lage ziehen sie viele Berufspendler an.

Lesezeit: 5 Minuten

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in HOFdirekt, dem Magazin für landwirtschaftliche Direktvermarkter.

Schon einige Minuten bevor der Hofladen in Butzbach um 6.30 Uhr seine Türen öffnet, warten die ersten Kunden auf dem großen Parkplatz. Einige haben ihr Frühstück bereits vorbestellt. Der Hofladen der drei Hoffreunde liegt keine 30 km südlich von Gießen, direkt an der Bundesstraße 3 und einen Katzensprung zur A 5 entfernt. „Viele Pendler kommen schon am frühen Morgen und versorgen sich in der Bäckerei mit Frühstück und Snacks“, so Isabelle Burgstaller, die Chefin im Laden. Neben den Backwaren finden die Kunden ein Lebensmittel-Vollsortiment.Viele Produkte stammen von den drei Gründern – den Hoffreunden Stefan, Jan und Maximilian.

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Ein einzelner Hofladen

Das Konzept entstand aus der gemeinsamen Leidenschaft für regional erzeugte Produkte und einer langjährigen Freundschaft. Sie entwickelten ihre eigenen Betriebe lange unabhängig voneinander in unterschiedliche Richtungen. Auf dem Seefeldhof von Stefan Zimmer und seiner Familie dreht sich alles um die Kartoffel. Jan Winter hält auf dem Lindenhof 500 Strohschweine. Bei Maximilian Reuhl stehen Obst- und Spargelanbau im Mittelpunkt. Alle drei hatten einen eigenen Hofladen und boten die Waren der jeweils anderen an.

Dann kam die Idee auf, die Produkte gemeinsam an einem Standort zu verkaufen. Das Grundstück war schnell gefunden. Es gehörte schon vor dem Bau des neuen Hofladens Jan Winter. Die weiteste Anreise zum neuen Standort hat mit 8 km Maximilan Reuhl. Sowohl Jan Winter als auch Stefan Zimmer haben ihre Hofläden mit der Eröffnung des neuen Ladens geschlossen. Nur Maximilian Reuhls Hofladen, Wetterauer Früchtchen, existiert weiterhin.

Das Gebäude

Eröffnet wurde der 150 m2 große Hofladen Ende November 2021. Vor allem das äußere Erscheinungsbild stand beim Neubau im Fokus. „Da alle drei Landwirte zuvor aus einer Scheune heraus verkauften, sollte auch der neue Hofladen einen Scheunencharakter bekommen“, so Isabelle Burgstaller. Erreicht wurde das durch die Holzfassade. Durch einen Vorbau entstand eine witterungsgeschützte Verkaufsfläche sowie ein Gastronomiebereich. Der Innenraum ist großzügig gestaltet.

Auffällig ist die Untersicht des Daches, denn verschieden breite Eschenhölzer wechseln sich ab, die den Blick auf das dahinter liegende Lochblech freigeben. Dieses dient als Akustikpaneel, sonst würde es in dem Gebäude sehr hallen. Wandelbarkeit spielt eine wichtige Rolle. Sowohl die Warenkörbe als auch die LED-Beleuchtung sind durch umlaufende Schienen variabel nutzbar. Eine moderne Luftwärmepumpe mit Wärmerückgewinnung kann die warme Abluft, die die Kühltheken und Kühlhäuser erzeugen, verwenden, um den benötigten Heizenergiebedarf gering zu halten.

Unternehmensstruktur

Auch wenn es so aussieht und nach außen kommuniziert wird, Betreiber des neuen Hofladens sind nicht alle drei, sondern Maximilian Reuhl mit seiner Firma Wetterauer Früchtchen GmbH & Co. KG. Hier sind auch die Mitarbeiter der Hoffreunde angestellt. Der Betrieb kauft die Produkte von den drei Landwirten zu festen Konditionen ein. Jan Winter verpachtet das Grundstück an die Hoffreunde. In den neuen Hofladen investierten die drei 1 Mio. €, wobei etwa 30 % der Arbeiten in Eigenleistung entstanden. „Sonst wäre es noch viel teurer geworden“, sagt Jan Winter.

Das Angebot

Angeboten wird ein Vollsortiment in einem vergleichsweise hohen Preissegment. Betritt man den Hofladen, fällt zunächst die große Bedientheke mit Kasse in der Mitte des Ladens auf. Große, kreativ beschriebene Tafeln ziehen die Blicke auf sich, genauso wie Bierbeißer und Co., die darunter hängen. Auch der Spargel wird in der Saison hier angeboten. Rund um die Theke sind die Produkte platziert. Den Start im Hofladen macht die Backtheke, dann folgen Wein und Secco und das Gemüse. Daran schließt sich die große Kühlschrankreihe an, in der das Fleisch und die Wurst vom Lindenhof angeboten werden. Daneben gibt es dort auch Käse und Milchprodukte aus der Region.

Am Ende finden die Kunden die Kartoffeln vom Seefeldhof sowie die veredelten Produkte wie Kartoffelgratin im Glas, Soßen und Suppen aus der gläsernen Manufaktur. Diese eröffneten Stefan Zimmer und seine Frau Meike parallel mit dem Hofladen. Obst, Gemüse, Getränke und das restliche Trockensortiment kaufen die drei Freunde bei etwa 25 Landwirten mit einer maximalen Entfernung von 100 km ein. Die Produkte der drei Hoffreunde machen mit saisonalen Abweichungen etwa 50 % der Sortimentsvielfalt aus. Auch hinsichtlich des Umsatzes liegt der Anteil bei etwa 50 % des Gesamtumsatzes. Umsatzbringer im Hofladen ist das Fleisch vom Lindenhof.

Die Backwaren bekommen die drei Hoffreunde von zwei Bäckereien aus den umliegenden Ortschaften. Leckereien wie Obstsalate, Salate, belegte Brote, Quiches und Kuchen werden in der angeschlossenen Hofküche zubereitet. Der täglich wechselnde Mittagstisch lockt viele Kunden in den Imbissbereich. „Wir wollen alles verwenden, was gerade Saison hat bzw. was wir nicht mehr verkaufen können“, sagt Isabelle Burgstaller. „Das Bistrokonzept wollen wir mittelfristig ausweiten. Deshalb tüfteln wir auch schon an neuen Rezepten für den Mittagstisch“, erklärt sie.

Isabelle Burgstaller sieht die Argumente für den Einkauf im Hofladen in der vielfältigen und regionalen Produktpalette sowie in der ausführlichen Kundenberatung. Während die drei Hoffreunde das Konzept nach außen repräsentieren, hat vor allem sie die Fäden in der Hand und sprüht vor neuen Ideen. „Das Konzept Hoffreunde endet nicht mit dem Hofladen. Auch ein Lieferdienst oder andere Vermarktungsformen schweben mir vor“, erklärt sie. Weil sie das Konzept von Anfang nicht nur im Hofladen sah, wurde kurz vor der Eröffnung auch noch das Logo geändert. „Wir hatten zunächst den Hofladen als Scheune im Logo, jetzt sind die Umrisse der Hoffreunde zu sehen. Damit sind wir für die Zukunft flexibel.“

Kristin Rotherm

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