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topplus Rinderzucht

2023: Ökozuchtwert für Deutsche Holsteins soll kommen

Spezielle Anforderungen in der Biobranche schlagen auch in der Rinderzucht durch. 2023 soll es daher einen "Öko-Zuchtwert" geben. Mehr zu dem Konzept.

Lesezeit: 3 Minuten

Im kommenden Jahr soll es für die Rasse Holstein einen neuen, ökologisch geprägten Gesamtzuchtwert auf Basis bestehender Merkmale geben. Die Veröffentlichung ist voraussichtlich zur Zuchtwertschätzung im August 2023 geplant. Das gab die Ökologische Tierzucht gGmbH (ÖTZ) kürzlich bei einem Webinar bekannt. Zu der Arbeitsgruppe für den Zuchtwert gehören:

  • Dr. Jens Baltissen, Fachbereichsleiter Zucht und Genetik beim BRS
  • Anke Rolfes, Referentin für Zucht und Genetik beim BRS
  • Dr. Stefan Rensing, vit
  • Porf. Hermann Swalve, Uni Halle
  • Carsten Scheper, Leitung Rinderzucht bei der ÖTZ
  • Guido Simon, Biolandwirt und Holsteinzüchter

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Ergänzung zu RZG und RZ€

Dabei soll der neue Zuchtwert nicht im Gegensatz zum Relativzuchtwert Gesamt (RZG) oder zum wirtschaftlichen Zuchtwert RZ€ stehen, sondern eine sinnvolle Ergänzung abbilden. Er könnte RZÖko heißen und soll die Anforderungen von ökologischen Milchviehbetrieben stärker berücksichtigen. Er soll aber auch mehr Betriebe zur aktiven Zucht motivieren und mehr Transparenz bei der Darstellung von Zuchtwerten schaffen.

Das Ziel sind hohe Lebensleistungen durch gesunde, langlebige Kühe mit hohen Grundfutterleistungen; Robustheit; mittelrahmige, nicht zur scharfe Kühe und die Vermeidung von Extremen. Eine mögliche Zusammensetzung könnte so aussehen:

"Hohe bzw. extreme Leistungen sind für Biobetriebe schwer auszufüttern", sagt Carsten Scheper, der die Rinderzucht bei der ÖTZ leitet. "Vielmehr wollen wir robuste Kühe." Als Hilfsmerkmal soll der Body Condition Score (BCS) dienen. Er korreliert nicht nur posivtiv mit der Nutzungsdauer (RZN), sondern auch negativ mit dem Merkmal Milchcharakter. Da sich der BCS konkret bei Kühen erfassen lässt, bringe er eine gewisse Sicherheit als Merkmal mit sich.

Mithilfe des RZN, der im Vorschlag mit 38 % gewichtet ist, erhoffen sich die Beteiligten ebenfalls Zuchtfortschritt in den Merkmalen Töchterfruchtbarkeit (RZR) und im funktionalen Exterieur. Der zweite Vorschlag beinhaltet eine andere Leistungsgewichtung. Grund dafür ist laut Carsten Scheper, Vererber mit extremen Leistungen und schlechten Milchinhaltsstoffen zu vermeiden zu wollen.

Mehr Daten transparent darstellen

Desweitern fordert die ÖTZ, mehr Daten von Besamungbullen transparent darzustellen. So z.B. die Einzellaktationsmerkmale. "Die Niederlande veröffentlichen beispielsweise die Milchleistungen der einzelnen Laktationen. Die Daten dafür liegen auch in Deutschland vor. Es wäre einfach, diese auch zu veröffentlichen", sagt Carsten Scheper. Es sei ein spannender Aspekt mit Blick auf die Steigerungsfähigkeit eines Bullen.

Zudem schlägt die Arbeitsgruppe vor, das Merkmal "ET-frei" in der Datenbank des vit einzuführen und Bullen, die nicht aus Embryotransfer (ET) stammen, dementsprechend zu kennzeichnen.

Der RZÖko befindet sich aktuell noch in der Entwicklung. Rückmeldungen und Anregungen von Züchtern sind ausdrücklich gewünscht, um das Konzept weiter zu entwickeln.

Anregungen aus der Praxis

Frage: Ist es möglich, das Merkmal Persistenz in den RZÖko aufzunehmen?

Antwort: Der Zuchtwert für Persistenz wird momentan noch nicht offiziell geschätzt. Zudem bezieht er sich auf die Milchleistung von Erstkalbskühen am Ende der ersten Laktation. Für Biobetriebe wäre es sinnvoller zu wissen, wie die Milchleistungskurve verläuft und ob sie einheitlich ist. Deshalb ist es aktuell nicht sinnvoll, die Persistenz in den RZÖko zu integrieren.

Anregung: Die Leistungssteigerung ist wichtig. Deshalb finde ich es sinnvoll, z.B. die dritte Laktation stärker als die erste zu gewichten. Zudem ist der RZN bei Bullen erst richtig aussagekräftig, wenn Töchter die dritte Laktation abgeschlossen haben. Bis es soweit ist, sind die Bullen aber teilweise schon nicht mehr verfügbar.

Anregung: Interessierte Verbraucher werden immer kritscher. Robuste und langlebige Tiere müssen deshalb unser oberstes Ziel sein.

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