Mutterkuhhaltung

Fleischrinder absetzen nach Plan

Ein Hauptziel der Mutterkuhhaltung sind frohwüchsige Kälber, die auch nach dem Absetzen in der Mast weiter gute Leistungen erzielen. Wie das gelingt, zeigt unsere Autorin.

Unsere Autorin: Anne Wegerhof, Fachberatung Naturland, Sankt Blasien, Baden-Württemberg

Egal, ob für die eigene Weitermast am Hof oder den Verkauf in einen Mastbetrieb: Mastfähigkeit und Frohwüchsigkeit sind entscheidend für gute Absetzer aus der Mutterkuhhaltung. Aber was braucht es für einen guten Absetzer? Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Absetzen? Und warum überhaupt?

Unter Neun Monaten

Eine Mutterkuh ist im Grunde nichts anderes als eine Milchkuh, nur auf einem anderen Milchleistungsniveau. Damit braucht auch diese eine ausreichende Trockenstehphase, damit sie sich gut auf die Geburt vorbereiten, ihr Euter regenerieren und Biestmilch bilden kann. Das Absetzen sollte daher spätestens mit neun Monaten stattfinden.

Neben der neunmonatigen Säugeperiode hat sich in der Praxis mittlerweile auch eine siebenmonatige Säugeperiode etabliert. Einzelne Betriebe schwören bei guter Anfütterung darauf, die Kälber sogar bereits mit fünf Monaten abzusetzen. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass die Kühe bis zur nächsten Kalbung verfetten.

Wichtig ist auch: Je früher die Kälber von ihren Müttern getrennt werden, desto früher muss die Anfütterung zur optimalen Pansenentwicklung erfolgen.

Die Kälber länger als neun Monate bei den Müttern zu lassen, ist im Hinblick auf die spätere Mast und das mögliche Wachstumspotenzial bis zum zwölften Lebensmonat hingegen nicht empfehlenswert. Solange Milch ein fester Nahrungsbestandteil für die Kälber ist, werden sie die Aufnahme von Grundfutter auf das Notwendige beschränken.

Trennungsschmerz und Absetzstress

Die Trennung von Kalb und Kuh bedeutet immer Stress für beide – ganz ohne geht es nicht. Landwirte können mit einigen Vorgehensweisen allerdings versuchen, das Absetzen so schonend wie möglich zu gestalten:

  • Aus den Augen, aus dem Sinn: Es hat sich in der Praxis bewährt, die Absetzer außer Sicht- und Hörkontakt der Mutterkühe zu bringen. Nur durch einen Weidezaun lassen sich die Halbstarken nicht von ihren Müttern abbringen.
  • Mutterkühe sind in den ersten Tagen nach der Trennung oft unruhig und nervös. Ein Ortswechsel, wie beispielsweise eine neue Weide, lenkt in der Regel ab.
  • Absetzer, die bereits frühzeitig angefüttert werden und andere Futtermittel als Milch und Weidegras kennen, lassen sich mit...


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