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FrieslandCampina: „Wir bleiben in Deutschland“

Die Nachricht, dass FrieslandCampina das Deutschlandgeschäft verkauft, war ein Schock für viele Mitglieder. Wie es nun weitergeht, erklärt Hans Stöcker im Interview.

FrieslandCampina Germany will sich in Zukunft auf die Vermarktung und den Vertrieb seiner internationalen Marken Valess, Chocomel, seiner Käsemarken sowie der im Ausland produzierten Handelsmarken fokussieren. Dazu verkauft die niederländische Molkereigenossenschaft drei deutsche Werke und die deutschen Marken wozu auch die Premiummarke Landliebe gehört. Hans Stöcker ist im Aufsichtsrat von FrieslandCampina und erklärt den Hintergrund der Entscheidung.

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Die Nachricht, dass Royal FrieslandCampina (RFC) das Deutschlandgeschäft an die Unternehmensgruppe Theo Müller verkauft, war ein Paukenschlag in der Branche. Haben Ihre Mitglieder damit gerechnet?

Stöcker: Nein, auch für sie kam die Info sehr überraschend.

Wie reagieren die Bauern?

Stöcker: Die Landwirte sind aufgebracht. Bei den Mitgliederversammlungen wurde sehr impulsiv und emotional diskutiert. Insbesondere die Tatsache, dass die Marke Landliebe nicht mehr zu FrieslandCampina gehört, ist im ersten Moment für viele nicht nachvollziehbar. Unsere Bauern haben Landliebe mit aufgebaut und identifizieren sich mit der Marke. Wenn ein Verbraucher jemanden von unseren Mitgliedern gefragt hat, wie sie ihn als Milchviehhalter unterstützen können, konnten sie zum Kauf von Landliebe-Produkten raten. Das fällt jetzt weg.

Wie erklären Sie Ihren Mitgliedern diese Entscheidung?

Stöcker: In Deutschland ist es uns trotz aller Anstrengungen in den vergangenen 20 Jahren leider nicht gelungen, den Garantiepreis zu erwirtschaften, die Kosten zu decken und Rücklagen zu bilden. Und das, obwohl die Marke Landliebe trotz der Corona- und der Ukrainekrise weiter gewachsen ist. FrieslandCampina legt Wert darauf, alle Genossen gleich zu behandeln. Egal, ob sie Milch in Deutschland, den Niederlanden oder in Belgien produzieren. Das bedeutet auch, dass alle den gleichen Garantie- und den gleichen Leistungspreis bekommen. Wir sehen den Schritt als notwendige Konsequenz, um unseren Mitgliedern auch weiterhin einen überdurchschnittlichen Milchpreis zahlen zu können und das Deutschlandgeschäft nicht weiter quersubventionieren zu müssen.

Welche Rolle spielt der Handel dabei, dass RFC in Deutschland keinen ausreichenden Gewinn erwirtschaften...

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