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topplus Hightech in einfacher Hülle

Früher Anbindehaltung der Milchkühe, jetzt Melkroboterstall

Um flexibler zu werden, haben sich Thomas und Kathrin Stadler für einen Roboterstall entschieden. Mit einer einfachen Stallhülle und viel eigenem Holz konnten sie die Baukosten begrenzen.

Lesezeit: 3 Minuten

Fortsetzung von "Wege aus der Anbindehaltung":

Für Thomas (35) und Kathrin Stadler (35) aus Irschenberg im Landkreis Miesbach stand schon länger fest, dass sie weiter Milchkühe halten wollten. Nicht nur sie beide haben Freude an der Milchviehhaltung. Auch ihre vier Söhne Seppi, Baptist, Mathias und Florian sind bereits mit Feuereifer dabei.

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Schwierige Arbeitswirtschaft

Doch die Arbeitswirtschaft im 27 Jahre alten Anbindestall war eine echte Herausforderung, zumal Thomas Stadler nebenher mit seinem Vater noch einen Viehhandel betreibt. Dafür half seine Mutter regelmäßig beim Melken.

Stadlers kombinierten die Anbindung der Kühe mit Weidegang, weil ihre 37 ha Grünland und 3 ha Ackerland direkt an den Hof angrenzen. Zudem halten sie kein Jungvieh. Sie vermarkten alle Kälber und kaufen Jungkühe oder hochträchtige Kalbinnen zu.

Das Ehepaar überlegte zunächst, den vorhandenen Stall für 40 Kühe umzubauen. Doch dafür fand sich wegen der schwierigen Platzverhältnisse am Standort keine geeignete Lösung.

Flexibler mit Melkroboter

Um arbeitswirtschaftlich flexibler zu werden, favorisierten Stadlers einen neuen Stall mit Melkroboter. „Vor allem morgens kollidierte die Stallzeit immer mit der Vorbereitung der Kinder für die Schule oder den Kindergarten“, erinnert sich Kathrin Stadler.

Damit der Melkroboter ausgelastet ist, planten Stadlers einen Neubau für 72 Kühe. Damit erfüllten sie auch die Vorgaben für die Besatzdichte bei der Investitionsförderung, die 2 GV pro ha nicht überschreiten darf.

Weil die Hauptlast der Stallarbeit an Kathrin Stadler hängt, investierte das Ehepaar auch an anderer Stelle in die Automatisierung. Sie kauften einen Futternachschieber und einen Güllesaugroboter, der alle zwei Stunden die Gülle von den Laufgängen entfernt.

Dafür sparten Stadlers beim Unterbau und bei der Stallhülle. Bis auf den Querkanal mit 2x14 m ist der Boden planbefestigt. Allerdings sind alle Laufflächen mit korundbeschichteten Gummimatten belegt. Der Korund soll dafür sorgen, dass die Klauen Abrieb haben.

Die Hülle besteht aus zwei 54 m langen gegenständigen Pultdächern mit einer Dachneigung von jeweils nur 5°. Weil die Dächer eine 2 m breite Öffnung über dem Fressgang lassen, steht jeder Kuh 1,5 m2 nicht überdachte Lauffläche zur Verfügung.

Bienenweide auf dem Dach

Statt einer Eindeckung mit Ziegel oder Blech wird das Dach begrünt. Auf der Holzverschalung ist eine Teichfolie befestigt. Darüber liegt eine Drainagematte und ein Granulat aus Kompost und Ziegelbruch, in das eine Bienenweidenmischung eingesät ist.

Für Stadlers hatte die Zimmermanns-Konstruktion einen großen Vorteil. Bis auf einige Binder konnten sie ihr eigenes Holz verwenden. „Wir haben rund 200 fm Holz geschlagen und daraus mit einem mobilen Sägewerk alle Balken und Bretter geschnitten, die uns der Zimmermann in seiner Holzliste vorgegeben hat“, berichtet Thomas Stadler. Der Rundholzpreis sei damals so niedrig gewesen, dass es naheliegend war, die Bäume für den Bau des Milchviehstalls zu nutzen.

Einschließlich der Güllegrube mit 1.000 m3, einem Fahrsilo und der Technik kamen Stadlers auf Gesamtkosten von 730.000 €, als sie im Dezember 2021 in den neuen Stall einzogen.

Entspannteres Arbeiten

Nach drei Monaten im neuen Stall sind die Erfahrungen durchweg positiv. Die Kühe haben den Melkroboter gut angenommen. Vor allem für Kathrin Stadler ist das Arbeiten jetzt deutlich entspannter. „Vorher war das Melken die Hauptarbeit, jetzt verrichte ich die anderen Arbeiten wie Kälbertränken nebenher“, zeigt sich die junge Landwirtin sehr zufrieden.

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