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Gummimatten für Kälber: Das bietet der Markt

Bullenmäster müssen bis 2024 bestehende Ställe mit Betonspalten auf weiche Beläge umrüsten. Wir stellen Lösungen von Herstellern sowie die Erfahrungen einer Tierarztpraxis vor.

Lesezeit: 3 Minuten

Im Februar 2024 endet die Übergangsfrist für Rinderhalter, um Bongossi- oder Betonspaltenböden im Kälberstall umzurüsten. Ab dem Zeitpunkt dürfen Kälber nach der geänderten ­Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) nur noch auf weichen oder elastischen Böden gehalten werden. Das bedeutet eine Umstellung auf Stroh oder – bei vorhandenen Spaltenböden – die Nachrüstung mit Gummimatten.

Diese Lösungen bieten die Firmen

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Doch was ist bei der Umrüstung von älteren Ställen auf Gummiböden zu beachten? Und was bieten die Firmen hierzu an?

Auf dem Markt gibt es verschiedene Mattenvarianten, die die Tierhalter selbst installieren können. Ein Hinweis dazu, ob die Produkte der TierSchNutztV entsprechen, gibt die Norm DIN 3763 (Elastische Stallbodenbeläge im Lauf- und Liegebereich von Rindern und Milchkühen), die im Jahr 2020 verabschiedet wurde.

Aus der Praxis: Erfahrungen mit Gummimatten

Die tierärztliche Gemeinschaftspraxis BSB aus Bersenbrück (Niedersachsen) hat schon längere Zeit Erfahrungen mit Gummimatten. „Einige unserer Kunden haben schon vor fünf Jahren angefangen, auf Gummimatten umzurüsten“, sagt Dr. Eduard Debletz. Was die Tierärzte festgestellt haben:

  • Bei den Bullen kommt es zu weniger Druck- und Schürfstellen, auch Klauenverletzungen sind in einigen Betrieben zurückgegangen.
  • Die Tiere (Kälber und Bullen) liegen mehr als auf unelastischen Böden.
  • Viele Landwirte hatten befürchtet, dass sich die Tiere wegen der Rutschgefahr schneller verletzten. Die Tierärzte haben aber keine Zunahme von Brüchen oder Bänderverletzungen bei den Kälbern festgestellt.
  • Festzustellen ist, dass sich die Klauen weniger abnutzen als auf Betonböden.
  • Ob sich Kälber auf Stroh oder Gummi besser entwickeln, hängt von der Herkunft ab: Haben sie im vor­herigen Betrieb auf Stroh gestanden, müssen sie sich erst an das Gummi gewöhnen.
  • Zur richtigen Pflege gehört auch ein geeignetes Desinfektionsmittel, das das Gummi nicht angreifen darf.
  • Die meisten Landwirte haben die Matten selbst verlegt.

Weitere Infos: www.tierarztpraxis-bsb.de

Versuch: Höhere Aktivitäten auf Gummiboden

Die Aktivität von Mastbullen ist auf Spaltenböden mit Gummiauflage deutlich höher als auf Betonspalten. Das sind erste Ergebnisse eines mittlerweile seit drei Jahren laufenden Versuchs des Brandenburgischen Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) in Kooperation mit der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung in Groß Kreutz. Die Bullen werden in der Lehr- und Versuchsanstalt von 8 bis 16,5 Monaten gemästet, ein Versuchsdurchgang umfasst also 8,5 Monate. Die Aktivi­täten werden mit dem Transpondersystem von Cattledata gemessen.

Im ersten Versuchsdurchgang gab es in der Bucht mit Gummiauflage im Schnitt pro Tier und Tag 172 Wechsel im Liegebereich innerhalb der Bucht, in der Vergleichsgruppe auf Beton lediglich 112. Für ein höheres Maß an Tierwohl auf Gummimatten spricht, dass es im ersten Durchgang in der Betonspaltenbucht fünf Tiere mit Gelenks- und Klauenerkrankungen gab, in der Gummibucht keinen einzigen Fall.

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