Jetzt einfacher

Hessen: Hofnahe Schlachtung ermöglicht hohe Standards beim Tierwohl

Die hessische Landestierschutzbeauftragte informierte vergangene Woche Landwirtschaft und Metzger über die rechtlichen Grundlagen und die Umsetzung einer hofnahen Schlachtung in der Praxis.

Zu einer Informationsveranstaltung zur hofnahnen Schlachtung hatte das hessische Agrarministerium am 17. November geladen. Umweltstaatssekretär Oliver Conz stellte eingangs klar, dass Tierwohl nicht am Hoftor ende.

"Bei der hofnahen Schlachtung geht es darum, den Tieren Leid zu ersparen. Verbraucherinnen und Verbraucher mahnen das im Zusammenhang mit Lebensmitteln aus Fleisch immer wieder zu Recht an", so Conz. Im Namen der Landesregierung sicherte er zu, die hofnahe Schlachtung unterstützen zu wollen, da diese den Tieren auch unnötige Transportwege und Stress erspare. "Diese Form der Schlachtung ist damit klimafreundlicher, da Transportwege und damit CO²-Emissionen entfallen und die Fleischqualität ist besonders hoch, da Tiere stressfrei geschlachtet werden.“

Gesetzliche Vorgaben gelockert

Die Hybrid-Veranstaltung der Hessischen Landestierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin wurde in Zusammenarbeit mit ihrer Amtskollegin aus Baden-Württemberg, Dr. Julia Stubenbord und dem Verband der Landwirte mit handwerklicher Fleischverarbeitung e.V. (vlhf) durchgeführt. Interessierte aus ganz Deutschland informierten sich zunächst über die aktuellen EU-Vorgaben, die den gesetzlichen Rahmen für die verschiedenen Varianten der hofnahen Schlachtung bilden.

Seit kurzem ist es möglich, dass mehr Betriebe als bislang diese Form der Schlachtung durchführen. Erfahrungsberichte zeigten außerdem sehr anschaulich, wo bei der hofnahen Schlachtung von Rindern, Schweinen und Geflügel Möglichkeiten aber auch Herausforderungen liegen.

Artikel zu den neuen EU-Regelungen und der Beantragung (pdf)

Mobile Schlachtwagen waren Hingucker

Ein besonderes Highlight war die Ausstellung im Außenbereich des Tagungsortes in Hüttenberg: Drei Anbieter hatten ihre Schlachtmobile mitgebracht. So bestand die Möglichkeit, diese zu besichtigen und mit den Entwicklern direkt zu sprechen. Es wurde deutlich, dass sehr unterschiedliche technische Lösungen gesetzeskonform sein können. Damit gelang der Veranstaltung der Brückenschlag von den rechtlichen über die technischen Grundlagen bis hin zur praktischen Umsetzung der hofnahen Schlachtung im Haltungsbetrieb.

„Ich freue mich, dass die Veranstaltung so gut besucht war und wir damit einen wichtigen Beitrag zur bundesweiten Diskussion leisten konnten. Das Land Hessen ist Vorreiter beim Thema hofnahe Schlachtung und wir haben nun endgültig die Praxisphase eingeläutet“, berichtete die Hessische Landestierschutzbeauftragte Dr. Martin im Anschluss an die Veranstaltung. [Link auf https://tierschutz.hessen.de/nutztiere/schlachten/weideschlachtung-mittels-kugelschuss-und-hofnahe-schlachtung]

Informationsseite des Ministeriums zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Sachsen plant als Teil des Umbaus der Landwirtschaft den Wiederaufbau regionaler und hofnaher Schlachtstrukturen. Es sei ein Fehler gewesen, auf Zentralismus zu setzen.

Zufrieden zeigen sich Tierhalter in Niedersachsen über die neue Möglichkeit, bis zu drei Rinder, sechs Schweine oder drei Pferde auf dem Hof mit einer mobilen Einheit schlachten zu dürfen.

Baden-Württemberg

Mobil schlachten wird einfacher

vor von Silvia Lehnert

Tierhalter, die ihre Tiere im eigenen Betrieb schlachten wollen, haben es künftig in einigen Punkten leichter, müssen aber mehr dokumentieren.

Landwirt und Mobilstallhalter Matthias Mayr entwickelte eine mobile Schlachteinheit für Geflügel. So will er die regionale Wertschöpfung halten und das Tierwohl steigern. Mehr über sein Konzept...