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Haltungsform Milch: Label für mehr Tierwohl

Haltungsformstufen, QM+, DLG-Tierwohllabel, Initiative Tierwohl Rind – in diesem Jahr sollen einige neue Label an den Start gehen. Wir geben Ihnen einen Überblick, was auf die Landwirte zukommt.

Lesezeit: 5 Minuten

Der Handel will mehr Tierwohl – nicht nur bei Fleisch, sondern auch bei Milch. Dieses Jahr gehen mit QM+ von QM-Milch, dem Label der Deutschen Landwirtschafts-­Gesellschaft (DLG) und der Initiative Tierwohl Rind gleich drei neue Programme an den Start. Alle drei sollen sich in Haltungsformstufen einordnen lassen. So will der Handel mehr Tierwohl etablieren und Verbrauchern beim Einkauf die Entscheidung zu mehr Tierwohl erleichtern.

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Vier Stufen

Haltungsform

„Haltungsformstufen“ ist ein vierstufiges Programm, an dem sich verschiedene Lebensmitteleinzelhändler beteiligen. Es teilt sich auf in vier Kategorien:

  • Stufe 1: Stallhaltung
  • Stufe 2: StallhaltungPlus
  • Stufe 3: Außenklima
  • Stufe 4: Premium

Die Kategorien stellen unterschiedliche Anforderungen an die Erzeuger. Ziel des Programms ist, Ordnung in die Vielzahl der auf Verpackungen aufgedruckten Label zu bringen, in dem sie in eine der vier Kategorien eingruppiert werden. Der Initiator eines Labels kann dieses bei dem Träger von Haltungsformstufen der „Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung“ einreichen. Der bewertet es und stuft es entsprechend ein. Nur Lebensmittelhändler, die an Haltungsform teilnehmen, dürfen die Haltungsformstufen ausloben. Aktuell gehören beispielsweise Aldi, Lidl, Netto, Edeka, Rewe und Kaufland dazu.

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QM+

Neues Label von ­QM-Milch

QM-Milch hat ein neues Label namens „QM+“ entwickelt, mit dem sich Milch in Haltungsform 2 einteilen lassen soll. Der bekannte, bisher geltende QM-Standard entspricht nämlich „nur“ Haltungsform 1.

QM-Milch hat im vergangenen Jahr deshalb in Abstimmung mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), Landwirten, Molkereien und der Initiative Tierwohl (ITW) Kriterien erarbeitet, die über die Haltungsform 1 hinausgehen. Sie umfassen u.a. eine intensivierte tierärztliche Bestandsbetreuung, die Teilnahme am Antibiotikamonitoring sowie am Schlachtbefunddatenprogramm. „Die Kriterien von QM+ stehen seit Ende Dezember endgültig fest“, erklärt QM-Milch Geschäftsführer Ludwig Börger. Auch der Zuschlag in Höhe von 1,2 ct/kg für QM+-zertifizierte Betriebe sei in trockenen Tüchern.

Einige Landwirte befürchten, dass ein Mehrwert ausbleibt. Andere halten die Kriterien von Haltungsform 2 bei entsprechender Vergütung für durchaus machbar. Schwieriger dürfte es aber für Betriebe mit alten Ställen oder Anbindehaltung werden. Ludwig Börger erklärt: „Die Landwirtschaftskammer hat die Zuschlagshöhe im Vorfeld berechnet. Sie ist nicht in Stein gemeißelt. Sollte sich herausstellen, dass das Geld nicht reicht, müssen wir den Tierwohlaufschlag nachjustieren.“ Die Auszahlung des QM+-Zuschlags wickeln die Molkereien ab. Auch sie sollen einen Zuschlag für den erhöhten Logistikaufwand bekommen. Allerdings ist dafür keine konkrete Summe festgelegt.

Nur ein Teil der als QM+ erfassten Milchmenge landet in deutschen Supermarktregalen. Ausländische Abnehmer zahlen den Mehrwert von Haltungsform 2 nicht. Ab April soll die QM+-gelabelte Milch im Handel erhältlich sein. Noch dieses Jahr will QM-Milch einen weiteren QM-Standard entwickeln, um Milch in Haltungsform 3 einteilen zu können.

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DLG-Tierwohl-Label

Zweites Milchlabel

Auch die DLG hat im Austausch mit Landwirten, Molkereien und dem LEH ein Milch-Label entwickelt. Sie legt gleich für jede Haltungsformstufe ein Programm auf den Tisch: „Basis“ für Stufe 1 und „Bronze“, „Silber“ und „Gold“ für die Stufen 2 bis 4. Während sich die Kategorien Basis und Bronze noch in der Prüfung zur Anerkennung befinden, hat die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls Silber und Gold bereits anerkannt. „Sie sollen im Laufe des ersten Quartals 2022 im Handel zu finden sein“, erklärt Projektleiterin Janna Künzel. Mehrere Molkereien hätten sich zur Programmteilnahme bereit erklärt.

Das DLG-Label umfasst 36 Kriterien, die je nach Stufe in unterschiedlichem Umfang erfüllt werden müssen. Es gibt acht K.O.-Kriterien, wie zu wenig Platz pro Tier, Tier-Liegeplatz-Verhältnis oder Haltungsbedingungen.

Warum ein zweites Milchlabel? Kenner der Branche schildern den möglichen Hintergrund: „Die Arbeit von QM-Milch ging dem Handel nicht schnell genug. Er wollte mehr Tempo in die Sache bringen und hat die DLG beauftragt, parallel einen Standard zu entwickeln.“ Insider glauben, dass der DLG-Standard im Handel nur eine untergeordnete Rolle spielen wird. Laut DLG findet das Programm jedoch große Beachtung.

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ITW Rind

Ein Label für ­Rindfleisch

Die Initiative Tierwohl (ITW) geht dieses Jahr auch für die Rinderhaltung an den Start. Das Rindfleisch der am Programm teilnehmenden Betriebe soll in Haltungsform 2 eingruppiert werden. Experten glauben, dass viele Rinderhalter bereits heute die Anforderungen ohne großen Mehraufwand erfüllen und sich besser am Markt positionieren können.

Die ITW Rind ist im Schulterschluss mit dem QM+-Standard entwickelt worden. Die Kriterien sind so miteinander abgestimmt, dass QM+-zertifizierte Betriebe ihre Schlachtkühe ohne zusätzliches Audit über das ITW-Programm vermarkten können. Einen festgelegten Bonus für Schlachtkühe soll es nicht geben – für Bullen schon. Hier stehen 11 bis 13 ct/kg SG im Raum. Die ITW Rind ist zunächst für Milcherzeuger, Bullen- und Kälbermäster vorgesehen. Die Anmeldung erfolgt über Bündler. Für die Teilnahme ist ein erfolgreich bestandenes Erstaudit erforderlich. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.

Mehr Tierwohl ist das Ziel des LEH. Verbraucher sollen sich mit Siegeln schneller dafür entscheiden können.

Die Haltungsformstufen sollen dem Kunden als schnelle Orientierungshilfe dienen.

Milch und Rindfleisch sollen in diesem Jahr ebenfalls in die Haltungsformstufen eingeteilt werden.

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