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topplus Kupfer und Selen

Tipps zum Mineralfutter auf der Weide: Stein, Wanne oder lose?

Mineralstoffe sind wichtig für die Fruchtbarkeit und das Leistungsniveau. Auch auf der Weide ist eine Ergänzung daher sinnvoll und notwendig. Ein Fütterungsexperte gibt Tipps.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Weidesaison ist in vollem Gange. Doch während wir im Stall eine genaue Ration berechnen, um die Kühe optimal mit allen Nährstoffen zu versorgen, beschränkt sich die Fütterung der Weidetiere meist auf den Grasaufwuchs. Dabei gerät die Versorgung mit Mineralstoffen schnell in Vergessenheit. „Doch vor allem Kupfer und Selen sind in der Regel nicht ausreichend vorhanden“, sagt Prof. Heiko Scholz von der Hochschule Anhalt. Das gelte insbesondere auf extensiven Standorten, wo wenig gedüngt wird. Teils fehlen auch Zink und Jod.

Mögliche Folgen eines Spurenelementmangels: Die Fruchtbarkeit ist schlechter. Weibliche Tiere kommen schlechter in Brunst und ein Selenmangel erhöht das Risiko für Nachgeburtsverhalten und Gebärmutterentzündungen. Die Leistung der Tiere sinkt und sie sind anfälliger für Infektionen. Auch die täglichen Zunahmen von Kälbern aus der Mutterkuhhaltung bleiben zurück.

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Grasaufwuchs beproben

Der Bedarf an Kupfer liegt bei etwa 10 mg/kg Trockenmasse (TM). Im Weidegras sind laut Heiko Scholz etwa 4 bis 5 mg/kg TM enthalten. Vom Selen sollten Rinder etwa 0,2 mg/kg TM aufnehmen. Grünlandbestände bieten meist weniger als 0,05 mg/kg TM. Rinder sollten im Durchschnitt etwa 20 kg TM täglich aufnehmen. Der Gehalt von Spurenelementen hängt dabei vom Boden und von der Düngung ab. Ob mineralisch oder organisch gedüngt wird, spielt keine Rolle.

Bei einer Schnittnutzung ist die Weidequalität aufgrund der voran gegangenen Düngung deutlich besser."
Heiko Scholz

Daher biete sich die Ernte des ersten Aufwuchses an, um danach mit der Beweidung zu beginnen. Doch unabhängig von den Richtwerten empfiehlt der Tierernährer, den Grasaufwuchs im Labor untersuchen zu lassen: „Nur so wissen Landwirtinnen und Landwirte, welche Nährstoffe tatsächlich im Weidefutter sind.“

Stein, Wanne oder lose?

Rinder sollten täglich etwa 60 bis 80 g Mineralfutter aufnehmen. Bei der Wahl des passenden Ergänzungsfuttermittels ist neben der Inhaltsstoffe auch die Handhabung im Betrieb entscheidend:

Lecksteine:

  • Die Aufnahme ist mit durchschnittlich 20 g je Tier und Tag gering und nicht kontrollierbar.
  • Lecksteine brechen schnell auseinander. Die Bruchstücke liegen auf dem Boden und verschmutzen.
  • Bei Regen lösen sich Lecksteine auf.

Leckmassen/-wannen:

  • Durch die enthaltene Melasse sind Leckmassen süß und schmackhaft. Das steigert die Aufnahme. Die Hochschule Anhalt hat Mengen zwischen 60 und 150 g je Tier und Tag gemessen.
  • Insbesondere bei überständigem Futter fördern Leckmassen die Faserverdauung, da sie lösliche Kohlenhydrate enthalten.
  • Regen ist unproblematisch. Das Wasser verbleibt in der Wanne und die Tiere nehmen es auf.
  • Damit die Tiere gleichzeitig Zugang haben, sind mehrere Wannen sinnvoll.

Lose Ware:

  • Lässt sich gut in z. B. Getreidemehl oder eine Ration zum Zufüttern einmi- schen. Das sichert die Aufnahme.
  • Loses Mineralfutter nicht unter freiem Himmel anbieten. Tiere nehmen es nach Regen nicht mehr gerne auf (kein Zucker/Melasse enthalten).

Grundsätzlich ist die Platzierung von Mineralfutter in Tränkennähe sinnvoll, damit die Rinder kurze Wege haben.

Der effektivste Weg ist, loses Mineralfutter in eine Ration zum Zufüttern einzumischen."
Heiko Scholz

Die Hochschule Anhalt hat bereits Versuche zur Mineralstoffaufnahme gemacht. Das Ergebnis: Weidetiere, die zusätzlich eine mineralisierte Ration aufnahmen, waren besser versorgt, als Tiere mit einer freien Aufnahme von Mineralfutter. Wenn das nicht möglich ist, empfiehlt der Wissenschaftler Leckmassen anstatt Lecksteine, um die Tiere zu versorgen.

Kot kontrollieren

Die tatsächliche Mineralstoffversorgung der Weidetiere lässt sich mit Kotproben untersuchen. Rinderhalter können dazu sieben bis zehn frische, einzelne Kotproben von der Weide sammeln, diese zu einer Poolprobe vermischen und im Labor untersuchen lassen. Um die Aussagekraft zu erhöhen, sind mehrere Analysen im Laufe der Weidesaison hilfreich.

Kotproben bieten eine gute Aussagekraft über die Versorgung mit Calcium, Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt und Molybdän. Weniger gut lassen sich darüber Phosphor, Magnesium und Selen untersuchen. Dort können Blutproben genauere Ergebnisse liefern. Harnproben sind für Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium geeignet.

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