Deckbullen

Neue Vorschriften für mehr Arbeitsschutz

Die Berufsgenossenschaft hat ihre Vorschriften für die Arbeit mit Rindern verschärft. Neue Regeln gibt es für die Haltung von Deckbullen und das Behandeln von Tieren in der Herde.

Rund 5.140 Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit Rindern gab es 2020 bundesweit. Über 400 meldepflichtige Unfälle (mehr als drei Krankheitstage) entstanden bei der Arbeit mit Bullen. Zwei endeten tödlich, 2019 sogar fünf. „Rinderställe sind einer der größten Unfallschwerpunkte in der Landwirtschaft“, sagt Manfred Eggers von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Er hat sich auf die ­Unfallprävention in der Rinderhaltung spezialisiert.

Unfälle vermeiden

Ein hohes Risiko sieht der Berater in der Arbeit mit Deckbullen. Vor allem, wenn sie in der Herde mitlaufen. „Auch umgängliche Bullen können ganz plötzlich zur Gefahr werden und das in alltäglichen Situationen, wie dem Treiben der Kühe zum Melken. Dabei gibt es oft keine Fluchtmöglichkeit für den Menschen.“ Die zweitgrößte Gefahr im Umgang mit Rindern ist laut Eggers das Behandeln oder Untersuchen von Tieren. Besonders, wenn andere Rinder frei herumlaufen.

Viele dieser Unfälle wären vermeidbar. Weil die Regelungen bisher nicht ausreichend waren, hat die SVLFG die Unfallverhütungsvorschrift neu formuliert. Die neue „Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Tierhaltung“ (VSG 4.1) regelt den Umgang mit Tieren und bauliche Maßnahmen.

Antworten auf die häufigsten Fragen zur neuen Vorschrift finden Sie hier: www.svlfg.de/faq-vsg-4-1

Deckbullenbucht ist Pflicht bei Milchkühen

Mit der neuen Vorschrift hat die SVLFG unter anderem die Haltung von Deckbullen konkretisiert: Deckbullen dürfen nicht mehr frei in einer Milchviehherde mitlaufen. „Bei Jungrindern ist das noch erlaubt, weil sich dort die Tierbetreuer nicht regelmäßig in der Herde aufhalten“, sagt Eggers.Im Kuhstall brauchen Milchviehhalter also eine separate Bucht. Der Bulle muss separiert sein, bevor die Tiere zusammengeführt werden oder ein Tierbetreuer die Bucht betritt.

Die...


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