Proteinversorgung

Proteine: Kühe auf den Punkt versorgen

In vielen Milchviehrationen ist reichlich Stickstoff enthalten. Untersuchungen des Versuchsguts Köllitsch zeigen, dass es auch mit weniger Protein geht.

Die Überversorgung von Milchkühen mit Nährstoffen kostet bares Geld. Doch auch wenn viele Milchviehhalter bereits eine Stickstoff (N)-reduzierte Fütterung praktizieren, gehen die Ergebnisse und Meinungen zu diesem Thema immer noch stark auseinander. Ist es überhaupt praktikabel, Milchkühe auf den Punkt mit Stickstoff zu versorgen?

Zu viel Stickstoff

Laut aktuellen Auswertungen versorgt rund ein Drittel der sächsischen Betriebe die Kühe mindestens 10 % über dem Bedarf. Diese Landwirte legen im Mittel 80 g N/Tier und Tag mehr vor, als nach aktuellen Bedarfsempfehlungen notwendig wäre. Das entspricht 0,5 t Rapsextraktionsschrot je Tier und Jahr und verursacht Kosten von etwa 2 ct/kg Milch. Der mittlere Milchharn­stoffgehalt liegt dabei deutlich über 250 mg/l (Ziel: 150 bis 200 mg/l).

Die Gründe für die erhöhte Versorgung können vielschichtig sein: So kann es bei der Einwaage zu Fehlern kommen. Auch Grobfuttermittel liefern Proteine. Da die Menge schwankt, sollten Landwirte regelmäßig Proben analysieren lassen. Nur dann können sie die Kraftfuttermenge an den Bedarf anpassen. Ebenso wichtig ist es, die Futteraufnahme der Tiere zu kennen und die Futterselektion nicht zu unterschätzen. Ziel ist, dass die gefressene mit der berechneten Ration übereinstimmt.

Grundsätzlich sollte sich das Nährstoffangebot so nah wie möglich am Bedarf der Tiere orientieren. Wenn Landwirte ihre Kühe an der Grenze der Bedarfsdeckung füttern, ist allerdings Fingerspitzengefühl gefragt.

Optimieren statt reduzieren

Es reicht dabei nicht aus, die Proteinversorgung nur mithilfe von Tabellenwerten zu kalkulieren. Vielmehr spielen dynamische Prozesse wie die mikrobielle Proteinsynthese in den Vormägen oder das Durchflussprotein am Darm eine Rolle. Diese Mechanismen dienen der Selbstregulation. Das heißt, dass...

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