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Tiergesundheit: „Früher war nicht alles besser“

Früher waren Kühe gesünder, weil sie weniger Milch gaben – dem widersprach Dr. Anke Römer beim Milchrindtag und verwies auf die Ergebnisse aus 27 Testherden in Mecklenburg-Vorpommern.

Lesezeit: 3 Minuten

Ein vielfältiges Programm mit insgesamt acht Vorträgen erwartete die Besucherinnen und Besucher beim 32. Milchrindtag Mecklenburg-Vorpommern, organisiert von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei. Rund 230 Teilnehmer waren vor Ort, weitere 100 nahmen online an der Veranstaltung teil.

Prof. Alfons Balmann vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung und Transformationsökonomie (IAMO) skizzierte seine Erwartungen zur Zukunft der Tierhaltung in Deutschland. Die Landwirtschaft werde sich durch globale sowie regionale Treiber verändern. Global kommen neue Technologien auf den Markt und der internationale Wettbewerb wird weiter zunehmen. Hinzu komme das veränderte Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Das zeige sich jetzt z.B. schon deutlich an dem sinkenden Schweinefleischkonsum. Doch auch regionale Veränderungen der Landwirtschaft seien vorprogrammiert. Dazu trage unter anderem geringe Rentabilität einiger landwirtschaftlicher Betriebe und der Arbeitskräftemangel bei.

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Die eigene Situation realistisch einschätzen

Den milcherzeugenden Betrieben empfahl Balmann, kluge Entscheidungen zu treffen. Dafür müssten sie die Situation des eigenen Betriebes realistisch einschätzten. Denn auf Milcherzeuger komme in den nächsten Jahren viel zu: Der Handlungsdruck im Bereich Tierschutz werde steigen. Das Thema Biodiversitäts-, Emissions- und Klimaschutz werde die Milcherzeuger zunehmend stärker betreffen. Hinzu kommt der demographische Wandel und damit einhergehende Arbeitskräftemangel und nicht zuletzt müssten Betriebe regelmäßig ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit infrage stellen.

Testherden geben Aufschluss über Kuhgesundheit

Dr. Anke Römer von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern erläuterte die Entwicklung der sogenannten Testherden in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2005 begleitet sie in dem Programm 30, aktuell noch 27, Milchkuhbetriebe. Diese Betriebe repräsentieren etwa 20 % des Milchkuhbestandes in dem Bundesland. Im Rahmen des Programms erfassen die Betriebe unter anderem die Geburtsgewichte aller Kälber sowie alle Behandlungen ihrer Tiere. In den ersten Jahren sei die Zahl der Behandlungen, durch die stärkere Dokumentation, stetig gestiegen. Seit einigen Jahren sinke sie nun wieder, so Dr. Anke Römer. Hier finden Sie die vollständige Auswertung der Testherden.

Weniger kranke Kühe

Anhand der Dokumentation lässt sich heute deutlich zeigen, wie sich die Gesundheit der Kühe entwickelt hat. So galten zwischen 1978 und 1985 laut Literatur 64 bis 71 % der Kühe als „eutergesund“, bei einer durchschnittlichen Milchleistung von 4.450 l pro Kuh. Im Jahr 2021 waren es 77 % der Kühe – bei einer Leistung von im Schnitt 10.900 l Milch in den Testherden. „Früher war also doch nicht alles besser“, schlussfolgerte Dr. Anke Römer.

Die positive Entwicklung hin zu mehr eutergesunden Kühen in den Herden ist auch darauf zurückzuführen, dass andere Erkrankungen abnehmen."
Dr. Anke Römer

Erkrankungen wie Metritis oder Ketosen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen wie Euterentzündungen.

Auch die Abgangsursachen werden im Rahmen des Projektes ausgewertet. Trotzdem hat der krankheitsbedingte Abgang innerhalb der ersten Laktationstage immer noch einen hohen Anteil. So sind in diesem Zeitraum 22 % der Tiere in den Testherden aufgrund einer Erkrankung abgegangen und 26 % freiwillig. Nach dem 30. Laktationstag gehen nur jeweils deutlich unter 10 % der Kühe aufgrund einer Krankheit ab.

Suche nach neuen Abgangsursachen bei Milchkühen

Damit Landwirte die Ursache für Abgänge künftig besser auswerten können, sollen die Auswahl der offiziellen Abgangsgründe erweitert werden. Institutionen suchen daher aktuell noch freiwillige Landwirte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, die über einen kurzen Zeitraum ihre Abgangsursachen dokumentieren. Hier finden Sie die Kontakte und Informationen zur Teilnahme.

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