+++ Aktualisiert um 14.25 Uhr +++

Erster ASP-Fund bei einem Frischling in Mecklenburg-Vorpommern

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde bei einer Drückjagd ein ASP-infizierter, toter Frischling entdeckt.

Schlechte Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern. Bei einem Frischling, den man in der Staatsforst in den Ruhner Bergen nahe Marnitz im Rahmen einer Drückjagd tot aufgefunden hat, wurde das Virus der Afrikanischen Schweinepest nachgewiesen. Der Fundort liegt etwa 50 km von der Grenze zum niedersächsischen Kreis Lüchow-Dannenberg und rund 200 km von der polnischen Grenze entfernt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat den positiven Nachweis gestern (24.11.21) Abend dann offiziell bestätigt. Das Tier soll eine hohe Viruslast aufgewiesen haben, war körperlich aber noch unversehrt. Das nährt die Hoffnung, dass es sich um einen relativ frischen Seucheneintrag handeln könnte, berichtete Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute Vormittag in einer Pressekonferenz.

Gesamte Strecke der Drückjagd wird untersucht

Aufgrund des positiven Nachweises wird jetzt die komplette Strecke der Drückjagd, insgesamt 17 erlegte Wildschweine, auf das ASP-Virus untersucht. Das Ergebnis liegt aber noch nicht vor. Backhaus berichtete aber, dass sich der Landkreis Ludwigslust-Parchim sehr intensiv am landesweiten ASP-Monitoring beteilige. Allein in 2021 seien insgesamt 128 Wildschweine und 1.503 Hausschweine aus dem Kreis per Blutprobe untersucht worden, alle mit negativem ASP-Befund.

Zaunbau beginnt morgen

Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, sagte in der Pressekonferenz, dass die Suche nach weiteren Wildschweinen per Spezialdrohne und ASP-Suchhunden bereits begonnen habe. Die Gebietskulisse für die Sperrzone II und das Kerngebiet soll noch heute in Abstimmung mit Ortskundigen festgelegt und in einer Allgemeinverfügung bekannt gegeben werden, sodass der Landesforst bereits morgen mit dem Zaunbau beginnen könne. Das Land halte dazu rund 100 km Zaunmaterial (Elektro- und Maschendrahtzaun) vor, das sofort einsatzbereit sei.

106 Schweinehalter betroffen

Innerhalb der Restriktionszonen befinden sich nach Angaben von Minister Backhaus 106 schweinehaltende Betriebe mit zusammen 25.000 bis 30.000 Tieren. Dabei soll es sich um 98 kleinere Haltungen mit weniger als 100 Tieren und acht größere Betriebe handeln.

Ob es sich bei dem ASP-Erreger, den der tot aufgefundene Frischling in sich trug, um den gleichen Virustyp handelt wie bei den in in Brandenburg gefundenen Wildschweinen, ist noch unklar. Mit dem Ergebnis der Sequenzierung des Erregers wird morgen Mittag gerechnet. Auch das Ergebnis der epidemiologischen Untersuchung zur Eintragsquelle in den gut 90 km von Marnitz entfernten Hausschweinebestand in Lalendorf im Landkreis Rostock liegt nach Aussage des Ministers noch nicht vor.

Restriktionsgebiet reicht ins Land Brandenburg hinein

Da der Fundort nur etwa 3 km von der Grenze zum brandenburgischen Landkreis Prignitz entfernt ist, wird das Restriktionsgebiet auch bis nach Brandenburg hineinreichen. Deshalb gehe es jetzt darum, die Ursache und das Ausmaß des Seucheneintrags möglichst schnell zu ermitteln. Sie stehe dazu in engem Austausch mit dem Landwirtschaftsministerium in Schwerin, erklärte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher in einer Pressemitteilung.

„Die vorhandenen Krisenstrukturen beim Landkreis Prignitz werden aktiviert und die zuständigen Mitarbeiter vor Ort haben bereits mit einer intensiven und großflächigen Fallwildsuche begonnen“, so die Ministerin. Für die erforderliche Abgrenzung zum Seuchengeschehen in Mecklenburg-Vorpommern stünden beim Landkreis und in der Landesreserve Zaunmaterial zur Verfügung.


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