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Landwirtschaft im Dialog

Junglandwirtin fordert: Bau- und Immissionsschutzrecht überarbeiten, Tierwohl ermöglichen

Wie definiert man Tierwohl und wie lässt sich dies im Stall umsetzen? Darüber sprachen wir im Vorfeld der Veranstaltung „Landwirtschaft im Dialog“ mit Landwirtin Annika Rösch.

Lesezeit: 3 Minuten

Am 5. Mai 2021 diskutiert top agrar im Rahmen des Formats „Landwirtschaft im Dialog“ ab 19 Uhr per Livestream mit Politikern, Wissenschaftlern, Wirtschaftsvertretern und dem landwirtschaftlichen Berufsstand über das Thema „Mehr Tierwohl in den Ställen und bessere Arbeitsbedingungen an den Schlachthöfen: Was leistet der Markt und wo braucht es den Staat?“

Im Vorfeld der Veranstaltung sprachen wir mit Ferkelerzeugerin und Teilnehmerin Annika Rösch (26) aus Baden-Württemberg. In ihrem Betrieb setzt sie auf verschiedene Innovationen, um den Sauen und Ferkeln mehr Tierwohl zu ermöglichen.

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Verfolgen Sie die Veranstaltung am 5. Mai live und kostenlos auf unserem YouTube-Kanal unter www.youtube.com/topagrar

Schweinehalterin zu sein, das ist in diesen Tagen nicht einfach. Es hagelt laufend Kritik, zudem ist der Preisdruck enorm. Trotzdem sind Sie Landwirtin mit Leidenschaft. Woher nehmen Sie Ihre positive Energie?

Rösch: Ich würde nie etwas anderes als Landwirtin sein wollen. Dabei steht Tierwohl für mich an erster Stelle. Als Landwirtin arbeite ich täglich direkt mit Lebewesen und freue mich auf jede Abferkelwoche. Es ist zwar die stressigste Arbeit einer Sauenhalterin, aber dort entsteht Leben und ich bin mit dabei.

Während der Abferkelungen bin ich auch nachts immer im Stall und überwache die Geburten. Jedes Ferkel, dass ich nachts vor dem Erdrücken gerettet habe, zählt. Ethisch zu handeln ist in unserem Beruf wichtig.

Ihnen liegt das Thema Tierwohl ganz besonders am Herzen. Warum?

Rösch: Ich möchte den Tieren die Chance geben, ihre arttypischen Verhaltensweisen auszuleben. Sie sollen sich bewegen und mit ihren Artgenossen interagieren können. Freilauf in allen Stallbereichen ist mir wichtig. Bei uns im Deckzentrum können die Sauen beispielsweise zwischen zwei Klimazonen wählen.

Um mehr Tierwohl in den Ställen umsetzen zu können, brauchen die Landwirte Planungssicherheit. Was fordern Sie diesbezüglich von der Politik?

Rösch: Die Forderung nach mehr Tierwohl ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Die neuen Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sind zwar eine Herausforderung, insbesondere für uns Sauenhalter. Aber wir haben nun endlich Planungssicherheit! Damit die Landwirtinnen und Landwirte jedoch auch mehr Tierwohl in ihren Ställen umsetzen können, muss endlich das Bau- und Immissionsschutzrecht überarbeitet werden.

Obwohl wir durch einen Stallumbau den Tieren ausschließlich mehr Platz und Tierwohl ermöglichen wollten und gleichzeitig unseren Tierbestand nicht erhöht haben, mussten wir die Genehmigungen hart erkämpfen. Das ist nicht in Ordnung und steht dem Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland im Wege.

Das genaue Programm und welche Referenten noch bei der digitalen Veranstaltung teilnehmen, lesen Sie hier:

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