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ISN, BDL, BUND

Özdemir arbeitet an Gesamtpaket für die Schweinehaltung

Bei einer Gesprächsrunde mit der Landjugend, jungen Naturschützern und der jungen ISN betonte Cem Özdemir die Bedeutung der Herkunfts- und Haltungskennzeichnung und versprach ein neues Baugesetzbuch.

Lesezeit: 3 Minuten

Auf Initiative der beiden Jugendvertreterinnen in der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL), Kathrin Muus vom BDL und Myriam Rapior von der BUNDjugend, fand vergangene Woche im Kreis mehrerer Jugendverbände aus Landwirtschaft und Umwelt eine digitale Gesprächsrunde mit Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir statt.

Im Kern ging es um die ZKL-Ergebnisse und darum, die Forderungen der Jugend zur zukünftigen Landwirtschaft mit dem Minister zu diskutieren, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN).

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Da die Bandbreite der Herausforderungen enorm sei, kamen die ökologischen Nachhaltigkeitsziele und Ernährungssicherung im Kontext mit dem Krieg in der Ukraine genauso zur Sprache wie die Zukunft der Schweinehaltung, der Ökolandbau und die Zukunftschancen des landwirtschaftlichen Nachwuchses.

Schweinehalter fordern klare Signale und eine Perspektive

Jonas Osterkamp nahm im Namen der Jungen ISN an der Runde teil und machte seinen Standpunkt zur Zukunft der Schweinehaltung klar. Er machte unter anderem deutlich, wie stark der Strukturwandel in der Schweinehaltung in den letzten Jahren zugenommen hat und vor welchen Konflikten Schweinehalter aktuell stehen.

Die Anforderungen und Auflagen steigen immer weiter, aber von Seiten der Politik fehlen nach wie vor klare Signale zur Schaffung von machbaren Rahmenbedingungen für die Zukunft, fasst der Verein das Gespräch zusammen. Die Frustration bei den jungen Schweinehaltern, die motiviert sind, ihre Betriebe weiterzuentwickeln, steige immer mehr, erklärte Jonas Osterkamp. Er forderte daher, Perspektive und Planungssicherheit, z.B. durch wirksame Anpassungen im Genehmigungsrecht für Bestandsgebäude, damit Außenklimaställe zukünftig auch umsetzbar sind.

Darüber hinaus stellte er klar, wie wichtig die Umsetzung einer Herkunfts- und Haltungskennzeichnung für die Branche ist, damit hierzulande erzeugtes Schweinefleisch Vorfahrt gegenüber Importen erhält.

Wenn die Politik jetzt nicht reagiert, würde es zeitnah keine Betriebe mehr geben, die den gesellschaftlich gewollten Wandel der Tierhaltung umsetzen und die Erzeugung wird ins Ausland verlagert. Gerade das könne mit Blick auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherung keiner wollen, so Osterkamp.

Kreislaufwirtschaft nur mit Tierhaltung

Der Bundesminister machte im Anschluss an das Statement des Landwirts deutlich, dass er für die Schweinehaltung eine Zukunft sieht, allein schon, um die Kreislaufwirtschaft aufrechtzuerhalten. Es gebe Kreislaufwirtschaft nur mit Tierhaltung, aber das gehe nur mit einer anderen Tierhaltung, zitiert die ISN den Grünen-Politiker. Dieser sei dann auf die Ergebnisse der Borchert-Kommission zu sprechen gekommen und habe für die Schweinehaltung ein Gesamtpaket angekündigt, an dem sein Ressort derzeit arbeitet.

Ein Teil davon sei z.B. im Rahmen des Pakets das Baugesetzbuch zu ändern, um den Umbau der Ställe zu erleichtern, ein staatliches Finanzierungsmodell festzulegen und ein weiteres Element sei die Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch. Hier stellte der Minister in Bezug auf die Bio-Stufe konkret klar, dass diese offen für konventionelle Haltungsformen bleiben soll, außerdem seien mehr als vier Haltungsstufen machbar.

JISN ist für weitere Gespräche offen

„Ich fand es gut, dass uns Jugendverbänden Gehör geschenkt wurde und es einen sachlichen und offenen Austausch in diesem Format gab“, resümierte Jonas Osterkamp nach dem Gespräch. „Ich hoffe, der Minister wird sein Versprechen halten, dass er die Stimme der jungen Generation in Zukunft stärker in der Arbeit des Bundeslandwirtschaftsministeriums berücksichtigen möchte. Sobald die angekündigten Beteiligungsformate bereitstehen, wird die Junge ISN für Gespräche offen sein und wird gerne Impulse miteinbringen.“

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