Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Newsletter
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Heftarchiv
Sonstiges

Ernte 2024 Vereinfachungen für 2025 Pauschalierung

topplus Schweinehalter gibt Tipps

Sechs Maßnahmen für weniger Stromverbrauch

Jürgen Albers hat mithilfe einer neuen Messtechnik Stromfresser im Schweinestall aufgedeckt. Bei knapp 8.000 € Investition spart er heute fast 14.000 € pro Jahr ein.

Lesezeit: 5 Minuten

Wie viele Schweinehalter dreht auch Jürgen Albers aus dem niedersächsischen Bahrenbostel schon seit mehreren Jahren an der Stromkostenschraube. Er verwertet seinen eigenen Solarstrom vom Stalldach im Schweinestall, produziert mit mehreren erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW) Elektrizität und setzt auf günstigen Stromeinkauf. „Dennoch waren mir die Stromkosten immer noch zu hoch“, berichtet er.

Die Blockheizkraftwerke sowie die Photovoltaikanlagen produzieren rund 150.000 kWh Strom, den Albers selbst verbraucht. Zusätzlich muss er aber auch noch Strom aus dem Netz dazu kaufen. „Wir haben im Jahr noch rund 20.000 € an Stromkosten“, berichtet der Schweinemäster.

Das Wichtigste zum Thema Schwein mittwochs per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.

Im Jahr 2018 machte ihn Klemens Schulz vom Bundesverband Rind und Schwein auf das Pilotprogramm „Einsparzähler“ des Bundeswirtschaftsministeriums aufmerksam, an dem auch die Firma Meistro teilnimmt. Der unabhängige Stromanbieter hat ein Messsystem entwickelt, mit dem Landwirte den Stromverbrauch von einzelnen Geräten und Anlagen genau ablesen können. Albers war gespannt darauf, in welchen Bereichen er noch Strom sparen kann.

1. Messsystem

Zusammen mit dem Unternehmen ist Albers dem Verbrauch systematisch auf den Grund gegangen. Zunächst hat Meistro in den verschiedenen Ställen an den bestehenden Sicherungsabgängen der einzelnen Verbraucher ein Messsystem installiert.

Insgesamt waren das sechs Zähler mit knapp 180 Messpunkten. Die Teilnahme an dem Programm kostete Albers 65 €/Monat bei einer Vertragslaufzeit von 3 Jahren. Doch der Aufwand lohnt sich. „Wir konnten sogar live verfolgen, wenn der Mitarbeiter beim Stallwaschen die Lanze vom Hochdruckreiniger betätigt, dann stieg der Stromverbrauch sprunghaft an“, berichtet der Schweinehalter.

Schon nach wenigen Monaten zeigten sich Schwachpunkte, die Albers nach und nach beseitigte. Sechs größere Maßnahmen haben letztlich dazu geführt, dass er den Stromverbrauch erheblich senken konnte.

2. Neue Fütterungspumpen

In einem der Ställe waren zwei Pumpen für die Fütterung installiert. Sie laufen bis auf wenige Unterbrechungen bei der Reinigung 24 Stunden am Tag und hatten eine Stromaufnahme von 3 kW. Bei etwa 8.500 Betriebsstunden im Jahr und 24 ct/kWh an Stromkosten verursachten sie im Jahr also rund 6.000 € Stromkosten.

„Die Lebensdauer von ihnen betrug nur 1,5 Jahre, dann musste ich sie für 2.500 €/Stück ersetzen“, erklärte Albers. Inzwischen hat er einen italienischen Hersteller gefunden, bei dem jede Pumpe nur 700 € kostet und die lediglich 1,5 kW Leistung haben. Unterm Strich spart er wegen der halbierten Leistung rund 3.000 € Stromkosten im Jahr.

3. Reinigung Abluftwäscher

Der Zähler offenbarte Albers auch, dass die komplette Lüftung inklusive Abluftwäscher in einem Stallbereich am Tag insgesamt 170 kWh Strom verbraucht – viel mehr, als er nach den Herstellerangaben vermutet hatte. „Wir haben ihn daraufhin kontrolliert und festgestellt, dass sich die darin verbauten Waben mit Staub und Dreck zugesetzt hatten“, berichtet er.

Für 3.500 € ließ er das Wabenpaket, durch den die Luft gesogen wird, von einer Firma professionell reinigen. Der Stromverbrauch der Ventilatoren sank daraufhin auf 80 kWh täglich ab. Das bringt rein rechnerisch eine Stromkosteneinsparung von 7.500 €/Jahr. „Diese ist allerdings nur kurzzeitig möglich. Denn der Filter setzt sich mit der Zeit wieder zu“, schränkt Albers ein. Wie hoch die Einsparung am Jahresende tatsächlich ist, wird sich also erst nach einiger Zeit feststellen lassen.

4. Infrarot-Sparlampen

Im Abferkelstall wiesen die klassischen Infrarotlampen eine Stromaufnahme von 250 Watt (W) auf, wobei nicht immer alle gleichzeitig in Betrieb sind. Im Stall gibt es 164 Abferkelbuchten mit ebenso vielen Lampen. Albers tauschte die Infrarot- gegen Sparlampen, die nur noch 175 W bei gleicher Wärmeabgabe benötigen. Dadurch sank der Stromverbrauch insgesamt um 8.892 kWh im Jahr. Der Investition von 1.150 € steht eine jährliche Stromkosteneinsparung von rund 2.000 € gegenüber.

Eine weitere Sparmaßnahme wäre der Umstieg auf LED-Lampen im Stall. Die herkömmlichen Leuchtstoffröhren verbrauchen täglich 52 kWh, die LED würden nur noch 20 kWh benötigen. Die Umrüstung würde 6.000 € kosten. Die Einsparung läge dagegen bei 2.650 €/Jahr. Diese Maßnahme steht bei Albers aber noch aus.

5. Neue Lüfter

Die fünfte Maßnahme im Stall betrifft die Lüfter. Hier hat Albers neue Diffusoren einbauen und Anströmdüsen umbauen lassen. Die Auswirkungen auf den Energieverbrauch hat er noch nicht ausgewertet, sondern bislang nur kalkuliert anhand der Strömungswerte. Nach der Hochrechnung reduziert sich der Stromverbrauch um rund 5.600 kWh im Jahr. Gleichzeitig verbesserte sich der Luftaustausch. Albers investierte 3.250 €. Er spart dadurch 1.300 € im Jahr ein.

6. Frequenzumrichter

Als nächstes rüstete Albers in sechs Abteilen die Stalllüfter um. In vier Abteilen setzte er Frequenzumrichter statt der bisherigen Phasenanschnittsteuerung ein, in zwei Abteilen sind jetzt neue Energiesparventilatoren eingebaut. „Wir haben beide Varianten gewählt, um zu sehen, welche Maßnahme mehr bringt“, begründet er das.

Sein Fazit: Beide Varianten liegen bei der Einsparung gleich auf, wobei der Umbau auf Frequenzumrichter günstiger ist. Pro Tag brachte die Einsparung insgesamt 58 kWh weniger Stromverbrauch, im Jahr spart er damit 3.500 €. Die Umrüstung hat den Schweinemäster 3.400 € gekostet.

Reinigung Motoren

„Wenn man jeden Tag im Stall ist, sieht man bestimmte Dinge nicht mehr“, lautete Albers Erfahrung. Das betrifft z.B. kleinere Motoren wie z.B. an der Fütterungsanlage oder der Futterspirale, die sich hinter Rohrleitungen usw. verbergen. Über die Stromzähler konnte er aber sehen, dass einige relativ viel Strom verbrauchen. Daraufhin hat er systematisch alle einmal mit dem Kompressor ausgeblasen, um Verunreinigungen zu beseitigen. Der Stromverbrauch sank daraufhin von 4,5 auf 0,5 kWh pro Tag, im Jahr brachte das noch einmal 340 € Einsparung.

Unterm Strich hat er für alle Maßnahmen etwa 7.700 € investiert und spart jetzt im Jahr knapp 17.000 € ein.

Ein zusätzlicher Schritt zur Einsparung war ein neuer Stromliefervertrag mit einem anderen Anbieter. Das brachte weitere 1.500 € im Jahr.

top + Ernte 2024: Alle aktuellen Infos und Praxistipps

Wetter, Technik, Getreidemärkte - Das müssen Sie jetzt wissen

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.