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„Tierwohlställe müssen gut durchdacht sein“

Familie Berberich mästet seit einem Jahr im Tierwohlstall mit Stroheinstreu und Auslauf. Die ersten Erfahrungen zeigen: Der Stall macht viel Arbeit, der nächste wird daher anders aussehen.

Unser Autor: Dr. Manfred Weber, LLG Iden, Sachsen-Anhalt

Mathias Berberich (56 Jahre) sowie seine Söhne Lukas (27) und David (23) aus Hardheim-Rütschdorf im Odenwald sehen in der konventionellen Veredelung nur noch wenig Perspektive. „Die jetzige Schweinehaltung verliert in Deutschland weiter an Akzeptanz und steigende Auflagen führen dazu, dass wir nicht mehr mit Ländern konkurrieren können, in denen der Staat laschere Vorgaben macht. In unseren konventionellen Maststall, mit dem wir bislang den Massenmarkt bedient haben, investieren wir keinen Cent mehr“, betont Juniorchef Lukas Berberich.

Damit es für den jungen Betriebsleiter trotzdem eine Zukunft auf dem Hof gibt, hat die Familie im Jahr 2020 gut 300 m von der Hofstelle entfernt einen neuen Tierwohlstall mit 944 Mastplätzen auf die grüne Wiese gebaut. Das Ziel ist, möglichst viele Strohschweine über Metzger zu vermarkten. „Wir haben diesen Schritt aber auch gewagt, weil mein zweiter Sohn David ebenfalls im Betrieb bleiben möchte. Er kümmert sich vorwiegend um die Außenwirtschaft“, beschreibt Seniorchef Mathias Berberich die Hintergründe.

Stroh und Auslauf gesetzt

Von vornherein stand für Familie Berberich fest, wie der neue Maststall aussehen soll: Bei der Planung gesetzt waren ein Außenauslauf, Verzicht auf Spaltenboden, Stroheinstreu sowie mehr Platz pro Tier. Insgesamt stehen jedem Schwein 1,5 m² zur Verfügung.

Die Außenwände des Stalles bestehen aus 2 m hohen Betonfertigteilen. Auf die Betonwände ist ein Holzrahmen geschraubt, in dem 1 m hohe Vogelschutznetze mit 10 mm Maschenweite fest eingespannt sind. Hierüber strömt die Zuluft in den Stall und ein Teil der Abluft aus dem Gebäude. Bei sinkenden Temperaturen wird die Öffnung per Elektroseilzug mit Windschutznetzen und einer Folie verschlossen.

Über dem Holzrahmen beginnt die Dachkonstruktion aus Leimbindern und isolierten Sandwichpaneelen. Das Dach überragt dabei den planbefestigten, rund 9 m² großen eingestreuten Außenauslauf komplett. Die Konstruktion schützt die Schweine sehr gut vor Sonneneinstrahlung und hält Regen ab. Der Auslauf ist in der Mitte mit einer Rinne versehen, sodass Kot und Harn zum Teil getrennt werden. Das soll helfen, die Emissionen zu senken.

Rechts und links des 1,80 m breiten Kontrollgangs befinden sich im Stallinneren 16 Vormastbuchten für jeweils 32 Schweine und 27 Endmastbuchten für je 16 Mastschweine. Jede Bucht ist 16,5 m² groß (siehe Übersicht). Die Tränkebecken sitzen im Auslauf. Dadurch soll der Innenbereich trockener bleiben. Das Wasser wird im Winter vorgewärmt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Wasser- und Futteraufnahme im Winter steigt, wenn das Tränkewasser ca. 13°C warm ist. Sackt die Temperatur auf unter 8 bis 10 °C ab, sinkt die Futteraufnahme sofort“, beschreibt Lukas Berberich seine Beobachtungen.

Im Innenbereich stehen Trockenfutterautomaten mit jeweils acht Fressplätzen. Bei ad libitum-Fütterung dürfen somit 32 Tiere pro Automat versorgt werden. Den Futtertransport zu den Automaten übernimmt...

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