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Tönnies-Schlachthof weiter geschlossen: Tierschutzprobleme drohen

Der Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück bleibt dicht. Die Tiere stauen sich weiter in den Ställen, Tierschutzprobleme drohen. Was kommt jetzt auf die Schweinehalter zu?

Lesezeit: 3 Minuten

Im Normalbetrieb werden bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück 12-14 % der deutschen Schweine geschlachtet. Wöchentlich stauen sich bis zu 100.000 Schweine auf, die zusätzlich in den Ställen auf die Schlachtung warten, schätzt der ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Auch nach den Rechnungen von Dr. Frank Greshake der Landwirtschaftskammer NRW (LWK NRW) bleiben aktuell 70.000 Schweine die Wochen liegen, die auch durch andere Schlachthöfe nicht aufgefangen werden können. „Im Sommer hinein haben wir immer niedrigere Zunahmen und insgesamt ein Angebotsrückgang. Das kommt uns jetzt entgegen“, so Greshake. Man könne den Ausfall des Tönnies-Werkes in Rheda-Wiedenbrück verkraften, wenn die anderen voll schlachten könnten – das sei durch die Coronabedingungen, fehlende Arbeitskräfte und Co. jedoch nicht möglich. Die Tiere im Ausland schlachten zu lassen sei keine Option. Sie könnten sie auch nicht aufnehmen. „In Italien ist der Markt beispielsweise total kaputt. Dort schlachte man derzeit Schweine mit 200 kg Lebendgewicht“, so der Experte.

Rheda-Wiedenbrück bleibt geschlossen

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Der Kreis Gütersloh sei mit Tönnies, dem Amt für Arbeitsschutz und Behörden aller Ebenen über eine Verlängerung der Werksschließung im Gespräch. Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer kann sich aktuell nicht vorstellen, dass das Werk wieder öffnet, solange im Kreis Gütersloh noch der Lock-Down sei, so die Pressestelle des Kreises auf Anfrage der top agrar-Online Redaktion. Das heißt, dass der Schlachtbetrieb im Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück definitiv nicht vor dem 8. Juli anlaufen wird. Auch danach sei eine schnelle Öffnung unwahrscheinlich, so die Pressestelle. „Man werde den Betrieb erst wieder erlauben, wenn keine Gefährdung für die Bevölkerung mehr ausgehe. Die Firma Tönnies habe bis dahin noch "viele Hausaufgaben zu erledigen", sagte Adenauer. Nach Aussagen des Tönnies Pressesprechers Dr. André Vielstädte sei das Unternehmen mit Behörden im Gespräch. Das überarbeitete Hygienekonzept liege zur Prüfung vor.

Tönnies-Mitarbeiter bekommen Quarantäneverlängerung

Die Sperrung des Werkes könnte auch noch weitere Wochen anhalten, davon gehen Insider aus. Dafür spreche auch, dass NRW die Quarantäne für Tönnies-Mitarbeiter und ihre Familien verlängert habe. „Zum Schutz der Bevölkerung vor einer Verbreitung der Coronavirus wird für die Beschäftigten der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück eine häusliche Quarantäne ab dem 3. Juli 2020 angeordnet“, heißt es in der Allgemeinverfügung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Die neue Verfügung gelte demnach ab dem 3. Juli bis zum 17. Juli. Die Quarantäne bleibt demnach für tausende Betroffene weiter bestehen und endet frühestens 14 Tage nach einem negativen Corona-Test.

Was bedeutet das für die Tierhalter?

Wie lange der Schlachtbetrieb eingestellt bleibt ist weiter unklar. Es kann durchaus passieren, dass die betroffenen Bauern die Energie im Schweinefutter auf den Erhaltungsbedarf runterfahren müssen. Eine Futtermittelfirma hätte bereits reagiert und Futter ins Angebot genommen, „was so schlaff ist, dass die Schweine nicht mehr wachsen“, so der Referent der LWK NRW.

Vielen Mästern wachsen die Schweine aus der Maske. Vor neun Tagen hatte Tönnies angekündigt, dabei zu sein, eine Krisenmaske vorzubereiten (top agrar berichtete). Tönnies wollte den Mästern offenbar entgegenkommen und die Abrechnungsmaske beim Gewicht anpassen. Diese lässt jedoch weiter auf sich warten.

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