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Tönnies bereitet "Krisen-Maske" vor

Bei Schweinemästern liegen die Nerven blank. Tiere werden nicht abgeholt und wachsen aus der Maske. Betrieb "Rheda" ist bis Anfang Juli zu. Tönnies sagt Unterstützung zu.

Lesezeit: 3 Minuten

Nachdem der größte Schlachtbetrieb Deutschlands stillsteht, kommt es am Lebendmarkt zu ersten Überhängen. Die sonst üblichen 20.000 Schweine, die in Rheda-Wiedenbrück täglich geschlachtet werden, müssen nun an andere Standorte bzw. Unternehmen gehen. „Aber auch dort ist die Aufnahmefähigkeit begrenzt“, erklärt Tönnies-Sprecher Dr. Andre Vielstädte gegenüber top agrar.

Kein Wunder also, dass bei vielen Mästern mittlerweile die Schweine aus der Maske wachsen und Vermarktungsverluste durch überschwere Tiere drohen. Da die Behörden den Betrieb in Rheda bis mindestens zum 2. Juli geschlossen haben, könnte das Problem in den nächsten Tagen noch deutlich größer werden.

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Tönnies will den Mästern nun aber offenbar entgegenkommen und die Abrechnungsmaske beim Gewicht anpassen. Nach Auskunft der Firmenzentrale bereite man eine „Öffnung der Masken“ vor. Sie soll ab nächster Woche gelten. Abrechnungsmasken-Details will man aber noch nicht nennen.

Erleichterung am Markt

„Ein weiterer Gewichtsbereich in der Maske, dürfte etwas Druck vom Kessel nehmen“, meint ein nordwestdeutscher Viehhändler. Viele Mäster seien verunsichert und hätten Angst, dass „amerikanische Verhältnisse“ drohten. Wenn man aber das Problem in Rheda in den Griff bekäme und keine weiteren Standorte schließen müsse, käme man mit einem blauen Auge davon, meint er.

Garantieren kann das derzeit aber wohl niemand. „Wir sind in intensiver Ursachenanalyse. An anderen Standorten haben wir keine Anzeichen für weitere Corona-Ausbrüche“, erklärt Vielstädte zuversichtlich.

Erfreulich ist, dass aktuell der Schweinefleischmarkt ganz ordentlich läuft. Viele Schlachtbetriebe würden liebend gern mehr Tiere aufnehmen, berichten Marktteilnehmer. Es sei lediglich ein Kapazitätsproblem vor allem in der Zerlegung, heißt es.

Tönnies will unterstützen

Das Haus Tönnies verspricht, die Schweinehalter zu unterstützen: „Wir können die Verunsicherung nachvollziehen und arbeiten mit Hochdruck daran, unseren Teil dazu beizutragen, die Märkte zu stabilisieren.“

Trotz der „Friedenssignale“ aus Rheda werden in den kommenden Tagen etliche Schweinemäster wohl vertröstet. Wer bei der Mastschweine-Vermarktung zum Zuge kommt und wer nicht, entscheidet wohl der Viehhandel in Eigenregie. Dem Vernehmen nach sollen Bauern, die zuvor Lieferverträge unterzeichnet haben, im Vorteil sein. „Bei der Abnahme der Schweine wird aber kein Unterschied zwischen kastrierten und unkastrierten Schweinen gemacht“, stellt Vielstädte klar.

China will kein Fleisch aus Rheda

Für etwas Unsicherheit sorgt, dass auch die chinesischen Zollbehörden genau verfolgen, was in Deutschland passiert. Den Betrieb in Rheda-Wiedenbrück haben sie vorrübergehend für den Chinaexport gesperrt. „Das sei aktuell kein so großes Problem, weil hier ja aktuell nicht produziert werde“, beruhigt Vielstädte. Allerdings: Sollte weitere deutsche Schlachtunternehmen auf die Sperrliste der Chinesen kommen, dürfte es aber auch den hiesigen Markt belasten.

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