WWF: "Mais- und Rapswüsten treiben Wildschweinzahlen hoch"

Die Afrikanische Schweinepest rückt näher an Deutschland heran, erschwert wird der Schutz vor der Seuche durch die hohe Zahl an Wildschweinen. Aus Sicht des WWF ist die starke Zunahme beim Schwarzwild und somit das erhöhte Risiko, dass die Viruskrankheit hierzulande ausbricht, hausgemacht.

WWF (Bildquelle: Logo)

Die Afrikanische Schweinepest rückt näher an Deutschland heran, erschwert wird der Schutz vor der Seuche durch die hohe Zahl an Wildschweinen. Aus Sicht des WWF ist die starke Zunahme beim Schwarzwild und somit das erhöhte Risiko, dass die Viruskrankheit hierzulande ausbricht, hausgemacht. „Seit der Anbau von Mais und Raps in Deutschland stark zugenommen hat, kommen die Jäger bei den Wildschweinen nicht mehr hinterher“, so Moritz Klose, Wildtierexperte beim WWF Deutschland.

Laut Statistischem Bundesamt ist allein die Anbaufläche von Mais seit 2001 von rund 1, 5 Millionen Hektar auf rund 2, 5 Millionen Hektar gestiegen. Das ist ein Plus von über 60 Prozent. Moritz Klose: „In den Mais- und Rapswüsten fühlen sich die Schwarzkittel besonders wohl, dort finden sie jede Menge energiereiches Futter und gute Deckung. Obwohl jährlich mehr als eine halbe Million Wildschweine erlegt werden, wächst ihre Zahl daher kontinuierlich.“

Wildschweine haben kaum noch natürliche Fressfeinde in Deutschland, mit dem Wolf kehrt einer von ihnen langsam nach Deutschland zurück. Nach dem Rehwild liegt das Wildschwein als Beutetier beim Wolf auf Platz zwei. Das belegen regelmäßige Auswertungen von Wolfslosungen, also Kot. „Jagd und die natürliche Schützenhilfe durch den Wolf werden den Schwarzwildbestand nicht dauerhaft senken“, ist sich Moritz Klose vom WWF aber sicher. „Dazu braucht es auch mehr Vielfalt in den Anbauflächen und deutlich weniger Mais- und Rapswüsten.“

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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