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topplus Eingestreute Sauen-Kojen

Oberflurschieber im Deckzentrum befördert Mist aus Schweinestall

Die Sauen von Markus Wilhelm liegen im Deckzentrum in eingestreuten Kojen. Zwischen Liegebereich und Kastenständen befördert ein Oberflurschieber den Mist aus dem Stall.

Lesezeit: 4 Minuten

Durch organisches Beschäftigungsmaterial und Einstreu müssen sich Schweinehalter zunehmend Gedanken zur Entmistung ihrer Ställe machen. Unter- und Oberflurschieber können diese Arbeit erleichtern - wie wir kürzlich berichteten.

Ferkelerzeuger Markus Wilhelm wollte seinen insgesamt 420 Sauen im neuen Deckzentrum möglichst viel Tierwohl bieten. Der 47-Jährige aus Mulfingen im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg nimmt an der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) teil. Die Sauen können in dem 2020 gebauten Kaltstall zwischen drei Funktionsbereichen wählen: Einem planbefestigten Fressbereich mit Selbstfangständen, eingestreuten Liegekojen sowie einem dazwischen liegenden planbefestigten Laufgang.

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Doch eines ist ungewöhnlich – ähnlich wie in einem Kuhstall schiebt ein Oberflurschieber den Mist direkt auf der Lauffläche aus dem Stall hinaus. Das hat einen Grund. Wenn die Sauen sich zwischen den Funktionsbereichen bewegen, schleppen sie unvermeidlich Stroh auf den Laufgang. Nach dem Fressen koten sie dort auch.

Spalten kamen für Wilhelm aber nicht in Frage. „Das Verletzungsrisiko für die Klauen ist zu groß“, begründet er. Weil die Tiere das Stroh und den Kot jedoch so nicht selbst in einen Güllekeller treten können, musste eine andere Lösung her.

Kot-Harn-Trennung integriert

Im Deckzentrum stehen die Sauen in vier Reihen, die in die drei Funktionsbereiche aufgeteilt sind. Es gibt vier Oberflurschieber, die jeweils 2,38 m breit sind und den Mist auf einer Länge von 23 m abschieben. Die Laufgänge liegen etwa 20 cm tiefer als die Fress- und Liegebereiche. Durch die Kante werden die Schieber geführt. Quergitter trennen die Sauen in Gruppen von je acht Tieren. Die Schieber laufen unter den Gittern hindurch.

Die Oberflurschieber bestehen aus verzinktem Stahl. Gezogen werden sie von Elektromotoren über Seile aus Edelstahl, die in einer Rinne unter den Schiebern geführt werden. In diese zwei cm breiten Rinnen fließt gleichzeitig der Harn ab. Die Laufgänge haben zur Mitte hin von beiden Seiten 3% Gefälle. „So dienen die Oberflurschieber gleichzeitig als Kot-Harn-Trenner“, erklärt Markus Wilhelm.

Jeweils zwei der Motoren gehören zusammen und treiben über ein gemeinsames Seil zwei Schieber an. Umlenkrollen führen das Seil. Beginnt der eine Motor das Seil auf einer Winde aufzuwickeln, schaltet der andere Motor in den Leerlauf, sodass sich das Seil dort abwickeln kann. So laufen die Schieber entgegengesetzt.

An der Stallaußenwand fahren die Schieber durch einen Windschutz hinaus und werfen den Mist über einem Abflussschacht ab. Dieser besteht aus einem Halbrohr, das Markus Wilhelm in den Boden eingelassen hat. Eine Pumpe fördert den Mist aus dem Schacht in die Güllegrube. „Bislang hatte ich keine Probleme mit verstopften Rohren“, freut sich der Sauenhalter.

Er benutzt den Schieber zweimal am Tag. Ein Abschiebevorgang dauert rund zehn Minuten. „Wenn die Sauen fressen, sind sie kurzzeitig im Fressstand fixiert und der Schieber kann gefahrlos seine Arbeit verrichten“, erklärt der Ferkelerzeuger. Dadurch vermeidet Wilhelm mögliche Verletzungen bei den Sauen. Unfälle zwischen Tier und Technik gab es bislang nicht.

Mittlerweile kennen die Sauen den Schieber und weichen ihm aus. Auch mit der Mistmenge hat der Schieber bislang keine Probleme. „Die Liegekojen sind mit einer Abdeckung versehen, die ich bei kalten Temperaturen schließe. Deswegen kommt der Liegebereich mit Minimaleinstreu aus“, erklärt der Schweinehalter. Hakt ein Schieber doch einmal, kann Wilhelm die Störung schnell beheben, denn alle Teile sind durch den oberirdischen Verlauf gut zu erreichen.

Parkposition nicht optimal

Die ebenfalls planbefestigte Fläche in den Selbstfangfressständen erwischt der Schieber allerdings nicht. Hier ist Handarbeit angesagt. Wilhelm und seine Mitarbeiter müssen das Stroh regelmäßig in den Laufgang fegen.

Auch die Parkposition des Oberflurschiebers außerhalb des Stalls ist nicht ganz optimal. „Im Winter können die Schieber dort festfrieren, während im Sommer der Mist auf den letzten 1,5 m vor dem Abwurfschaft häufiger antrocknet“, gibt Wilhelm zu. Dann muss er die angetrockneten Mistreste mit Wasser einweichen und den Schieber erneut fahren lassen. Er funktioniert am besten, wenn der Laufgang durch den Urin der Tiere leicht angefeuchtet ist.

Inklusive der Steuerungstechnik hat der Schieber etwa 35.000 € gekostet. Für den Stall konnte Wilhelm allerdings 40% AFP-Förderung und 20% Förderung über das EIP-Projekt bekommen.

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