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Clever entmisten mit Unterflur- und Oberflurschiebern

In Schweineställen kommen Stroh & Co. wieder stärker zum Einsatz. Schieber verhindern ein Verstopfen der Güllekanäle und ersparen Handarbeit beim Entmisten.

Lesezeit: 4 Minuten

Stroh und Heu haben wieder Einzug in viele Ställe gefunden, denn die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung ordert für alle Schweine seit 2021 organisches Beschäftigungsmaterial. Viele Labelprogramme schreiben darüber hinaus eingestreute Liegebereiche vor. Das Problem: Ist der Stall mit Spalten ausgestattet, kann das Stroh die Güllekanäle verstopfen. Bei planbefestigten Flächen ist die Frage, wie man den Mist abschiebt. Stroh kann schnell zur Arbeitsfalle werden, deshalb sollte man sich Gedanken über eine geeignete Entmistung machen.

Mist im Güllekanal abschieben

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Kommen hohe Mengen von organischen Beschäftigungsmaterial auf perforiertem Boden zum Einsatz, führt meist kein Weg an einem Unterflurschieber vorbei. Dieser läuft unter den Spalten im Güllekanal und schiebt den Mist regelmäßig aus dem Abteil. Er bietet sich auch bei einer Kombination aus Spaltenboden und Festflächen an. Gezogen wird der Schieber von Elektromotoren, mit denen er über Drahtseile verbunden ist. Die Gülle landet so in einem zentralen Abflusskanal und wird von dort in ein Außenlager gepumpt.

Bei planbefestigten Flächen gibt es mehrere Entmistungsvarianten. In Außenausläufen funktioniert das Entmisten z.B. mit dem Hoflader. Befindet sich die Festfläche jedoch im Innenbereich, kann es knifflig werden. In diesem Fall ist ein Oberflurschieber eine gute Alternative. Ähnlich wie im Kuhstall ziehen Motoren den Schieber an einem Seil über den Boden. So gelangt der Mist in einen Schacht außerhalb des Stalls.

Welcher Schieber ist besser?

Beide Systeme funktionieren unabhängig von der Häcksellänge und der Konsistenz des Materials. Allerdings kann die Einstreumenge zur Herausforderung werden. Meist genügt es, wenn der Schieber ein- bis zweimal am Tag läuft. Ist viel Mist vorhanden, müssen die Schieber ggfs. häufiger laufen.

In puncto Schubkraft hat der Unterflurschieber die Nase vorn. Er kann größere Mengen organischen Materials aus dem Stall befördern. Beim Oberflurschieber kann es passieren, dass der Mist im Auslauf im Sommer antrocknet und im Winter festfriert. Deshalb eignet er sich eher für Flächen mit Minimaleinstreu. Zudem hat der Oberflurschieber ein gewisses Verletzungspotenzial für die Tiere. Denn Schweine sind neugierig und gehen dem laufenden Schieber nicht zwangsläufig aus dem Weg. Die meisten Schieber bleiben bei einem Hindernis zwar stehen, allerdings erhöht sich die Störanfälligkeit des Geräts und der Schieber muss von Hand neu gestartet werden. Anders als beim Unterflurschieber, ist das Gerät im Störfall jedoch leicht zu erreichen.

Unterflurschieber hat hygienische Vorteile

Bei der Hygiene hat der Unterflurschieber Vorteile, denn die Tiere haben keinen Kontakt zu Mist und Gülle aus den Nachbarbuchten. Das verhindert das Verschleppen von Keimen zwischen den einzelnen Tiergruppen im Stall. Die Schieber bestehen in der Regel aus verzinktem Blech. Die Umlenkrollen sind aus Kunststoff und die Seile aus Edelstahl gefertigt. Dadurch gibt es kaum Verschleiß. Trotzdem gilt es, die Technik regelmäßig zu warten. Die Umlenkrollen sollten halbjährlich abgeschmiert und die Seile auf Beschädigungen überprüft werden. Außerdem muss der Schieber frostsicher parken.

Exakte Vorarbeit nötig

Für den Schieber-Einbau müssen die Betonarbeiten im Güllekeller exakt ausgeführt werden. Wichtig ist zudem eine in Längsrichtung ebene Oberfläche mit einem gleichmäßigen Gefälle. Ansonsten kann der Schieber hängen bleiben oder durch die Reibung Lärm verursachen. Als Abflussrohr eignet sich ein U-förmiger Kanal mit ca. 40 cm Durch­messer. Eine eingebaute Spültechnik hilft, den Mist in die Güllegrube zu fördern. Durch das organische Material bildet sich in der Gülle schneller eine Schwimmschicht. Deswegen ist eine gute Aufrührtechnik nötig, damit die Gülle fließfähig bleibt.

Um die Emissionen zusätzlich zu senken, können beide Schiebervarianten mit einer Kot-Harn-Trennung kombiniert werden. Dabei fließt der Harn durch eine Rinne unter dem Schieber ab und kommt nicht mit dem Kot in Berührung.

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