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Bayern

Gyphosatausstieg: Landwirtschaftsministerium widerspricht Bund Naturschutz

Laut Bund Naturschutz (BN) hat die Regierung noch keine Maßnahmen bezüglich des geforderten Glyphosatverbots getroffen. Das Landwirtschaftsministerium Bayern sieht das anders.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und dessen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber aufgefordert, ihre Zusagen bezüglich einer Verringerung des Glyphosateinsatzes einzuhalten.

Laut BN habe Söder die Vereinbarung zur systematischen Minderungsstrategie mit verhandelt und sich mit Kaniber nach dem Volksbegehren Artenschutz für ein Glyphosatverbot in Haus- und Kleingärten ausgesprochen. Seit den Ankündigungen sei jedoch nichts passiert, kritisierte der BN. „Der Stillstand beim Glyphosatverbot ist nicht akzeptabel“, monierte BN-Landesvorsitzender Richard Mergner. Auch Söder und Kaniber müssten den Worten endlich Taten folgen lassen.

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Bayern ergriff Initiative

Auf Anfrage von Südplus wies das bayerische Landwirtschaftsministerium die Vorwürfe des BN jedoch zurück. So sei die Bundesregierung gerade auf Initiative Bayerns dazu aufgefordert worden, die Anwendung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel deutlich vor dem Jahr 2023 einzuschränken. Der Bundesrat habe hierbei den schrittweisen Ausstieg Deutschlands bis zum Jahr 2023 aus der Nutzung des Totalherbizids Glyphosat befürwortet und die Bundesregierung gebeten, zeitnah die erforderlichen gesetzlichen Regelungen zu treffen.

Außerdem habe der Bundesrat die Bundesregierung dazu angehalten, im Rahmen der Glyphosatminderungsstrategie das angekündigte Verbot von Glyphosat in Haus- und Kleingärten und in öffentlichen Einrichtungen (beispielsweise Kindertagesstätten oder Grün- und Parkanlagen) im Rahmen der europarechtlichen Vorgaben unverzüglich umzusetzen.

Staatliche Flächen bereits glyphosatfrei

Dass Worten bereits Taten folgen zeigt das bayerische Landwirtschaftsministerium in der Bewirtschaftung der staatlichen Flächen: Bereits im Jahr 2018 habe das Staatministerium die nachgeordneten Behörden angewiesen, alle landwirtschaftlich, gärtnerisch und forstwirtschaftlich genutzten Flächen (incl. Sonderkulturen) im Ressortbereich des Staatsministeriums ab 1. Oktober 2018 glyphosatfrei zu bewirtschaften. Ausgenommen von der glyphosatfreien Bewirtschaftung seien nur die Anwendungen im Rahmen von Versuchsanstellungen.

Erst die Lösung, dann die Verbote

Für die nicht-staatlichen Flächen sei es laut bayerischem Landwirtschaftsministerium notwendig, baldmöglichst Alternativen aufzuzeigen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und die Bayerischen Staatsgüter beschäftigen sich daher mit Bewirtschaftungsmethoden, die Totalherbizide möglichst ersetzen sollen. Folgende zwei Forschungsprojekte seien diesbezüglich gestartet:

  • Untersuchung unterschiedlicher Methoden zum mechanischen Abtöten von Zwischenfrüchten für erosionsmindernde Bestellverfahren von Mais zur Reduzierung des Einsatzes von Totalherbiziden
  • Weiterentwicklung von Erosionsschutzverfahren im Mais – glyphosatfrei im konventionellen sowie alternative Verfahren im ökologischen Landbau

Um den Glyphosatausstieg so einfach wie möglich über die Bühne zu bringen, werden die Landwirte bereits über ein vielfältiges Beratungs- und Informationsangebot auf diese Problematik hingewiesen. Aus den Erkenntnissen der Forschungsprojekte sollen dann neue praxisorientierte Wege aufgezeigt werden, so das Ministerium.

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