GAP-Reform

„Neue GAP soll leistungsorientierter, flexibler und einfacher werden"

Das EU-Parlament beschließt nächste Woche seine Position zur GAP. Die EU-Abgeordneten Marlene Mortler, Ulrike Müller und Manfred Weber erklärten, wohin die Agrarpolitik steuert.

Die Verhandlungen über die neue GAP gehen in die Zielgrade. Nächste Woche will das Europaparlament seine Position beschließen, die dann im sogenannten Trilog-Verfahren mit den Positionen der Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission abgestimmt wird. Unmittelbar zuvor tauschten sich die bayerischen Europaparlamentarier Marlene Mortler (CSU/EVP), Manfred Weber (CSU/EVP) und Ulrike Müller (Freie Wähler) mit der Präsidentenkonferenz des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in München aus und erläuterten ihre Positionen zur neuen GAP.

30 % für Ökologisierung

Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion, geht davon aus, dass künftig voraussichtlich 30 % der ersten und der 30 % Säule für Umweltprogramme zur Verfügung stehen sollen. „Die Gesellschaft will, dass die Landwirte die Ökologisierung vorantreiben“, sagt Weber. Das Ziel der Einkommenssicherung bleibe aber genauso wichtig wie die Ökologisierung.

Zudem wolle man vor allem die bäuerlichen Familienbetriebe stärken durch Kappung und durch eine bessere Förderung kleiner Betriebe. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich bereits im Juli darauf verständigt, eine Deckelung der Direktzahlungen bei einer Höhe von 100.000 € einzuführen, allerdings auf freiwilliger Basis. Mit der „Erste Hektar“-Regelung sollen in den Mitgliedstaaten 7 % der Mittel für die 1. Säule in die ersten Hektar fließen, wobei die durchschnittliche Betriebsgröße eines Landes die Grenze sein soll, bis zu der besser gefördert wird.

Gefährden Eco-Schemes KULAP und FAKT?

Für die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, die mit KULAP und FAKT schon starke Agrarumweltprogramme haben, wird es darauf ankommen, dass die neuen Umweltprogramme der ersten Säule (Eco-Schemes), die nicht kofinanziert werden müssen, nicht die bestehenden Programme der 2. Säule überflüssig machen. Man werde deshalb zuerst Programme für die zweite Säule entwickeln, zu denen dann weitere in der ersten Säule kommen können, erläuterte Ulrike Müller, die als Verhandlungsführerin das Parlament im Trilog mit Rat und Kommission vertritt. Als Beispiele für förderfähige Maßnahmen nannte sie Bodengesundheit, Präzisionslandwirtschaft, soziale Leistungen und Bienenschutz. „Wir wollen weg von einem System, das nur eine Einhaltung der Regeln erfüllt. Der Landwirt bekommt künftig Geld aufgrund von Leistungen, die er erbringt“, so Müller. Das bisherige Greening habe keine Akzeptanz gehabt.

Wie Müller begrüßt auch Agrarexpertin Marlene Mortler, dass die Mitgliedstaaten künftig wieder mehr Spielraum bekommen. Jeder Staat muss einen nationalen Strategieplan entwickeln, mit dem er die Vorgaben der GAP umsetzt. Sie verweist zugleich darauf, dass es jetzt wichtig in den nächsten beiden Wochen „den Sack in der Agrarpolitik zuzumachen“: „Die Bauern brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit und sie müssen nachvollziehen können, wohin die Politik steuert.“

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Der stellv. Generalsekretär des DBV, Udo Hemmerling, zeigt sich zufrieden mit den Verhandlungen im Agrarministerrat.


Diskussionen zum Artikel

von Wilfried Maser

Die verarsche wird weitergehen

wir Landwirte werden uns weiterhin anhören müssen, wir bekämen hohe Subventionen und würden jammern. Dabei bekommen viele die nichts mit Landwirtschaft zu tun haben, unter dem Deckmantel der Agrarzahlungen Zahlungen in Millionenhöhe. Deshalb müssten die Agrarzahlungen in einem ... mehr anzeigen

von Günter Schanné

GAP

Wem die EU nicht behagt, der kann ja auswandern, z.B. in die Länder von Erdogan, Orban, Putin, Trump und Co. Defätisten und Miesepeter sind in unserer Landwirtschaft verzichtbar. Wir brauchen Veränderung. Wer das nicht will, kann ja aufhören.

von Hans Spießl

Dieser Kommentar wurde aufgrund eines Verstoßes gegen unsere Netiquette entfernt. Wir haben den Autor darüber per E-Mail informiert. Wir bitten Sie, Kritik sachlich zu formulieren. Danke, die top agrar Redaktion.

von Stefan Lehr

Geht nicht!

Es kann keine Vereinfachung geben. Wuerden die ganzen Regelungen verschlankt und vereinfacht werden, dann wuerde ja selbst der Duemmste dieses ganze Elend durchschauen! Deshalb wird es noch verschachtelter und verworreneer, damit auch ja niemand dahinter kommt, dass die ganze Geschichte ... mehr anzeigen

von Reinhold Schneider

Reform?

Bei jeder Reform wurde uns was von einfacher erzählt, das Ergebnis ist bekannt. Wir sollen die Ökologisierung vorantreiben, die Gesellschaft die dies fordert kann so weiter machen.

von Willy Toft

Wir werden immer Proffessioneller, und bekommen stets zu wenig für das GANZE!

Ich habe mir gerade mal die neue Düngeraufzeichnung reingezogen, wer soll denn das noch alles machen! Von der Analyse des Wirtschaftsdüngers, bis zum Bodenprofil und den Bodenuntersuchungsergebnissen, alles muss berücksichtigt werden! Ob wir das Wetter auch noch voraus einkalkulieren ... mehr anzeigen

von Franz Rehm

Sterbebegleitung für uns Bauern!

Frau Mortler hat doch als Drogenbeauftragte schon versagt und hat uns Nutzhanfanbauern zum Abschuss freigegeben! Jetzt wird Sie nach Brüssel geholt um den angerichteten Schaden für uns Bauern noch zu toppen! Ein Bayerischer Altbauer.

von Bernhard ter Veen

die NEUE GAP

wird von Umschichtungen und Auflagen nur so TRIEFEN... und weil die Gesetze und Verordnungen Verwaltungs- und Kontroll Arbeitsplätze verursachen - kann man sagen, dass der Hauptnutzen der Arbeitslosenquote zugute kommt... bloss WER soll denn diese Flut an Beamten die dort auf uns (nach ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

Der Schwachsinn geht weiter

war aber nicht anders zu Erwarten - die Verzichts und Mangelwirtschaft wird bleiben bei den produzierenden Bauern und das "Zucker in den Arsch blasen" wird sogar noch ausgebaut bei den Bio und Nichtproduzierer. Das unsere derzeitige ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Super auf den Punkt gebracht!

von Rainer Hoffmann

Ausgleichszahlung ?

Dafür würden die leidigen Subventionen eingeführt u jetzt werden umgeschichtet als Erfolg verkauft ,wobei in der zweiten Säule sich NABU u Co bedienen u bei den Landwirten mit viel Glück der Mehraufwand/Minderertrag ausgeglichen wird ,also letztenendes ein Verlust für die ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Berichtigung :

Auch für die Umwelt ein Verlust, für die Umweltverbände aber ein Gewinn.

von Renke Renken

Einfach bedeutet:

Feste Prämie pro ha und meinetwegen ein Verpflichtung ein gewissen prozentualen Anteil vom Ackerland mit Blühmischungen einzusäen, dafür dann eine Extraprämie und dann Punkt Aus und Vorbei. Das dieses Bürokratiemonster entschärft wird, glaubt doch niemand.......

von Rudolf Rößle

Schließlich

geht es ja um Extensivierung und Zurückdrängung der Konventionellen Landwirtschaft

von Bernhard ter Veen

Verlässlichkeit und Planbarkeit...

ein schöner TRAUM... bis die Verwaltung wieder irgendwo ein Komma vergessen oder übersehen hat... Auf zum Nächsten BürokratieMONSTER...

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