Bayern

Schwammspinner: Fränkische Eichenwälder bald vor Fraß geschützt

Eichen auf 3 000 ha müssen in Bayern behandelt werden, um sie vor Kahlfraß durch den Schwammspinner zu schützen.

Der Schwammspinner vermehrt sich derzeit massenhaft, sodass in den Wäldern erneut mit Kahlfraß zu rechnen ist. In den kommenden drei Wochen werden besonders gefährdete Eichenbestände deshalb durch eine Behandlung mit dem Pflanzenschutzmittel Mimic vor der Entlaubung durch den Schädling geschützt.

Kahlfraß dünnt Eichenwälder aus

„Das ist eine notwendige Maßnahme zum Erhalt der Eichenwälder, die auch einen hohen naturschutzfachlichen Wert haben. Mit der Behandlung wollen wir einen schleichenden Verlust verhindern. Ansonsten werden Einzelbäume absterben und – wenn das über Jahre passiert – sich ganze Waldbestände auflösen. Wälder würden dann nicht nur anders aussehen, sie werden die vielfältigen Waldfunktionen auch nicht in der gleichen Weise erfüllen können. Es würde viele Jahrzehnte brauchen, bis neue Wälder einen vergleichbaren Zustand erreichen“, erläutert Dr. Andreas Hahn von der LWF die Hintergründe.

Lebensräume und Arten erhalten

Im Januar 2020 identifizierten die Experten ca. 8.500 ha Kahlfraß-Gefährdungsflächen. Oberstes Ziel ist, die als Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten wertvollen Eichenwälder zu erhalten, bei der Behandlung aber auch keine seltenen Arten zu schädigen.

„Durch diese umfangreichen, gewissenhaften Abstimmungen wurde die Gefährdungsfläche von 8.500 ha auf gut 3.000 ha potenzielle Behandlungsfläche verringert. Dieser Prozess erfolgte in Abstimmung mit den Waldbesitzern und den Naturschutzbehörden“, so Hahn.

Pflanzenschutz per Hubschrauber

Auf den Flächen wird nun das selektiv wirkende Pflanzenschutzmittel Mimic zum Einsatz kommen. Der Wirkstoff ist kein Kontaktgift, sondern muss durch Fraß aufgenommen werden. Es wirkt nur auf sich häutende Insekten, die Anfang Mai an Blättern fressen. Das Produkt wird ab dieser Woche per Hubschrauber GPS-gestützt und flächenscharf über den Baumkronen versprüht. Die geplante Behandlung erfolgt gezielt und wird auf 181 Waldstücken mit gut 400 Teilflächen verteilt.

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