Ökolandbau

Wie viel Bio verträgt der Markt? Plus

Volksbegehren in Süddeutschland fordern mehr Ökolandbau. Dabei drückt das Überangebot an Markfrüchten die Preise schon jetzt – vor allem bei Umstellerware.

Aus seinen Bedenken macht Hubert Gerstmeier keinen Hehl. Der Bioackerbauer aus Donauwörth in Bayern sagt voraus: „Wenn die Politik mehr Ökolandbau mit der Brechstange durchdrückt und der Verbraucher nicht tiefer in die Tasche greift, dann geht das auf Kosten der Bauern.“ Entstünde durch zu viel Bioware Preisdruck am Markt, würden Handel und Verarbeiter diesen direkt an die Landwirte durchreichen. „Marktgesetze funktionieren überall gleich“, sagt Gerstmeier. 2015 stellte er seinen 90 ha-Ackerbaubetrieb auf Bio um.

Politik macht Druck

Gerstmeier spricht eine Befürchtung aus, die viele Landwirte in Süddeutschland derzeit umtreibt. Die Volksbegehren für mehr Artenschutz machen Druck auf die Branche, noch mehr Ökolandbau zu betreiben. In Bayern sollen es 30 % der Fläche bis 2030 sein – hier machte die Regierung das Volksbegehren auch direkt zum Gesetz.

In Baden-Württemberg liegt das Volksbegehren nach einem Kompromissvorschlag durch die Landesregierung derzeit auf Eis. In dem Kompromisspapier steht aber nach wie vor: Bis 2030 sollen die Landwirte 30 bis 40 % der Fläche des Landes ökologisch bewirtschaften.Und all das, nachdem es in den vergangenen Jahren vor allem in Süddeutschland eine regelrechte Umstellerwelle gab. Litten die Biotierhalter zuvor unter Futterknappheit, so können sie nun aus dem Vollen schöpfen.

Denn in den letzten Jahren haben auch viele große Ackerbaubetriebe umgestellt. Sie liefern Futter und Marktfrüchte. In Bayern war das vor allem in Nordschwaben und in den fränkischen Ackerbauregionen der Fall. In Baden-Württemberg liegen laut Bioland alle Ackerbauregionen gleichauf. Mittlerweile bewirtschaften die Landwirte in Baden-Württemberg 14 % der Ackerfläche ökologisch, in Bayern 10 %. Deutschlandweit sind es nur rund 5 %.

Etwas zu viel Ware am Markt

Wie der Markt die viele, neue Ökoware vom Acker verträgt, weiß Andreas Hopf. Der Landwirt führt die Geschäfte der Vermarktungsgesellschaft Bio-Bauern in Pöttmes in Bayerisch-Schwaben. Die Erzeugergemeinschaft vermarktet jährlich rund 50 000 t Druschfrüchte und 10 000 t Kartoffeln von 1 000 Landwirten aus ganz Bayern. Hopf wirkt entspannt.

Er und seine...

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Diskussionen zum Artikel

von Michael Emmrich

Überangebot

Überangebot nur 5% bis 10% ? bedeutet Preise - 30% ? Überangebot 20% bedeutet Preise -50% ? oder noch weniger ? Ist das das Ziel ?. Dann ist konventionell vielleicht doch besser ?

von Hermann Kamm

Das Ist Klar das Bioverbände weiter werben.

Wenn sie dann ihre Ware über den Lebensmitteleinzelhandel Vermarkten geht den Bio Betrieben die Luft aus.

von Reiner Matthes

komisch

ich höre immer nur, dass Verbandsware kaum verkäuflich ist. Es gibt ja mehr als genug EU-Bio.

von Thomas Blöthner

Wo bitte

bleibt der Aufschrei der Biobetriebe gegen diese planwirtschaftlichen Forderungen ? Von dieser Seite hab ich bislang noch nicht viel gehört. Ist doch eigentlich klar wo da die Reise hingehen muss ! lg

von Hans-jürgen Fricke

ja

das will der Verbraucher, Bio Lebensmittel zum konventionellen Preis.

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