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AgXeed setzt Agrarroboter in der Praxis ein

Ein Sechsmann-Unternehmen aus den Niederlanden meint es ernst und will mit Robotern ackern. Wir haben uns das Konzept erklären lassen.

Sieht so die Zukunft auf dem Acker aus? Eine kompakte Raupe zieht einen Standardgrubber Bahn für Bahn übers Feld. Präzise und ohne Fahrer an Bord.

„Wir glauben, dass die klassische Landtechnik bei uns in Europa an ihre Grenzen stößt: Straßenabmessungen, Gewichte, Achslasten. Außerdem wird es immer schwieriger werden, Fahrer zu finden“, sagt Philipp Kamps. Er ist verantwortlich fürs Marketing beim niederländischen Start-Up AgXeed, das gerade am zweiten Prototypen des Roboters arbeitet.

Hinter dem Start-Up stehen keine Studenten, die sich nach dem Examen mit einer fixen Idee selbstständig gemacht haben. Vielmehr wollen es gestandene Landtechniker noch einmal wissen: Die heute sechs Mitglieder des Teams verfügen über reichlich Erfahrung in der Branche, unter anderem bei Lely, Lemken, John Deere oder Agco. Sie sind Überzeugungstäter und glauben, dass smarte Technik die mitteleuropäischen Familienbetriebe in Zukunft wettbewerbsfähig halten kann.

Ihr Unternehmen finanziert sich bisher zu 10% aus Eigenkapital, 30% stammen aus Fördermitteln und 60% von privaten Investoren. Das sind aktuell keine Großunternehmen und keine Firmen aus der Landtechnik – das ist Philipp Kamps und den anderen wichtig.

Roboter und Software

AgXeed möchte nicht nur den Roboter aufs Feld bringen, sondern auch die Peripherie um ihn herum, wie z.B. eine intelligente Einsatzplanung.

Kann eine junge Firma mit sechs Leuten eine ganze Branche aufrollen? Und das, wo schon große Landtechnik-Mittelständler bei der Elektronik an ihre Grenzen stoßen?

Die Macher von AgXeed verstehen sich eher als Architekten – sie entwickeln die Ideen, Konzepte und Pläne. Beim Umsetzen arbeiten sie mit spezialisierten Firmen zusammen. Das sind unter anderem namhafte Unternehmen aus dem Automobilbereich und auch Spezialisten in der Robotik.

Der AgBot genannte Roboter ist die erste sichtbare Säule des Konzepts. Sein Einsatzspektrum soll sich im Bereich eines aktuellen 150 bis 200 PS-Radtraktors bewegen. Damit positioniert sich das Unternehmen bewusst zwischen den Kleinrobotern, die in Schwärmen arbeiten, und autonomen Großtraktoren, die z.B. von CNH vorgestellt wurden.

Die Gründer setzten sich feste Grenzen bei ihrem Fahrzeug: Es soll leicht und kompakt sein. Das aktuelle Modell wiegt 6 t. Das nächste soll noch etwas leichter sein, Ziel ist ein Gewicht zwischen 4,5 und 5 t. Die Entwickler haben sich beim Bodendruck eine Obergrenze von 0,15 kg/cm2 leer und inklusive der Anbaugeräte von 0,5 kg/cm2 vorgenommen.

Die Länge ist auf 2,55 m limitiert – das hat einen besonderen Grund, der beim Straßentransport zur Geltung kommt. Denn hier denken die Macher an eine integrierte Lösung: Der AgBot steht dann quer zur Fahrtrichtung, die Arbeitsgeräte sind über den Roboter hochgeschwenkt. Über eine Deichsel an der einen und Transporträder an der anderen Seite kann der AgBot jetzt von einem Traktor zum nächsten Feld gezogen werden. Ein Tieflader ist nicht notwendig. Durch das Hochschwenken...

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